Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e.V.
Biologische Station Soest

Segellibellen

Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)

Die Feuerlibelle ist eine Art des Mittelmeerraumes, die bis in die 1980er Jahre nur in wenigen wärmeren Gegenden in Deutschland nachgewiesen wurde. Seitdem hat die Art im Zuge der Klimaerwärmung ihr Verbreitungsgebiet nach Norden ausgedehnt- Im Kreis Soest wurde die Feuerlibelle zum ersten mal 2001 bei Geseke nachgewiesen. Inzwischen ist sie eine in der Ebene regelmäßig auftretende und sich hier gut vermehrende Art.Die Feuerlibelle besiedelt gerne größere Stillgewässer, wie Altarme oder Abgrabungsgewässer, die meist auch besonnte Bereiche mit geringen Wassertiefen aufweisen.

Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis)

Die Große Moosjungfer gehört wie die anderen Moosjungfer-Arten zu den Moorlibellen. Sie besiedeln gerne anmoorige Gewässer mit einer starken Sonneneinstrahlung und ohne Fischbesatz. Daneben kommt die Art aber auch in Abgrabungsgewässern oder Weihern vor. Sie gilt als in günstigen Jahren sehr wanderfreudig. Bodenständig ist sie in Nordrhein-Westfalen nur an sehr wenigen Standorten. Die Große Moosjungfer wurde im Kreis Soest bisher nur einmal an der Lippe bei Göttingen im Jahr 2013 nachgewiesen.
RL: in ganz NRW  vom Aussterben bedroht.

 

Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia)

Die Vorkommen der Kleinen Moosjungfer konzentrieren sich auf Moor- und Heidegebiete, wo sie ehemalige Hochmoore, Zwischenmoore und Heideweiher besiedelt. Die Art ist daher in Nordrhein-Westfalen nur lückig verbreitet. In einem anmoorigen Bachabschnitt im Arnsberger Wald konnte die Kleine Moosjungfer im Jahr 2015 erstmalig für den Kreis Soest nachgewiesen werden.
RL: in ganz NRW stark gefährdet.

Nordische Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda)

Auch die Nordische Moosjungfer besiedelt überwiegend Moor- und Heidegebiete des Flachlandes und ist deshalb in Nordrhein-Westfalen nur lückig verbreitet und selten. Bei uns ist sie Ausnahmegast und konnte bisher nur einmal bei Geseke nachgewiesen im Jahr 2002 nachgewiesen werden.
RL: in ganz NRW  stark gefährdet.

 

Plattbauch (Libellua depressa)

Der in Nordrhein-Westfalen weit verbreitete Plattbauch gilt als Pionierart an neugeschaffenen Teichen und Kleingewässern und hat kann von der Neuanlage von Kleingewässern profitieren. Die Art ist im Kreis Soest weit verbreitet, aber nicht häufig.

Vierfleck (Libellula quadrimaculata)

Der Vierfleck ist in Nordrhein-Westfalen weit verbreitet und häufig, die Art besiedelt eher kleinere Stillgewässer, besonders gut vertreten ist sie in Moorgewässern. Auch im Kreis Soest ist der Vierfleck eine allgemein verbreitete und häufige Art. Vorkommen gibt es vor allem in der Lippeaue, aber auch bei Herzfeld, Erwitte und Geseke.

Großer Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)

Der Große Blaupfeil besiedelt eine Vielzahl von Stillgewässertypen, die meist zumindest teilweise vegetationsfreie, sonnenexponierte Uferabschnitte oder Inseln aufweisen. Dabei scheint die Art größeren Gewässer zu bevorzugen. Auch langsam fließende Flüsse, Bäche oder Gräben sind Lebensraum des Großen Blaupfeil, sofern auch sie vegetationsarme Bereiche aufweisen. Schattige oder halbschattige Gewässer werden dagegen gemieden. Auch im Kreis Soest ist die Art allgemein verbreitet und häufig.

 

Südlicher Blaupfeil (Orthetrum brunneum)

Der Südliche Blaupfeil befindet sich in Nordrhein-Westfalen am nördlichen Rand seines Verbreitungsgebietes und ist dementsprechend eine seltene Art. Seit dem Jahr 1995 hat er sich bedingt durch die Veränderung des Klimas jedoch ausgebreitet. Der Südliche Blaupfeil besiedelt eher das Flachland. Er ist eine typische Pionierart in naturnahen Flussauen und besiedelt auch kleine Bäche oder Gräben. Wichtig ist, dass die Gewässer vegetationsfreie Bereiche aufweisen und gut besonnt sind. Im Kreis Soest ist der Südliche Blaupfeil selten, wird aber seit Mitte der neunziger Jahre in Feuchtwiesengebieten bei Geseke nachgewiesen. Ein weiterer Fundpunkt liegt bei Werl (1999). Inzwischen ist die Art auch mehrfach an wenigen Gewässern in der Lippeaue festgestellt worden.

Kleiner Blaupfeil (Orthetrum coerulescens)

Der Kleine Blaupfeil ist in ganz Nordrhein-Westfalen nur lückig verbreitet und hat seinen Schwerpunkt im Rheinland. Die Art kommt an Gräben und kleineren Bächen und auch an kleinen Stillgewässern vor, die nicht selten grundwasser- oder quellbeeinflusst sind. Im Gegensatz zum Südlichen Blaupfeil bevorzugt der Kleine Blaupfeil eher Gewässer mit einer höheren Deckung an Ufervegetation. Der Kleine Blaupfeil wurde erstmals 2012 an wenigen Stellen im Arnsberger Wald nachgewiesen.
RL: Vorwarnliste

Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae)

Die Schwarze Heidelibelle bevorzugt in Nordrhein-Westfalen nährstoffarme Moor- und Heidegewässer, kommt aber auch an Blänken in Feuchtwiesen und anderen kleineren Stillgewässern vor, die bevorzugt besonnt und flach sind sowie niedrigwüchsige Vegetationsstrukturen aufweisen. Die Art ist mit einigen Lücken in ganz Nordrhein-Westfalen verbreitet Im Kreis Soest kommt sie unregelmäßig in der Lippe- und Ahseaue sowie bei Herzfeld und Geseke vor. Auch bei Erwitte, in Lippstadt, Warstein und am Möhnesee wurde sie festgestellt.

Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum)

Die Gefleckte Heidelibelle war in Nordrhein-Westfalen mit einem Schwerpunkt im Flachland verbreitet. Sie besiedelt überwiegend flache Stillgewässer mit einer niedrigwüchsigen Vegetationsstruktur aus z.B. Binsen und Wollgras. Seit den 1980er Jahren nimmt die Häufigkeit der Nachweise in Nordrhein-Westfalen deutlich ab. In den 1990er-Jahren und seit dem Jahr 2000 konnte die Gefleckte Heidelibelle im Kreis Soest nur noch selten an geeigneten Kleingewässern und Blänken der Feuchtwiesengebiete der Ahseaue, bei Herzfeld und Geseke sowie in der Lippeaue und bei Erwitte nachgewiesen werden. Alte Daten belegen, dass die Art früher auch um Lippstadt und Geseke sowie in der Woeste bei Ostinghausen vorkam.
RL: Vorwarnliste

Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii)

Die Frühe Heidelibelle ist eine wärmeliebende Art, die sich aufgrund der Klimaerwärmung in den letzten Jahren in Nordrhein-Westfalen offenbar dauerhaft etabliert. Sie gehört zu den Arten, bei denen in günstigen Jahren von Süden kommend invasionsartige Vorstöße erfolgen. Aufgrund ihrer Thermophilie besiedelt die Art auch Gewässer, die diesem Anspruch genügen, wie z.B. Abgrabungsgewässer und Auenlagen. Im Kreis Soest wurde die Frühe Heidelibelle 1996 bei Geseke und 1998 in der Lippeaue westlich von Eickelborn nachgewiesen. Inzwischen kann sie fast jedes Jahr in verschiedenen Gebieten beobachtet werden.

Südliche Heidelibelle (Sympetrum meridionale)

Diese eher im Mittelmeerraum heimische Heidelibellenart tritt in Deutschland seit 2005 im südlichen Teil bodenständig auf. Die Südliche Heidelibelle zählt damit zu den Profiteuren der Klimaerwärmung. In Nordrhein-Westfalen ist sie sehr selten. Bisher wurde die Südliche Heidelibelle vereinzelt im Kreisgebiet festgestellt, zuerst 2004 in der Hellinghauser Mersch, ab 2014 in der Woeste und 2020 in der Lippeaue bei Benninghausen.

 

 

Gebänderte Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum)

Die Gebänderte Heidelibelle kommt in Nordrhein-Westfalen nur vereinzelt als „Irrgast“ vor. Wo sie auftritt besiedelt sie flach überstaute, warme und sonnige Gewässer. Auch im Kreis Soest ist die Art ein Ausnahmegast. In den neunziger Jahren wurde sie einmal in der Lippeaue bei Lippborg (1997) und zweimal bei Geseke (1991 und 1999) nachgewiesen.
RL: in ganz NRW vom Aussterben bedroht.

Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum)

Die Blutrote Heidelibelle ist in ganz Europa weit verbreitet. Sie gehört in Nordrhein-Westfalen zu den häufigsten Arten, wobei sie in den Mittelgebirgen nicht ganz so häufig ist- Die Blutrote Heidelibelle besiedelt ein breites Spektrum an Stillgewässertypen. Auch im Kreis Soest ist die Art allgemein verbreitet und häufig.

Große Heidlibelle (Sympetrum striolatum)

Ähnlich wie die Blutrote Heidelibelle ist auch die Große Heidelibelle in Nordrhein-Westfalen weit verbreitet und häufig, allerdings gilt sie als eher wärmeliebend und hat daher ihren Schwerpunkt in den Tieflagen des Landes. Sie kommt bevorzugt in Gewässern vor, die sich schnell erwärmen, so z.B. in flachen Kleingewässern mit geringer Vegetationsbedeckung. Die Art ist im Kreis Soest weit verbreitetet und häufig.

Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum)

Die dritte bei uns vorkommende „Rote“ Heidelibellenart ist die Gemeine Heidelibelle, die ebenfalls in Nordrhein-Westfalen im Tiefland weit verbreitet ist. Hier besiedelt sie verschiedenste Stillgewässertypen, die häufig eutroph sind und eine ausgeprägte Ufervegetation haben. Auch diese Heidelibelle ist im Kreis Soest allgemein verbreitetete Art, allerdings ist sie inzwischen aus unbekannten Gründen sehr selten geworden.