Biologie und Lebensraum des Kiebitzes

Biologie und Lebensraum des Kiebitzes

Der Kiebitz ist ein typischer Bewohner nasser Wiesen und Weiden (Foto: B. Beckers)Kiebitze (Vanellus vanellus) sind typische Bewohner des Offenlandes. Sie sind Bodenbrüter und bebrüten ihr Gelege aus vier gut getarnten Eiern rund einen Monat. Die Kiebitzküken sind als Nestflüchter nach dem Schlupf schon weit entwickelt und weitestgehend selbstständig. Sie sind jedoch zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Beim Warnruf der Altvögel ducken sie sich und werden so fast unsichtbar. Derweil versuchen die Altvögel alles, was ihrem Nachwuchs gefährlich werden könnte, abzulenken und zu vertreiben. Besonders gut gelingt dies den Altvögeln mit tatkräftiger Hilfe anderer Kiebitze. Das Brüten in Kolonien erweist sich hierbei als großer Vorteil.

Der Kiebitz bevorzugt als Lebensraum flache und offene Flächen mit niedrigwüchsiger und lückiger Vegetation. Ursprünglich waren dies feuchte Wiesen und Weiden. Hier fand er auch für sich und seine Küken genügend Nahrung – Insekten, Würmer und andere Wirbellose. Der Nahrungsreichtum solcher Wiesen und Weiden und eine hohe Dichte an Kiebitzen brachten dem Kiebitz einen hohen Bruterfolg. Im Zuge der allgemeinen Veränderungen in der Landnutzung Europas verschlechterte sich auch die Situation für den Kiebitz und andere Wiesenvögel: Feuchtwiesen wurden trocken gelegt und werden heute häufig intensiv genutzt. Solche Flächen eigneten sich für den Kiebitz nicht mehr. Durch Intensivierung sind sie meist zu dicht und hoch aufgewachsen, die häufige Mahd stört sein Brutgeschäft und auf den trockenen Böden findet er nicht mehr genug Nahrung. Durch diese Maßnahmen gingen die Bestände stark zurück.

Viele Paare siedelten in der Folge auf Ackerstandorte um, besonders auf im Frühjahr noch nicht bestellte Äcker (z.B. Schwarz- und Stoppelacker). Der vegetationsfreie Boden dieser Äcker ist zu Beginn der Brutzeit für den Kiebitz hoch attraktiv. Doch wenn im Frühjahr die Felder bestellt und bearbeitet werden, bedeutet dies regelmäßig das Ende der Gelege. Zwar brüten Kiebitze dann erneut, doch auch dann ist der Erfolg nicht sicher. Zudem ist Insektennahrung auf vielen Äckern knapp. Die Elternvögel versuchen oft, ihre Jungen auf benachbarte Wiesen zu führen - wenn es die in der Nachbarschaft noch gibt. Die Bewirtschaftung und Nahrungsknappheiten verursachen also hohe Brutverluste. Der schlechte Bruterfolg sorgt langfristig für eine Bestandsabnahme, sowohl lokal als auch auf Landesebene.

Kiebitze gehören zu den ersten Heimkehrern im Frühjahr und fallen mit ihrem Balzflug auf (Foto: B. Beckers)Nasse Stellen und Offenboden sind atttraktive Nahrungsflächen (Foto: B. Beckers)Auf Flächen mit lückiger und niedriger Vegetation schreitet der Kiebitz zur Brut (Foto: B. Beckers)Auch die Kiebitzküken nutzen die nassen Flächen auf ihrer Nahrungssuche (Foto: B. Beckers)Der Großteil der Kiebitze brütet auf Äckern - dieses Nest wurde vor der Bearbeitung geschützt (Foto: N. Jaworski)

 

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