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ABU Aktuell

Superschleie und Dackelhecht

Nach der Lippe werden aktuell Tümpel und Altarme durch die AbU befischt. Eine typische Art der Stillgewässer ist die Schleie (Foto 1), die auch in verschlammten Gewässern mit Sauerstoffdefiziten gut zurecht kommt. Mit über 50 cm Länge hat diese Schleie ein Rekordmaß, was man nur in den seltensten Fällen bei Schleien vorfindet. Der Hecht auf dem zweiten Foto hat noch nicht ganz die Größe seiner Kollegen, die angeblich auch schonmal badende Dackel fressen. Aber wenn er noch einige Zentimeter wächst, wird er einem badenden Dackel sicher auch gefährlich. Neben derartig großen Hechten haben wir aber auch etliche Hechte von etwa 10 cm Länge gefangen, die in diesem Jahr geschlüpft sind. Durch Hochwasser im nächsten Winter können sie weider in die Lippe gelangen, um dort als großer Raubfisch für Unruhe unter Rotaugen und Haseln zu sorgen. (Matthias Scharf)

Schleie (L. Brackelmann)Hecht (L. Brackelmann)

Weihen-Brutsaison 2016

Hatte es schon im Vorjahr einen Bestandseinbruch bei der Wiesenweihe in der Hellwegregion von 27 auf 16 Brutpaare (plus 2 Brutpaare auf der Paderborner Hochfläche) gegeben, so verminderte sich die Brutpaarzahl in diesem Jahr nochmals auf nur noch 12 (plus 2 auf der Paderborner Hochfläche), davon nur noch 8 innerhalb der Abgrenzung des EU-Vogelschutzgebietes (VSG) Hellwegbörde. Zu den 12 Brutpaaren der Hellwegregion gehören 2, die weit nördlich des gewöhnlichen Brutareals, bei Schachtrup bzw. Beckum, brüteten.
Im westlichen Brutareal bis Erwitte lagen die Brutplätze weit voneinander entfernt, jeweils rund 5 bis 15 km vom nächsten Nachbarn. Im östlichen Areal im Raum Langeneicke-Geseke-Upsprunge brüteten alle 5 Brutpaare weniger als 6 km voneinander entfernt. Hier und auf der Paderborner Hochfläche bei Etteln brüteten in drei Fällen sogar jeweils 2 Paare in Sichtweite zueinander (Nestabstände 80 bis 170 m).
Aus NRW sind nach jetzigem Kenntnisstand nur noch zwei weitere Brutpaare gefunden worden, in der Zülpicher Börde und im Kreis Minden-Lübbecke. Lag der Landesbestand der Wiesenweihe im Vorjahr mit 22 Brutpaaren schon auf einem erheblich niedrigeren Niveau als in den 1990er Jahren, ist er nun also nochmals auf insgesamt nur noch 16 Brutpaare abgesunken, dem niedrigsten Brutbestand seit den 1980er Jahren.

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Optimierungsmaßnahmen im NSG Ahsewiesen

Nach über 25 Jahren war ein Blänkenkomplex im Kernbereich der NSG Ahsewiesen "in die Jahre" gekommen. Verlandet und stark zugewachsen hatte er seine Funktion verloren. Zur Zeit wird der Blänkenkomplex umgestaltet zu einer flachen Mulde. Mit einer Raupe wird der überschüssige Boden zusammengeschoben, später wird er abgefahren. Im nächsten Frühjahr wird die Blänke für Brut- und Rastvögel wieder gut nutzbar sein.

Mit einer Raupe wird zunächst der Boden abgeschoben (Foto: B. Beckers)Ein alter Blänkenkomplex wird optimiert (Foto: B. Beckers)

Herbstexkursion durch das NSG Stockheimer Bruch

Artenreiche kalkholde Feuchtwiesen zeigen sich im Spätsommer von ihrer schönsten Seite (Foto: L. Hauswirth)Am Samstag, den 10. September 2016 bietet die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz eine herbstliche Exkursion durch das Naturschutzgebiet Stockheimer Bruch bei Geseke an. Zu dieser Jahreszeit ist eine Wanderung durch das sonst gesperrte Niedermoorgebiet möglich ohne größere Störungen zu verursachen. Artenreiche Wiesen und durchziehende oder rastende Vögel können beobachtet werden. Das Gebiet hat sich nach der Durchführung zahlreicher Naturschutzmaßnahmen in den letzten 25 Jahren erheblich verändert; es können vor Ort einige Arbeiten begutachtet werden. Alle Naturinteressierten, die eine abwechslungsreiche Wanderung im Spätsommer unternehmen möchten, sollten sich mit festem Schuhwerk (und Fernglas) um 15.00 Uhr an der Gärtnerei zwischen Geseke und Bönninghausen nördlich der Bahnstrecke Lippstadt-Paderborn einfinden. Die Exkursion dauert etwa 2 Stunden.

Große und kleine Fische

Seit über 20 Jahren wird  an einigen Probestrecken durch die ABU im Auftrag der Bezirksregierung die Fischfauna der Lippe untersucht. An einer Probestrecke in Höhe von Benninghausen fanden einige besonders schöne und große Fische, motiviert durch das Elektrofischereigerät, den Weg in unsere Kescher. Der Fisch auf den ersten beiden Fotos hat seinen Namen von seinem auffälligsten Körperteil, seiner Nase. Mit den harten Lippen raspelt der Fisch den Aufwuchs vom Untergrund und ist so einer der wenigen sich teilweise vegetarisch ernährenden Fische. Dieses Jahr gibt es reichlich Nachwuchs, wie der Fang zahlreicher kleinen Nasen mit einer Größe von etwa 4 cm zeigt. Auf dem dritten Foto ist ein Brachsen zu sehen. Aufgrund seiner Körperform wird er auch gerne - wenig liebevoll - als "Klodeckel" bezeichnet. So große Brachsen sind entweder sehr schlau oder sehr selten, denn seit etlichen Jahren haben wir keinen mehr gefangen. Döbel dagegen, wie auf dem nächsten Foto zu sehen, sind nicht so schlau und werden von uns in dieser Größe daher regelmäßig gefangen. Der kleine Fisch auf den vorletzten Foto ist ein Kaulbarsch und recht selten in der Lippe. Ihm wir eine gewisse Intelligenz nachgesagt. Kleinere Dressuren gelingen mit ihm im Gegensatz zu anderen Fischen ganz gut. Zu allerletzt ist ein Karpfen zu sehen - ausnahmsweise mal nicht ein hochrückiger und schuppenloser Karpfen, sondern einer, der der Wildform ähnelt. (Matthias Scharf)

Nase (M. Scharf)Nase frontal (M. Scharf)Brachsen (M. Scharf)Döbel (M. Scharf)Kaulbarsch (M. Scharf)Karpfen (M. Scharf)

Weißstorch gesichtet

Im vergangenen Jahr wurden einige der Jungstörche im Kreis Soest von der Vogelschutzwarte beringt. Sie erhielten Ringe mit einer Aufschrift, die man mit einem Fernglas oder Spektiv erkennen kann, ohne die Vögel zu fangen. Solche Funde werden an die Vogelwarte gemeldet und der Beringer erhält eine Nachricht über die Ablesung. Nun wurde einer der letztjährigen Jungstörche aus dem Herzfelder Horst in Brandenburg gesichtet und der Ring abgelesen. Am 26. Mai diesen Jahres hielt er sich bei Sawall in Brandenburg auf, 418 km von Herzfeld entfernt. Es geht ihm gut!

Weißstorchring (Foto: B. Beckers)Ein junger Weißstorch wird beringt (Foto: B. Beckers)Die Herzfelder Jungstörche nach der Beringung im vergangenen Jahr (Foto: B. Beckers)

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Säugetiere in Eulengewöllen

"Wilde Weiden"

Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.