Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e.V.
Biologische Station Soest

August 2020

11. August 2020

Viele Insekten im Wulfesknappgenießen die Hitze und die Trockenheit. Am auffälligsten von diesen sind die Dünen-Sandlaufkäfer, Cicindela hybrida. Schwerer zu beobachten sind die verschiedenen Wildbienen- und Wespenarten. Wenn diese nicht gerade mit "Bauarbeiten" beschaftigt sind, fliegen sie schnell in ihr Bodennest ein um nach einer gewissen Zeit sofort wieder zur Nahrungssuche zu starten. Zur Zeit sind Hosenbienen besonders aktiv und mehrere Heuschreckensandwespen versorgen hier ebenfalls ihre begonnenen Bruten mit erbeuteten Heuschrecken! Im vergangenen Jahr war die Beobachtung einer solchen Heuschreckensandwespe, Sphex funerarius, in Soest einer der aller ersten westfälischen Nachweise der Art und damit eine kleine Sensation. Störchen gefallen die hohen Temperaturen allerdings weniger, sie hecheln und sie bekoten ihre Beine um dann etwas von der Verdunstungskälte zu profitieren (H. Vierhaus).

Heute hatten wir das Glück, Ameisen beim Schwärmen beobachten und fotografieren zu können. Neben einem Waldweg im Wannetal kamen aus einem Nest der Wegameisen (Lasius spec.) Dutzende geflügelte Jungköniginnen und wesentlich mehr geflügelte Männchen, umringt von zahlreichen  Arbeiterinnen, hervor. Sie krabbelten an Stängeln in Nestnähe hoch, um losfliegen zu können, da die Begattung im Flug stattfindet. Dabei steuern sie bevorzugt hohe Punkte an. Die Jungköniginnen sind etwa 9 mm groß, die Männchen wesentlich kleiner, etwa 4 mm. Die Jungköniginnen paaren sich dort mit mehreren Männchen und speichern die Spermien für ihr ganzes Ameisenleben denn sie paaren sich nur während des Hochzeitsfluges. Danach sterben die Männchen, die Königinnen verlieren ihre Flügel oder beißen sie ab und gründen einen neuen Staat (V. Brockhaus).

Beobachtungen im Winkel vom Abend: 2 Weißstörche, 5 Graureiher, 2 Silberreiher, 2 Waldwasserläufer, 1 Grünschenkel, 15 Stockenten, 3 junge Rehe, 1 Rehbock, 1 Sperber, 1 Mäusebussard (O. Kerber)

10. August 2020

In Wiltrop sieht man zur Zeit einen sehr kleinen Steinkauz und in den Ahsewiesen noch kleine Neuntöter (W. K. Suermann).

Ahsewiesen vom Nachtmittag bis frühen Abend:
1 Neuntöter, 2 Trupps Distelfinken/Stieglitze (ca 30-40), 2 Jungstörche auf dem Nest südlich vom Turm, 18 Störche starten bei Wiltrop und ziehen in der Thermik kreisend Richtung südwest, 2 Rotmilan, 2 Mäusebussarde, 7 Turmfalken, 1 Sperber bei der Jagd innerhalb eines Trupps Rauchschwalben (ca. 15-20).
Kurz vor Dinker starteten nochmal 27 Weißstörche und zogen ihre Kreise am Himmel in die Höhe (O. Kerber).
 

Heute fand ich im Wannetal eine Blattwespenlarve, die auf einem Petasites-Blatt in der Sonne saß. Das dauerte nur wenige Sekunden, dann verschwand sie wieder auf der Unterseite im Schatten, ein Foto gelang. Es ist die Larve von Tenthredo mandibularis Fabricius, einer Blattwespe, die zu den Echten Blattwespen gehört. Die Larven dieser Art fressen an Pestwurz und Huflattich. Die Art gilt als gefährdet (V. Brockhaus)

Um 10.30 Uhr am Zachariassee: 1 Schwarzstorch drehte seine Runden über den See und schraubte sich dann hoch. 2 Wanderfalken, 1 Pirol singend, 24 Kormorane und sehr viele Grau- und Nilgänse (R. Schlepphorst)

9. August 2020

In Oestinghausen erneut (s. hier) ein Grauspecht (A. Müller).

In einem Gebüschkomplex bei Lohne einige rastende Singvögel, neben Dorn-, Klapper- und Mönchsgrasmücken u. a. ein Teichrohrsänger, zwei Gartenrotschwänze und ein Gelbspötter (A. Müller).

Leider konnten wir bei der Exkursion am Kleiberg keine Gelbbauchunken ausmachen. Aber diese kleine Waldeidechse entschädigte uns dann mit ihrem Besuch (A. Bäumer).

8. August 2020

Im Winkel u.a. 1 Kiebitz, 4 Waldwasserläufer, 1 Grünschenkel, 1 Bekassine, 3 Schnatterenten, 2 Krickenten, 2 Silberreiher; in der Disselmersch u.a. 10 Kiebitze, 1 Bienenfresser (B. Beckers)

Heute entdeckte ich im Arnsberger Wald oberhalb von Arnsberg diesen kleinen Spanner an einem Baumstamm. Es ist ein Breitgebänderter Staudenspanner, auch Dunkelbindiger Doppellinien-Zwergspanner und Laub-Kleinspanner genannt (Idaea aversata form remutata). Es handelt sich um eine in Mitteleuropa recht häufige aber in Färbung und Zeichnung sehr variable Art, im Bild (f. remutata). Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 23 bis 31 Millimetern. Die zweite Generation ist mit 20 mm Flügelspannweite meist deutlich kleiner (V. Brockhaus).

 

7. August 2020

Silber- und Graureiher diesmal auf dem vom Aussichtspunkt westlich gelegen des Teiches an den ehemaligen Klärteichen in Hattrop (A. Bäumer).

Dieser prächtige Moschusbock lief mir Heute auf dem Rückweg von den ehemaligen Klärteichen in Hattrop kurz vor Soest über den Weg (A. Bäumer).

5. August 2020

Diese kleine Fliege konnte ich gestern und heute in Arnsberg auf einer Löwenzahn-"Pusteblume" beobachten. Sie ist etwa 4 bis 5 mm lang. Es ist eine Erdwanzenfliege (Phania funesta). Sie gehört zur Familie der Raupenfliegen, (Tachinidae). Die Larven dieser Art leben parasitisch, nach der Paarung heften die Weibchen ihre Eier an Erdwanzen-Nymphen. Die Larven ernähren sich vom Körpergewebe des Wirtes. Die 3,5 bis 5mm großen Imagines der Erdwanzenfliege fressen Pollen und Nektar (V. Brockhaus).

 

Beobachtungen im Im Winkel vom Abend: 1 Eisvogel, 4 Waldwasserläufer, 13 Stockenten, 2 Graureiher, 2 Silberreiher, 3 Rehböcke und 1 Ricke (O. Kerber).

Beobachtungen in den Ahsewiesen vom späten Nachmittag bis frühen Abend: 4 Rohrweihen (m) zwischen Nateln und Wiltrop, am Hacheney 4 Neuntöter (2/2), 2 adulte Weißstörche, 1 Wespenbussard, 1 Mäusebussard, 2 Turmfalken, zwischen Turm und Wiltrop 2 Graureiher, 2 Rotmilane, mind. 150 Dohlen und Rabenkrähen, am Pavillon Berwicker Weg 4 Graureiher, min. 18 Schafstelzen, 4 Bachstelzen, mehrere kleine Trupps Stieglitze/Distelfinken,  3 Kanadagänse mit Kippflügeln, 2 Graugänse, 1 Silberreiher, ca 50 Dohlen und Rabenkrähen, 1 Turmfalke von Rabenkrähe gehasst (O. Kerber).

4. August 2020

Am Möhnesee morgens u. a. 46 Höckerschwäne, 460 Graugänse, 375 Nilgänse (darunter 1 BP mit 5 pulli), 5 Tafelenten, 470 Reiherenten (außerdem 2 w mit 9+5 pulli), mind. 10 Zwergtaucher, 80 Haubentaucher, 740 Kormorane, ein Schwarzstorch, ein Silberreiher, 2 ad. Flussregenpfeifer, immerhin 28 Flussuferläufer, ein rufender Grünschenkel, 6 Waldwasserläufer, ein ad. Sichelstrandläufer im abgetragenen PK, ein Eisvogel, gut 500 Lachmöwen, 3 Silbermöwen, eine ad. Mittelmeermöwe, 5 rufende Mittelspechte, gleich 17 Gebirgsstelzen am Ausgleichsweiher, mind. 3 Fichtenkreuzschnäbel (W. Pott).

3. August 2020

Heute konnten wir im unteren, recht dunklen und feuchten Teil des NSG Wannebach im Tal unterhalb von Arnsberg-Breitenbruch, auf einer kleinen Lichtung vier Kaisermäntel beobachten, davon 1 Weibchen. Dazu zahlreiche Kleine Kohlweißlinge und Rapsweißlinge, sowie ein Waldbrettspiel. Des weiteren mehrere Zünsler, unter anderem den Geflammten Kleinzünsler (Endotricha flammealis) (V. Brockhaus).

Im Winkel waren von morgens bis nachmittags unter anderem zu sehen: 1 Wespenbussard, 2 Mäusebussarde, 1 Rotmilan, 1 Turmfalke, 2 Silberreiher, 4 Graureiher, 2 Eisvögel, 5 Waldwasserläufer, 1 Flussuferläufer, ca. 20 Stockenten, 2 Krickenten, 1 fütternde Dorngrasmückenfamilie (3 Jungvögel) , 1 fütternde Neuntöterfamilie (3 Jungvögel), Rabenkrähe, 2 Eichelhäher und 1 Buntspecht.  Dazu 1 Rehbock, 2 Ricken und 3 Kitze (C. Husband, U.Kuhls).

Das trockene Regenrückhaltebecken zwischen Lohne und Bad Sassendorf mit seiner sehr schütteren Vegetation ist ein Paradies für Insekten, speziell für Stechimmen. Verschiedene Grabwespen- und solitäre Wildbienenarten haben hier ihre Niströhren angelegt. In diesen entwickeln sich die Larven, die je nach Art, mit Pollen oder mit erbeuteten Insekten verproviantiert werden. Manche dieser "Kinderstuben" werden wiederum Opfer von Brutparasiten. So verhalten sich z. B. Wespenbienen, Blutbienen und Goldwespen wie Kuckucke, indem sie ihre Eier in die Brutröhren der von ihnen bevorzugten Wirte ablegen. So wird die in dem Rückhaltebecken häufige Sand-Knotenwespe, Cerceris arenaria, von der leuchtend gefärbten Goldwespe Hedychrum nobile parasitiert (H. Vierhaus).

2. August 2020

In der trockenen Jahreszeit zeigt sich immer wieder die hohe Bedeutung der renaturierten Lippeabschnitte, die dann rastenden Vögel gute Bedingungen bieten. Im Anepoth (Goldsteins Mersch) 18-20 (!) Flussuferläufer, 5 Waldwasserläufer, 4 Haubentaucher, ca. 30 Lachmöwen (B. Beckers, C. Husband)

Im Winkel u.a. 3 Waldwasserläufer, 2 Krickenten, 1 Silberreiher (B. Beckers)

In Lippstadt - Bad Waldliesborn heute Fund eines Weibchens der Südlichen Eichenschrecke (Meconema meridionale). Es handelt sich hierbei um die südliche Verwandte der Gemeinen Eichenschrecke (Meconema thallasinum). Die Südliche Eichenschrecke breitet sich in Deutschland seit den 1960 er Jahren immer weiter nach Norden aus und wird häufig in Städten gefunden (P. Salm).

Am späten Nachmittag in der Disselmersch zwei Bienenfresser bei der Insektenjagd. (J. Drüke und andere)