Gelegeschutz

Gelegeschutz

Für interessierte Landwirte steht HIER ein Infoblatt zur Verfügung.

Der Großteil der Kiebitzbruten befindet sich auf Ackerflächen, wo sie Gefahr laufen, bei der landwirtschaftlichen Bodenbearbeitung unbeabsichtigt zerstört zu werden. Und genau diese Bruten lassen sich schützen! Das Ziel des Gelegeschutzes ist es, die Gelege vor der Bodenbearbeitung zu schützen und damit einen wesentlichen Beitrag zu leisten, um den Bruterfolg von Kiebitzen zu erhöhen.

Der Kiebitzschutz im Kreis Soest erfolgt in Zusammenarbeit der Biologischen Station Kreis Soest (ABU) mit der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Soest, des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes e.V. (Kreisverband Soest), der Landwirtschaftskammer NRW (Kreisstelle Soest) sowie den beteiligten Landwirten vor Ort. Finanziell wird der Gelegeschutz von der Bezirksregierung Arnsberg mit 80% gefördert.

Mitarbeiter der Biologischen Station sprechen gezielt die Bewirtschafter von Flächen mit balzenden und brütenden Kiebitzen an und beraten sie zum Kiebitzschutz. Als Schutzmaßnahme werden die Nester gesucht und mit Markierungsstäben (Bambusstäbe mit Fahne) jeweils 5 Meter vor und hinter dem Nest markiert. Bei der anschließenden Bodenbearbeitung können die Landwirte die Nester sehen, sie umfahren und so schützen. Im Jahr 2017 konnten so 60 Nester markiert und geschützt werden. Spätere Kontrollen ergaben ein Schlupferfolg von über 50%, ein gutes Ergebnis! In einigen Fällen wurde befürchtet, dass durch die Markierungsstäbe Beutegreifer wie Fuchs oder Krähe angelockt werden könnten. Aus einer aktuellen Studie sowie langjährigen Erfahrungen aus dem Münsterland gibt es hierfür keine Hinweise (Galbraith 1987, Wietheger 2016, Zamecnik et al. 2017). Auch die durch den Nestbesuch verursachte Störung (Aufscheuchen der Altvögel, Aufhalten von Personen am Nest) hat nachweislich keinen negativen Einfluss auf das Brutgeschehen (Galbraith 1987, Fletcher et al. 2005). Wir haben uns immer so kurz wie möglich am Nest aufgehalten.

Ein Kiebitz brütet auf einem Maisstoppelfeld - das Nest ist durch Bodenbearbeitung gefährdet (Foto: C. Härting)Wird das Nest mit Markierungsstäben abgesteckt, kann der Landwirt es aussparen und so schützen (Foto: C. Härting)Die geschützen Nester haben Erfolg! Hier führt ein Altvogel die gerade geschlüpften Jungvögel (Foto: C. Härting)Eine Feldvogelinsel als weitere Schutzmaßnahme bietet den Kiebitzen und anderen Feldvögeln Nahrung und Versteckmöglichkeiten (Foto: C. Härting)Die Zusammenarbeit lohnt sich - der Mais wächst und der Kiebitz hat erfolgreich gebrütet, im Hintergrund eine Feldvogelinsel (Foto: C. Härting)

Als weitere Schutzmaßnahme können Landwirte auch einjährige Feldvogelinseln anlegen. Diese 0,5 bis 1 ha großen Flächen bleiben als Schwarzbrachen unbewirtschaftet und bieten gute Nahrungs- und Versteckmöglichkeiten für die Kiebitzküken. Auch die anderen Feldvögel und Tiergruppen profitieren von diesen Maßnahmen. Der Landwirt erhält hierfür eine Ausgleichszahlung.

Ähnliche Angebote können Landwirte mit dem fünfjährigen Vertragsnaturschutz nutzen. Ansprechpartner ist der Kreis Soest.

Auch in diesem Jahr wird der Gelegeschutz fortgesetzt. Wenn Sie Kiebitze auf Ackerflächen beobachten, wenden Sie sich gerne an Christian Härting und Natalia Jaworski.

Tel.: 02921/969 878-0 oder schreiben Sie eine Nachricht an
c.haerting@abu-naturschutz.de
n.jaworski@abu-naturschutz.de

 

Literatur

Fletcher, K., P. Warren & D. Baines (2005) Impact of nest visits by human observers on hatching success in Lapwings Vanellus vanellus: a field experiment. Bird Study 52 2: 221-223

Galbraith, H. (1987): Marking and visiting Lapwing Vanellus vanellus nests does not affect clutch survival. Bird Study 34: 137-138

Wietheger, F. (2016): Kann die Gelegemarkierung beim Kiebitz (Vanellus vanellus L.) die Lokalpopulation stärken? Bachelorarbeit an der Hochschule Osnabrück.

Zamecnik, V., V. Kubelka & M. Salek (2017): Visible marking of wader nests to avoid damage by farmers does not increase nest predation. Bird Conservation International, 1-9

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