Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e.V.
Biologische Station Soest

Im zehnten Jahr des Kiebitzschutzes

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2026 wird die ABU nun schon zum zehnten Mal im Kreis Soest in Sachen Kiebitzschutz unterwegs sein. Gemeinsam mit zahlreichen Landwirten und dem Kreis Soest wurden in dieser Zeit 761 Gelege markiert und so geschützt. Durchschnittlich 65 Prozent der Eier aus den so geschützten Gelegen sind in diesen Jahren auch geschlüpft. Die Maßnahmen haben sich also bewährt. 

Auch dieses Jahr geht die Arbeit weiter und ABU sowie Kreis hoffen wieder auf Unterstützung durch die Landwirte. Mit ihrer auffälligen Balz und den Kiwitt-Rufen lassen sich die Kiebitze aktuell auf Ackerflächen und nassen Wiesen auch im Kreis Soest gut beobachten. Diese auffälligen und schönen Vögel haben den Schutz jedoch inzwischen bitter nötig. Die Bestände gingen seit Jahren zurück, unter anderem durch eine veränderte Nutzung von Feldern und Wiesen sowie den Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Gewerbeflächen. Die etwa vierwöchige Brutzeit überschneidet sich mit der landwirtschaftlichen Bodenbearbeitung von Mais, Rüben oder Kartoffeln, wobei unbeabsichtigt viele Gelege verlorengehen. 

Schutzmaßnahmen

Die Kontrolle möglicher Brutflächen auf Ackerflächen erfolgt in den nächsten Wochen durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der ABU. In Abstimmung mit den Bewirtschaftern werden die Nester in den Feldern markiert, damit Landwirte sie bei der Bodenbearbeitung aussparen können. Neben der Markierung der Nester bieten auch so genannte Feldvogelinseln Schutz. Hierbei werden 0,5 bis 1 Hektar große Inseln auf Feldern im Sommer brachliegen gelassen. Im Gegenzug für den Ernteausfall erhalten der Bewirtschafter dafür zwischen 560 Euro und 1256 Euro/Hektar Ausgleichszahlung, die über die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Soest bei der Bezirksregierung Arnsberg beantragt werden können. Die Kosten übernimmt das Land NRW. Feuchte und nasse Stellen auf dem Acker bieten sich besonders gut an, sowohl aus Sicht der Natur als auch aus Sicht des Landwirts. Auch im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen und des Vertragsnaturschutzes gibt es geeignete Programme, um den Kiebitz auf Ackerflächen zu unterstützen. Zu den Agrarumweltmaßnahmen berät die Landwirtschaftskammer und zum Vertragsnaturschutz der Kreis Soest. Solche kleinflächigen Brachen und Nassstellen sind ein Paradies für Kiebitzküken und sie werden wenige Wochen nach dem Schlupf flügge.

Auf einem Infoblatt habt die ABU alle Informationen für interessierte Landwirte zusammen gestellt. 

Ansprechpartner*innen

Bei Interesse für den Kiebitzschutz können sich Landwirte bei folgenden Ansprechpartnern melden:

ABU: Christian Härting (0178 6732049) und Petra Salm (0157 51584422)
Untere Naturschutzbehörde Kreis Soest: Konstanze Münstermann (02921 302668)
Landwirtschaftskammer: Andreas Kemper (02945 989-580) und Herr Jannik Tischer (02945 989-555)