Nachrichten 2016

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Jahreshauptversammlung der ABU

Die diesjährige Hauptversammlung der ABU in der Lohner Mühle in Bad Sassendorf-Lohne war wieder sehr gut besucht: 75 Mitglieder und Gäste konnte Joachim Drüke, 1. Vorsitzender, begrüßen. In seinem Bericht über das Jahr 2015 ging er auf die wesentlichen Aktivitäten der ABU ein:

Der Vorstand tagte 8-mal. Die Herbstversammlung im November war sehr gut besucht. Das öffentliche Programm umfasste 24 Exkursionen und 5 Vorträge. Hinzu kamen zahlreiche weitere Exkursionen für angemeldete Gruppen. Höhepunkt der öffentlichen Veranstaltungen war das 25-jährliche Jubiläum der Biostation der ABU: Eine Feier, die – urteilt man nach den Reaktionen, die die ABU erhielt - sehr gut gelungen war. Weit mehr als 200 Gäste nahmen teil! Der sog. Ehrenamtsstammtisch diente der Vorbereitung praktischer Arbeiten und dem Austausch über naturkundliche und naturschützerische Themen.

Der Vorsitzende gab einen Überblick über die Vereinsaktivtäten:

  • Kartieren der Brutbestände der Saatkrähen
  • Erfassung von Kiebitzbrutplätzen, Schutzmaßnahmen auf noch nicht bestellten Äckern
  • Libellenkartierung
  • Pflege verletzter Vögel
  • Kartierung und Schutz der Eisvogelbruten im Kreis Soest
  • Maßnahmen für eine naturnahe Waldentwicklung in den Bachtälern des Arnsberger Waldes
  • Unterhaltung von Einrichtungen von "Naturerlebnis Auenland" in der Lippeaue
  • Kopfweidenpflege: knapp 300 Kopfweiden wurden geplegt, hauptsächlich in den Naturschutzgebieten
  • Amphibien: Schutz des Knoblauchkrötenvorkommens bei Lippstadt
  • Naturnahe Weiden: 90 bis 100 Rinder und 30 Pferde weiden auf ca. 300 ha in 4 Gebieten. Zaunpflege, Heuernte, das Kümmern um die Tiere und vieles mehr wären ohne die Mithilfe Vieler nicht machbar.
  • Schutzmaßnahmen für die in Westfalen stark gefährdete Gelbbauchunke im Muckenbruch und auf dem Kleiberg südlich von Soest
  • Stellungnahmen zu Eingriffen in Natur und Landschaft
  • Umsetzung der Mediationsvereinbarung Windkraft-Repowering in der Hellwegbörde
  • Kinder- und Jugendgruppe
  • Windparkplanungen: Die ABU unterstützt die Klage des NABU gegen einen geplanten Windpark auf der Haar bei Heddinghausen, weil die Genehmigung den Artenschutz und das Vogelschutzgebiet Hellwegbörde nicht genügend berücksichtigt, zudem wurde die Genehmigung rechtswidrig ohne eine Umweltverträglichkeitsprüfung erteilt. Aktuell wird unter der Leitung des Verwaltungsgerichtes Arnsberg der Versuch unternommen, einen Vergleich zu erreichen.

Die Biologische Biostation Soest, deren Träger die ABU ist, hat mit sich mit ihrem professionellen Personal, unterstützt durch viele Freiwillige, wieder um zahlreiche Naturschutzprojekte gekümmert:

  • Im Auftrag der unteren Landschaftsbehörde des Kreises Soest, gefördert durch die Bezirksregierung Arnsberg, wurden 29 Schutzgebiete betreut.
  • Zahlreiche Verträge für Brachestreifen und andere Maßnahmen konnten für eine Verbesserung der Lebensräume des Vogelschutzgebietes Hellwegbörde eingeworben werden. Grundlage hierfür ist die Hellwegbördevereinbarung.
  • Das Buch "NATURA 2000 und naturnahe Beweidung" wurde fertiggestellt, verfasst von einem Autorenteam unter Leitung der ABU. 
  • Eine Studie „Wasserhaushalt Lippeaue“ bewertet die Ist-Situation und macht zahlreiche Maßnahmenvorschläge, die in 2016 auf Umsetzbarkeit überprüft werden.
  • Im Muckenbruch bei Bad Westernkotten wurden weitere Bereiche wiedervernässt.
  • Die ABU ist Projektpartner bei "LIFE Lippeaue Hamm" (abgeschlossen) und "LIFE Möhneaue" (nahezu abgeschlossen): Aufgaben der ABU waren die Mitwirkung bei der Maßnahmenplanung, die Erfolgskontrollle (Schwerpunkte Vegetation, Fische, an der Lippe auch Libellen) sowie Monitoring und Mitwirkung bei der Öffentlichkeitsarbeit.
  • An der Erstellung eines LIFE-Antrags „Schledden und Bäche in der Hellwegbörde“ durch den Kreis Soest war die ABU intensiv beteiligt
  • Für ein gepl. LIFE-Projekt „Sandlandschaften“ in Norddeutschland hat die ABU Maßnahmen im Kreis Soest entwickelt, insbesondere für die Knoblauchkröte bei Lippstadt
  • Weidelandschaft Kleiberg: Das Projekt zur Einrichtung der Weidelandschaft ist erfolgreich abgeschlossen.
  • Der Horstschutz für Wiesen- und Rohrweihen wurde wie in den vergangenen Jahren fortgeführt.
  • Für die Bördebäche erstellte die ABU im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie ein Gutachten im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg, das die bestehenden Defizite der Fischfauna analysiert und viele Informationen und Anregungen enthält.
  • Die Wirkungen der Renaturierung der Lippe und ihrer Aue wurden im Auftrag der Bezirksregierung weiter verfolgt. Schwerpunkte sind die Fischfauna und die Unterwasservegetation.
  • Im Bereich des Feuerbornaltarms in der Lippeaue westlich von Lippborg hat die ABU in Abstimmung mit dem Lippborger Angelverein Maßnahmen zur Wiederherstellung der Fischdurchgängigkeit zwischen Lippe und Meerbach geplant. Die Maßnahme, unterstützt mit Mitteln der Wasserwirtschaft und der Deutschen Umwelthilfe DUH ist inzwischen nahezu fertiggestellt.
  • Für das Projekt "Naturschätze Südwestfalens" wurden für die Schutzgebiete zahlreiche Kurzfilme erstellt. Sie sind auf der Website und mit der Handy-App abrufbar.

Der Vorsitzende gab einen kleinen Ausblick auf Aktivitäten im Jahr 2016:

Die ABU wird wieder eine kreisweite Kiebitzkartierung durchführen. Zahlreiche Freiwillige werden sich beteiligen. Die Kartierung lässt sich sehr gut mit den Schutzbemühungen für den Kiebitz verknüpfen. Diese Schutzmaßnahmen werden vom Westfälisch-lippischen Landwirtschaftsverband und der Landwirtschaftskammer unterstützt. Eine Informationsveranstaltung des Landwirtschaftsverbandes und der Landwirtschaftskammer am Vortag war sehr gut besucht und verlief sehr erfreulich.
Auch im Jahr 2016 werden Freiwillige der ABU die Brutvorkommen der Saatkrähe im Kreis kartieren.
Die Umsetzung des Maßnahmenplans für das Vogelschutzgebiet Hellwegbörde ist noch unbefriedigend. Die Aktivitäten und die personellen Kapazitäten müssen dringend verbessert werden, um den anhaltenden Rückgang zahlreicher Vogelarten aufzuhalten.
Der Vorsitzende ging auf viele, teils sehr unerfreuliche Gehölzarbeiten entlang von Straßen ein: Der Eindruck ist, die große Holzernte sei angesagt. Viele Rodungen, so z.B. der vielen prächtigen Eschen in Neuengeseke, sind jedenfalls in ihrem Umfang mit der Verkehrssicherungspflicht kaum begründbar.
In Waldgebieten, die als FFH-Gebiete europäische Schutzgebiete sind, wird die ABU sich an der Erstellung von Konzepten beteiligen, die notwendige Maßnahmen für eine gute Entwicklung aufzeigen sollen.
Das neue Exkursionsprogramm wird derzeit erstellt.

Der Vorsitzende dankte den zahlreichen freiwilligen Helfern, den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Praktikanten, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bzw. eines Freiwilligen Ökologischen Jahres sehr für Ihre Arbeit. Großer Dank gilt auch den Vorstandsmitgliedern.
Ohne die Unterstützung durch das Land NRW, vertreten insbesondere durch die Bezirksregierung Arnsberg, und ohne die Unterstützung durch den Kreis Soest, insbesondere durch die untere Landschaftsbehörde, wären sehr viele Projekte ebenfalls nicht möglich gewesen. Ein großer Dank geht auch an die Nordrhein-Westfalen-Stiftung, an die Deutsche Umwelthilfe und an die Stiftung Natur im Kreis Soest. Auch die zahlreichen Spenden haben die Naturschutzarbeit der ABU sehr unterstützt.

Nach dem Bericht des Vorsitzenden trug Jürgen Bergmann seinen Kassenbericht vor. Die Kassenprüfer bescheinigten eine ordnungsgemäße Kassenführung. Der Vorstand wurde anschließend ohne Gegenstimme entlastet.

Um 20.15 Uhr folgte der öffentliche Teil des Abends.
Dr. Martin Sorg, Zoologe aus Krefeld, berichtete über ein sehr aktuelles und viel diskutiertes Thema des Naturschutzes: "Erst sterben die Bienen - und dann?". Die mehr als 30-jährige Forschungsarbeit lieferte mit einem phantastischen Datenmaterial einen fundierten und gleichzeitig erschreckenden Eindruck vom dramatischen Rückgang der Insekten in unserer Umwelt. Hierüber werden wir gesondert berichten.

Anschließend gab Olaf Zimball einen aktuellen Überblick über die Verbreitung des Bibers im Kreis Soest. Thomas Auer informierte über das Vorkommen der Knoblauchkröte im Kreis Soest und die laufenden Schutzbemühungen für die letzten Vorkommen.

Es war schon nach 22.00 Uhr, als der Vorsitzende eine sehr interessante und sehr gut besuchte Jahreshauptversammlung beendete.

Joachim Drüke

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