

... aber kein Grund zur Freude. Am 4. November gingen bei einer Fisch-Bestandsaufnahme im Hamm-Heessen neben vielen anderen Fängen zwei kleine gemusterte Bodenfische ins Netz. Siegfried Kuss, Martin Zerle und Margret Bunzel-Drüke war sofort klar, um was es sich handelte: Marmorgrundeln (
Proterorhinus semilunaris). Ursprünglich stammt die Art aus der Donau, erreichte aber durch den Rhein-Main-Donau-Kanal den Rhein, wo sie 1999 erstmals auffiel. 2002 hatte sie sich bereits bis in die Niederlande ausgebreitet. Im Sommer 2011 fing Martin Zerle eine Marmorgrundel in der Lippe flussabwärts des Wehrs Hamm. Eine Ausbreitung in die obere Lippe über das Wehr hinweg hätte schwierig sein sollen, aber die Grundel schaffte es. Wahrscheinlich war ihr Weg viel leichter, nämlich durch die Verbindung zwischen Lippe und Datteln-Hamm-Kanal, die sich flussaufwärts des Wehrs Hamm befindet. Jetzt steht der Grundel die obere Lippe offen, denn die Wehre hier - z.B. bei Haus Uentrop und in Lippstadt - sind für Fische durchgängig. Welche Folgen die Einwanderung der Marmorgrundel bei uns haben wird, ist unklar. An den Ufern des Rheins jedenfalls sind Marmorgrundel und drei weitere aus dem Südosten eingewanderte Arten mittlerweile so häufig, dass sie offenbar einheimische Arten verdrängen.
Am Wehr Heessen fanden in den letzten zwei Jahren alle zwei Monate Elektrobefischungen statt, so dass der Zeitpunkt der Einwanderung der Marmorgrundel ungewöhnlich gut dokumentiert ist.