ABU Aktuell

Dramatischer Bestandsrückgang des Kiebitzes im Raum Werl

In diesem Jahr erfassen Ornithologen erneut den Brutbestand des Kiebitzes im Kreis Soest. Meine gerade abgeschlossene Kartierung des gesamten MTB 4413 Werl (rund 125 km²) im westlichen Kreis Soest ergab nur noch 10 bis 12 Brut- bzw. Revierpaare in nur noch 6 besetzten Minutenfeldern. Die Einzelvorkommen sind jeweils mehrere Kilometer voneinander entfernt. In diesem Jahr waren es 94 % weniger Kiebitzpaare als im Jahr 1979, als ich erstmals den Brutbestand im MTB Werl quantitativ erfasste und 179 Brut- bzw. Revierpaare zählte. Die Bestandszahlen gingen in den Jahren dazwischen kontinuierlich zurück. So kartierte ich 128 Kiebitzpaare  im Jahr 1987, 100 im Jahr 1997 und 62 im Jahr 2005. Es ist zu befürchten, dass der Charaktervogel Kiebitz in den nächsten Jahren auf dem MTB Werl aussterben wird, wenn keine gezielten Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Die meisten Brutvorkommen des Kiebitzes auf dem MTB Werl lagen im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde.
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EU und NRW fördern die Umgestaltung des ehemaligen Standortübungsplatzes Büecke

Bernd Müller (Bezirksregierung Arnsberg) überreichte der ABU den Zuwendungsbescheid (v.l.n.r.: B. Müller, M. Scharf, R. Loerbroks, M. Bunzel-Drüke, B. Beckers)Es war ein langer Weg, aber jetzt ist das Ziel in Sicht. Die Bezirksregierung Arnsberg, vertreten durch Abteilungsleiter Bernd Müller, überreichte der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) den Zuwendungsbescheid für die Umgestaltung des ehemaligen Standortübungsplatzes zwischen Soest und dem Möhnesee. Die ABU hatte dieses Projekt unter der Bezeichnung „Weidelandschaft Kleiberg bei Büecke“ beantragt.
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Naturzerstörung auf einer alten Bahntrasse


Ein trauriges Bild offenbart sich dem Betrachter Mitte März bei Kump-Sudhof: Ein geschützter Lebensraum wird zerstört. Mit schweren Maschinen waren wenige Wochen zuvor alle Bäume und Hecken in der Mitte einer seit 45 Jahren stillgelegten Bahntrasse auf einer Breite von 3 bis 4 m und einer Länge von über 2 km gerodet worden. Dies sind nur die vorbereitenden Arbeiten (!) für die Anlage eines 3,5 m breiten Fahrradweges, der über 2 Millionen Euro öffentlicher Gelder verschlingen soll. Die Bahntrasse ist jedoch ein geschützter Landschaftsbestandteil, der sich seit Jahrzehnten nahezu unbeeinträchtigt entwickeln konnte. Hier brüten noch regelmäßig mehrere Paare der seltenen Nachtigall und Turteltaube, Grasmücken, Drosseln und Goldammer sogar in hoher Dichte, auch Waldeidechsen und Grünfrösche kommen hier noch vor, und die im Umfeld brütenden Schleiereulen und Steinkäuze finden hier ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Die jetzigen Rodungen betrafen nur Hammer Gebiet. Sie reichen im Osten bis zur Unterführung der B 63.
Hammer Naturschützer engagieren sich schon seit mehreren Jahren gegen diese zerstörische Planung. Der Hammer Landschaftsbeirat hat mit 12 Neinstimmen bei 2 Enthaltungen die Radwegeplanung eindeutig abgelehnt. Immerhin soll der Bahndamm in Hamm auf einer Länge von 3,3 km entlang der Pentlinger Straße zwischen Unterallen und Wambeln nicht gerodet werden. Noch offen ist, ob die alte Bahntrasse auf Soester Gebiet östlich von Wambeln bis Welver ebenfalls einem Radweg geopfert wird.
Rodungen auf einer stillgelegten Bahntrasse (Schild  Rodungen auf einer stillgelegten Bahntrasse, Blick von der B 63 bei Kump nach Osten (16. März 2012, H. Illner)Rodungen auf einer stillgelegten Bahntrasse, Blick unter der B 63 bei Kump nach Westen (16. März 2012, H. Illner)Rodungen auf einer stillgelegten Bahntrasse, Blick an der Überfahrt Bökelmannshof nach Osten (16. März 2012, H. Illner)
 

Przewalski Nachwuchs

Die stolze Konik-Mutter mit ihrem Fohlen in der KlostermerschDer Vater bei seiner zweitliebsten Beschäftigung; Rinder jagen und in den Hintern beissenSeit zwei Jahren weiden in der Hellinghauser Mersch und der Klostermersch bei den Koniks auch drei Halbprzewalskis. Es sind Kreuzungen zwischen Konik Pferden und Przewalki Wildpferden, die der Ursprungsform unserer Hauspferde, dem Tarpan, etwas mehr ähneln als die reinen Koniks. Przewalski Wildpferde stammen aus der Mongolei und haben ihre Ausrottung in Zoos überlebt. Mit den Koniks gekreuzt sollen sie Nachkommen mit wildpferdeähnlichem Aussehen bekommen. Das erste Fohlen ist nun in der Klostermersch bei Eickelborn geboren worden und hat von seinem Vater, einem Halbprzewalski, hoffentlich nur die guten Eigenschaften wie die sandgelbe Färbung oder die Stehmähne geerbt. Zu den negativen Eigenschaften zählt eher sein Charakter, wie die Rinder aus leidvoller Erfahrung sicherlich bestätigen können. Junge Kühe und Bullen jagen und in den Hintern beißen gehört zu seinen Lieblingsbeschäftigungen.
 

Nach dem Hochwasser an den Bächen des Arnsberger Waldes

neue Schotterbank an der HeveNach dem Hochwasser am 19.01.2012 haben sich u.a. Heve bei Neuhaus (s.Foto) viele neue Schotterbänke gebildet oder verlagert. Das Foto zeigt den gleichen Bachabschnitt wie das Panorama im Eintrag vom 20. Januar, als Orientierung dient der schräge Baum.
Durch die Renaturierungen der Bachverläufe wurden wieder naturnahe Wasser- und Geschiebeverhältnisse in der Aue hergestellt. Wie sich das Geschiebe besonders bei Hochwasser verhält zeigt sich oft besonders eindrucksvoll, wenn die Pegelstände wieder sinken. Die Umlagerungen und Neubildungen von Schotterbänke sind ein wichtiger Bestandteil der wiederermöglichten Eigendynamik der Bäche. In diesen lockeren Kiesbänken an der Bachsohle legen viele Fische und Insekten ihre Eier ab oder wachsen hier heran. Dieses mit sauerstoffreichem Wasser durchströmte Lückensystem ist sehr empfindlich und kann durch feine Sedimente z. B. von offenen Ackerflächen leicht verstopft und somit zerstört werden.
 

Hochwasser im Arnsberger Wald

Renaturierter Altarm an der Heve bei HochwasserHochwasser in der renaturierten Großen Schmalenau bei NeuhausAm Donnerstag Nachmittag ( 19.01.2012) gab es nach starken Regenfällen im Arnberger Wald an den Bächen Hochwasser. Die im Rahmen des LIFE-Projektes "Bachtäler im Arnsberger Wald" renaturierten Abschnitte der Heve und der Großen Schmalenau traten über die Ufer und durchströmten oft großflächig die Auen. Hier ein paar Impressionen.
Mehr Infos zum  LIFE-Projekte "Bachtäler im Arnsberger Wald" unter http://www.life-bachtaeler.de/
 



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"Wilde Weiden"

Wilde Weiden
Die zweite Auflage des
Weideleitfadens ist
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