Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e.V.
Biologische Station Soest

Raubtiere

Braunbär (Ursus arctos)

Da einer der beiden allerletzten freilebenden Braunbären Westfalens ausgerechnet bei Soest nachgewiesen wurde, und zwar 1445, darf er auch auf die Liste der Säugetiere des Kreises Soest.

Fuchs (Vulpes vulpes)

Der Rotfuchs ist im ganzen Kreisgebiet und in sehr unterschiedlichen, auch siedlungsnahen Lebensräumen anzutreffen. Er ist durchaus häufig.

Wolf (Canis lupus)

Nachdem seit über 20 Jahren der Wolf in Deutschland wieder Fuß gefasst hat und seine Ausbreitung auch zu Feststellungen von Einzeltieren in benachbarten Kreisen führte, wurde im Mai 2019 ein durchwandernder Wolf bei Rüthen nachgewiesen.

Marderhund  (Nyctereutes procyonoides)
Diese aus Ostasien stammende, nasse Landschaftsräume liebende Raubtierart wurde in Osteuropa  vor mehr als 80 Jahren eingebürgert. Von dort breitet sie sich immer weiter nach Westen aus und hat bereits den Kreis Paderborn erreicht. Auch aus dem Münsterland und sogar aus dem Kreis Steinfurt gibt es einzelne Nachweise. Erst in aller jüngster Zeit, nämlich ab 2010, erfolgten erste gesicherte Feststellungen im Kreis Soest, so bei Störmede und weitere male am Möhnesee sowie bei Warstein. 

Steinmarder (Martes foina)
Diese Marderart ist weit verbreitet und offenbar nicht selten. Sie kommt in unterschiedlichsten Lebensräumen zurecht. Steinmarder profitierten in den zurückliegenden Jahrzehnten von den neuen Wohnsiedlungen, bieten doch Einfamilienhäuser mit ihren Gärten in Vorstadtgebieten günstige Bedingungen für die Art. Allerdings können die Steinmarder hier schon mal für den Unmut manches Bürgers sorgen, wenn sie nachts auf dem Dachboden „herumtollen“ und so Menschen um den verdienten Schlaf bringen. Wenn man den Wilden Wein, der bis zur Dachrinne gewachsen ist, entfernt oder Äste von Bäumen, die dicht am Hause stehen, zurückschneidet, erschwert man den Mardern den Zugang zum Hausboden. Hin und wieder sorgen Steinmarder dadurch für Ärger, dass sie Kabel im Motorraum abgestellter Autos beschädigen.

Baummarder (Martes martes)

Baummarder besiedeln in geringer Dichte die großen Waldungen im Süden des Kreises. Es liegt aber auch eine gesicherte Feststellung aus dem Raum westlich von Lippstadt vor. Der Kehlfleck dieser Marderart ist, anders als beim Steinmarder, meist leuchtend goldgelb und reicht nicht bis auf die Vorderbeine.

Iltis  (Mustela putorius)
Der Iltis ist ein selten beobachtetes, nächtliches Raubtier aus der Marderfamilie. Er liebt die Nähe von Gewässern und kommt im gesamten Kreisgebiet in nicht sonderlicher hoher Dichte vor.
Wenigstens fünfmal päppelte die ABU erfolgreich von der Mutter verlassene, ganz junge Iltisse auf.

Hermelin, Großes Wiesel (Mustela erminea)
Das Große Wiesel ist eine in manchen Jahren öfter zu beobachtende und dann mäßig häufige kleine Raubtierart. Hermeline reagieren in ihrer Populationsentwicklung auf das jahrweise wechselnde Angebot an Feldmäusen. Das Hermelin ist die Wieselart, bei der viele Individuen im Winter ein weißes Fell hat.

Mauswiesel, Kleines Wiesel (Mustela nivalis)

Auch der kleine Verwandte des Hermelins kommt im gesamten Kreis Soest vor und erreicht in manchen Jahren merkliche Häufigkeiten. Sein Bestand wird meist unterschätzt, da die Art vorzugsweise in Mausegängen jagt und deshalb wie auch auf Grund der geringen Größe leicht der Beobachtung entgeht.

Mink, Amerikanischer Nerz (Neovison vison (= Mustela vison))
Dieses marderartige Raubtier aus Amerika wird in Pelztierfarmen gezüchtet, die es auch im Kreis Soest gegeben hat. Von solchen Farmen sind immer wieder aus Unachtsamkeit oder absichtlich Tiere in die Freiheit gelangt. Entsprechende Nachweise, die auf entkommenen Exemplaren beruhen, liegen aus dem Kreis Soest offenbar nur in ganz geringer Zahl vor. Vom Europäischen Nerz (Mustela lutreola) gibt es aus Westfalen keine Nachweise.

Dachs (Meles meles)
Nachdem der Dachs durch die Tollwut selbst und der damit verbundenen Baubegasung Ende der 70-er Jahre des 20. Jahrhunderts insbesondere im Altkreis Soest praktisch völlig verschwunden war, haben sich inzwischen seine Bestände erfreulich erholt. Der Dachs ist heute wieder kreisweit verbreitet, und besonders die Wälder auf der Haar sind ideale Orte für die Anlage seiner Baue. Die Art wird häufig Opfer des Straßenverkehrs. So wurden der ABU seit 1994 wenigstens 30 überfahrene Dachse gemeldet.

Fischotter (Lutra lutra)
Wie in anderen Teilen Deutschlands ist auch in Westfalen dieser Wassermarder ein Opfer übermäßiger Nachstellungen geworden. Aber die den Fischen abträgliche starke Verschmutzung der Gewässer in der Nachkriegszeit hat gleichfalls ihren Teil zu seinem Untergang beigetragen. Die letzten Fischotter im Kreis Soest sind wahrscheinlich in den 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts umgekommen, fragliche Angaben gibt auch noch aus der Zeit um 1970. Seit 2009 wissen wir von einer neu entstandenen Population der Art im westlichen Münsterland. Da inzwischen sogar ein Otter an der unteren Lippe gesichtet wurde, überrascht es nicht, dass von der Lippe westlich von Lippstadt eine verlässliche Otterbeobachtung aus dem Jahr 2018 gemeldet wurde. 

Waschbär (Procyon lotor)
Der Waschbär, Neubürger aus Nordamerika, gehört seit etwa 1970 zum festen Faunenbestandteil des Kreises Soest. Er kommt heute im gesamten Kreisgebiet vor, auch wenn die Siedlungsdichte in den waldärmeren Teilen gering sein dürfte. Waschbären meiden nicht die Nähe des Menschen und wurden z. B. in Dörfern und selbst in Wohngebieten von Lippstadt beobachtet. Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Vorstellung, dass Waschbären schädlich seien und sich am Niederwild vergreifen, handelt es sich um weitgehend harmlose Allesfresser, die sich z. B. gerne an reifem Obst gütlich tun. Die Häufung von Beobachtungen in den letzten Jahren könnte eine Folge des verstärkten Maisanbaus im Kreisgebiet sein, denn Waschbären sind für ihre Vorliebe für reifen Mais bekannt.

Wildkatze (Felis silvestris)
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist die Wildkatze in Westfalen wahrscheinlich noch flächendeckend verbreitet gewesen, um dann aber zur Wende zum 20. Jahrhundert weitgehend verschwunden zu sein. Die letzten Feststellungen auf dem Gebiet des heutigen Kreises Soest stammen aus den Jahren 1882 (Hirschberg) und 1893 sowie 1900 (bei Warstein).
Im Jahr 2010 wurden im Arnsberger Wald durch C. Arndt (Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald) Fotofallen eingesetzt, mit denen sich echte Wildkatzen auch in den Wäldern im Süden des Kreises Soest nachweisen ließen. Eine 2013 im Möhnetal überfahrene Wildkatze gelangte inzwischen als Beleg in das LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Seit wann Wildkatzen hier wieder leben bzw. wie sie hier hingekommen sind oder ob sie nur übersehen wurden, ist unbekannt.

Luchs (Lynx lynx)
Der Luchs ist ein ehemaliger Bewohner Westfalens; der letzte Nachweis erfolgte 1745. Mindestens seit dem Winter 1998/99 hielt sich im Bereich des Arnsberger Wald ein Luchs (vielleicht sogar zwei?) auf. Seine Herkunft ist unklar. Möglicherweise gibt es weitere ernst zu nehmende Feststellungen der Art aus der Region.