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Exkursion zu den Libellen in der Lippeaue

Am kommenden Sonntag, dem 24.7.2016 laden Birgit Göckede und Dr. Ralf Joest alle großen und kleinen Naturfreunde zu einer Exkursion zu den Libellen in der renaturierten Lippeaue in der Hellinghauser Mersch ein. In den Kleingewässern der Aue und an der Lippe haben sich zahlreiche Libellenarten eingefunden. Bemerkenswert ist das Auftreten der seltenen Grünen Flußjungfer, welche naturnahe Gewässerstrukturen anzeigt. Auf der Tümpelexkursion für die ganze Familie werden aber auch andere Tiere der sommerlichen Feuchtgebiete aus der Nähe betrachtet. Bitte Ferngläser und ggf. eigene Kescher und Becherlupen sowie angepasste Kleidung mitbringen. Treffpunkt ist um 14:00 der Aussichtspunkt am Anglerweg an der K 42 zwischen Hellinghausen und Benninghausen.

Grüne Flußjungfer (R. Joest)

Die Suche nach der Grünen Flußjungfer geht weiter

Nachdem die Suche nach den Larven oder schlüpfenden Tieren leider keinen Erfolg brachte, war eine erste stichprobenhafte Suche nach den jetzt fliegenden Tieren ein Überraschungserfolg. Gleich an drei Stellen zwischen Hellinghausen und Eickelborn konnten in den letzten Tagen mindestens zehn Exemplare beobachtet werden, einmal sogar auf dem Kopf einer vorbeifahrenden Paddlerin. Damit zeigt sich, dass sich die ehemals sehr seltene Art seit den ersten Beobachtungen 2012 offenbar tatsächlich an der Lippe etabliert. Die Larven leben im sandigen Sediment strömender Gewässerabschnitte.  Durch die Renaturierung der Lippe sind viele ihr zusagende Gewässerabschnitte entstanden. Die Männchen sitzen gerne auf im Wasser liegenden Totholz, wo sie auch von weitem gut mit dem Fernglas beobachtet werden können. Erkennbar sind auch aus der Distanz an ihrem aufgerichteten, verbreiterten Hinterleib und den grasgrünen Augen, Kopf und Vorderleib. Alle Beobachtungen dieser Art sind für uns sehr interessant, am besten mit genauen Orts- und Datumsangaben und Belegen. Hierfür reichen oft auch auch Digitalaufnahmen aus großer Distanz aus (Ralf Joest).

Ein Männchen der Grünen Flussjungfer an der Lippe (Ralf Joest)Typisch sind der aufgerichte, verbreiterte Hinterleib und die grasgrüne Brust (Ralf Joest)Die Männchen sitzen gerne auf Totholz im Wasser. Auch solche Aufnahmen aus großer Distanz reichen als Beleg oft aus (Ralf Joest)

Meine Praktikumszeit bei der ABU

In meiner 6-wöchigen Praktikumszeit bei der ABU habe ich viele neue Erfahrungen gesammelt. Ich war mit bei der Schafsherde und den Rindern und Wildpferden aus den Gebieten Klostermersch, Hellinghäuser Mersch, Büecke und Disselmersch. Bei den Ausfahrten habe ich viele Vogel- und Pflanzenarten kennen gelernt und das erste Mal Füchse und Waschbären in freier Natur gesehen. Meistens war ich mit im Gelände, aber ab und zu habe ich auch mal bei Bürotätigkeiten geholfen. Am liebsten war ich mit Gelbbauchunken suchen und nach den Schafen, Rindern und Wildpferden schauen. Meine persönlichen Highlights waren das erste Mal Trecker fahren mit Matthias Scharf, die vierte Lippstädter Kälbertaufe und das ich bei einer Rettungsbefischung dabei war. Außerdem gut gefallen hat mir die Jugendgruppe ABUrigines bei der ich das erste Mal dabei war und es mir da schon so gut gefallen hat, das ich ab jetzt öfter daran teilnehmen werde. (Celine Lutterbüse)

Celine bei den Schafen Celine mit WildpferdCeline füttert Rinder

Auf der Suche nach der Grünen Flussjungfer

Die Grüne Flussjungfer ist eine Grosslibelle, die als Larve gern sandige Bereiche an langsam fließenden Gewässern besiedelt. Durch Gewässerausbau und Verschmutzung ist sie weitgehend verschwunden. In der renaturierten Lippe sollten die flach überströmten sandigen Ufer einen geeigneten Lebensraum für eine Wiederbesiedlung bilden. Einige Exemplare wurden bereits in der Hellinghauser Mersch an der Lippe gesichtet. Ob sie allerdings dort auch aus ihren Larven geschlüpft sind, ist unklar.
Die Jugendgruppe der ABU machte sich unter Leitung von Ralf Joest daher auf, um diese Ungewissheit zu beenden. Bewaffnet mit Keschern und Sieben wurden Sand und Kiesbereiche durchsucht, um die Larve der Grünen Flussjungfer zu finden. Gefunden wurden etliche junge Groppen, Dreistachlige Stichlinge und andere nicht zu bestimmende Jungfische, Rundwanzen und Gammarusse, Eintagsfliegenlarven und viel anderes Insektenzeugs. Auch der Fund etlicher Larven der gebänderten Prachtlibelle konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass keine einzige Larve der Grünen Flussjungfer dabei war. Etwas tröstlich war dann zum Schluss der Fund eines kleinen Steinbeißers, der ähnlich wie die Larve der Grünen Flussjungfer im groben Sand lebt. Da bekannt ist, dass es dort hunderte Steinbeißer im Sand gibt, ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass es dort hunderte Larven der Flussjungfer gibt und wir einfach nur zu wenig Glück hatten. (Matthias Scharf)

Mit Sieben wird im Sand nach den Larven der Grünen Flussjungfer gesucht (M. Scharf)Wieder nur Groppen und Eintagsfliegenlarven. Auch ein skeptischen Blick hilft da nicht weiter. (M. Scharf)

Torf-Mosaikjungfer im Arnsberger Wald

A juncea 2 AR kleinA juncea AR kleinEinen neuen Fundpunkt der Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) konnten am Wochenende Andreas Rödel und Petra Salm bei ihrer Suche nach Libellen im Arnsberger Wald knapp hinter der Grenze des Kreises Soest im Hochsauerlandkreis vermerken. Diese beeindruckend große Edellibelle besiedelt kleinere Moorgewässer. Sie gilt als Charakterart der Flach-, Übergangs- und Hochmoore. Vor allem Teiche mit Verlandungszonen aus Torfmoospolstern und senkrechten Vegetationsstrukturen werden von der Art gerne besiedelt. Bei dem Fundpunkt handelt es sich um einen kleinen Teich, der durch den Aufstau eines Quellbaches entstanden ist. Insgesamt konnten mindestens drei Tiere an dem Teich nachgewiesen werden.

Die Torf-Mosaikjungfer gilt in NRW als gefährdet, für das Bergland gilt die Vorwarnstufe.

Linda ist der Name des Kälbchens

das bei der diesjährigen Kälbertaufe am Anglerweg vor großem Publikum getauft wurde. Organisiert durch die Stadt Lippstadt bzw. ihren Bürgermeister, Herrn Sommer, ist die Taufe mittlerweile schon zur Tradition geworden. Der Kreis der Eingeladenen ist repräsentativ für Lippstadt und bietet jedes Jahr Gelegenheit für interessante Gespräche. Taufpate war dieses Mal der Abgeordnete und Vizepräsident im Landtag, Eckhard Uhlenberg. Linda war sein Name für das Kälbchen, das hoffentlich noch lange Jahre an dieses Ereignis erinnern wird. (Matthias Scharf)

Vor dunklen Wolken zog die Taufgesellschaft durch die Wildnis der Hellinghauser Mersch, um an der Lippe eine kurze Rast einzulegen (M. Scharf)Zwei Wasserbauingenieure fesselten das Publikum mit spannenden Details zur Renaturierung der Lippe (M. Scharf)Da das Kälbchen nicht freiwillig an der Taufe teilnehmen wollte, wurde ein Stellvertreter getauft (M. Scharf)

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Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.