Nachrichten 2016

Nachrichten 2016

Ausgangsrassen

Die Ausgangsrassen

 Heckrind

 Das Heckrind ist das Resultat des ersten Versuchs, ein Abbild des Auerochsen aus Hausrindern zu züchten. Von den 1920er bis 1940er Jahren wurde es von den Brüdern Heinz und Lutz Heck, damals jeweils Zoodirektoren in München und Berlin, geschaffen. Die von Heinz Heck verwendeten Rassen, auf dessen Zuchtlinie sämtliche heutigen Heckrinder zurückgehen, umfassten Korsisches Rind, Schottisches Hochlandrind, Ungarisches und Podolisches Steppenrind, Anglerrind, Schwarzbuntes Niederungsrind und andere. Das Resultat war zwar ein gegen Krankheiten und Kälte robustes Rind, doch aufgrund der Zuchtgeschichte der Rasse mit eher groben Selektionskriterien ist das Heckrind heute sehr heterogen bezüglich Farbe, Hörner und Körperform. Des Weiteren unterscheidet es vom Auerochsen grundsätzlich in der vergleichsweise geringen Größe, dem kurzen Schädelbau und den aufrechten, zu wenig nach innen weisenden Hörnern. Auch ist der Unterschied zwischen Bulle und Kuh in Fellfarbe und Größe in der Regel zu gering ausgeprägt. Die von der ABU Anfangs der 1990er Jahre angekauften Heckrinder, welche die Basis der Taurusrinderzucht darstellten, stammten fast alle aus der Zuchtlinie des Wildgeheges Neandertal. Die Tiere aus dieser Zucht zeichnen sich vor allem durch eine gute Fellfarbe und gute Hörner mit nützlicher Krümmung und Größe aus. Letzteres Merkmal geht höchstwahrscheinlich auf eine in den 1950ern eingekreuzte Watussi-Kuh zurück, deren Vermächtnis sich in teilweise auftretenden sehr großhornigen Heckrindern zeigt. Zusätzlich zu Heckrindern aus dem Neandertal verwendeten wir noch einen Bullen und eine Kuh aus dem niederländischen Reservat Slikken van Flakkee.

Sayaguesa

Sayaguesa ist eine Rinderrasse aus der spanischen Zamora-Region. Sie zeichnet sich durch viele für die Abbildzüchtung nützliche Merkmale aus, wie etwa die Körpergröße. Kühe erreichen eine Schulterhöhe von rund 155 Zentimetern, Bullen etwa 160 Zentimeter oder mehr. Der hochbeinige Körperbau verfügt über eine kräftige Schulterpartie. Auch weisen viele Exemplare den für den Auerochsen typischen länglichen Schädelbau auf. Die Hörner weisen meist nach vorne, jedoch drehen sich bei vielen Kühen dieser Rasse die Hornspitzen leierförmig nach außen. Einzelne Exemplare, wie etwa unsere altgediente Kuh Dona-Urraca, zeigen jedoch noch eine der Wildform entsprechende deutlich nach innen geschwungene Hornform.

Sayaguesa sind fast immer wildfarben, allerdings mit einem stark reduzierten Geschlechtsdimorphismus. Die meisten Kühe sind ebenso schwarz gefärbt wie die Bullen. Allerdings gibt es immer noch Vertreterinnen dieser Rasse, die braune Schattierungen im Fell und damit farblichen Geschlechtsdimorphismus aufweisen. Wir haben uns bemüht, solche Exemplare für die Zucht zu bekommen. Die Sayaguesa-Kuh Julia in der Lippeaue ist ein Beispiel für eine Ur-typisch braun gefärbte Sayaguesa.

Die über zwanzig Jahre dauernde Verwendung dieser Rasse in der extensiven ganzjährigen Beweidung in der Lippeaue haben gezeigt, dass sie mit dem Klima Deutschlands anscheinend bestens klar kommt.

Sayaguesa hat sich nach langjähriger Zucht aufgrund ihrer vielen Auerochsen-artigen Merkmale als eine für die Zucht sehr nützliche Rasse herausgestellt. Mittlerweile ist sie zu der im Stammbaum der heutigen Taurusrinder in der Lippeaue am häufigsten vertretenen Ausgangsrasse geworden.

Chianina

Diese italienische Rasse ist die größte Rinderrasse der Welt. Bullen können eine Widerristhöhe von 180, Kühe von 160 Zentimetern erreichen. In der Regel sind Chianina schlank und hochbeinig gebaut und verfügen als Fleischrinder über eine kräftige Muskulatur. So offensichtlich die Vorteile dieser Rasse für die Abbildzucht sind, so sind es auch die Nachteile: die Hörner sind sehr klein, und die Rasse verfügt über mehrere Farb-Aufhellungsgene, die teilweise rezessiv sind. Dennoch hat sich die Verwendung dieser Rasse bewährt: die Kreuzungstiere behalten meist den hochbeinigen Körperbau und es war ein merklicher Größenzuwachs gegenüber dem Heckrind zu verzeichnen.

Chianina stehen im Ruf, Probleme mit harschem Wetter und kalten Temperaturen zu haben. Allerdings hat die Ganzjahresbeweidung mit dieser Rasse in der Lippeaue das Gegenteil bewiesen. Chianina können, obwohl ihr Winterfell kürzer als etwa das der meisten Heckrinder ist, problemlos das ganze Jahr im Freien überwintern.

Toro de Lidia

Toro de Lidia, oder Lidia, ist das Spanische Kampfrind. Viele ursprüngliche Vertreter dieser Rasse sehen dem Auerochsen sehr ähnlich, besonders in Hinblick auf die athletische Körperform. Dennoch haben wir diese Rasse mit durchwachsenem Erfolg eingesetzt. So blieben die Kreuzungstiere etwa klein, auch hat sich der athletische Körperbau des Kampfrinds nicht so stark vererbt wie erhofft. Jedoch zeigten etliche dieser Kreuzungsresultate sehr nervöses oder aggressives Verhalten und waren schwierig im Umgang. Da sie sehr scheu waren, Deshalb haben wir den Einfluss von Lidia im Genpool der Herde in den letzten Jahren ausgedünnt. In unseren Herden finden sich die Nachkommen von drei Lidias.

Die von uns verwendeten Kampfrind-Kühe kamen mit dem Klima Deutschlands stets gut zurecht.

Larissa hat ein Weihnachtskälbchen

Februar, März und April sind die Monate, in denen die nachgemachten Auerochsen der ABU ihre Kälber bekommen - so wie es auch bei den anderen großen Säugern in unseren Breiten üblich ist. Larissa konnte es wohl nicht abwarten und hat das erste Kälbchen in dieser Saison bekommen - zwei Tage vor Weihnachten. Der Termin ist eigentlich zu früh, aber unproblematisch. Larissa ist gut im Futter und hat ausreichend Milch, so dass selbst ein harter Winter für das Kälbchen kein Thema ist. Larissa und ihr Kalb sind regelmäßig an der Futterhütte in der Klostermersch (Benninghausen, Schelhasseweg) zu sehen.
Larissa ist die Mutter des neuen Kälbchens in der Klostermersch. (Foto: M. Scharf)

Bezirksregierung unterstützt die Arbeit der Biologischen Station

Die sieben Biologischen Stationen im Regierungsbezirk Arnsberg erhielten von Dagmar Schlaberg (3. von rechts) Förderbescheide (Foto: Bernd Stemmer)Schon Tradition hat ein vorweihnachtliches Treffen der sieben Biologischen Stationen im Regierungsbezirk Arnsberg mit der Bezirksregierung Arnsberg. Anlass ist die Überreichung von Förderbescheiden für die Arbeit der Biologischen Stationen im nächsten Jahr. In Vertretung von Abteilungsleiter Bernd Müller übernahm Hauptdezernentin Dagmar Schlaberg von der Höheren Naturschutzbehörde diese Aufgabe. In einem ausführlichen Gespräch hatten die Biologischen Stationen Gelegenheit, über Aktuelles aus ihrer Arbeit zu berichten.

Die ABU-Biologische Station Soest erhielt zwei Förderbescheide. Der Weihenschutz kann in bewährter Form weitergeführt werden. Auch die Betreuung von Schutzgebieten kann im Kreis Soest fortgesetzt werden. Zusätzlich werden wir 2017 Betreuungsaufgaben in der Hammer Lippeaue östlich von Hamm übernehmen. (B. Beckers)

Feuerzeichnen

Die Jugendgruppe der ABU versuchte sich jetzt in einer speziellen Form der Fotografie. Mit Papier und Sisalschnur wurden kurze Hölzer umwickelt und dann mit Wachs getränkt. Das Wachs war zuvor in einem alten Topf am Lagerfeuer geschmolzen. Wenn die Fackeln brennen, kann man mit längerer Belichtung und etwas Probiererei schöne Fotos bekommen, wie sie unten zu sehen sind. (M. Scharf)

 Eines der Kunstwerke zeigt eine 8 (M. Scharf)Mit Viel Spaß bei der Sache (M. Scharf)Einem der jungen Naturfreunde gelang dieser Feuerkreis (M. Scharf)Ein weiterer Kries (M. Scharf)Eine tolle Aktion! (M. Scharf)

Erfolgreiche Weihnachtsbaumaktion

Mehr Öko beim Weihnachtsbaum geht nicht! Die Weihnachtsfichten der ABU wurden in den Bachauen der Großen Schmalenau im Arnsberger Wald geschlagen und machen dort Platz für lichte Auwälder aus Erlen und Eichen. Als Weihnachtsbäume gegen eine kleine Spende werden sie an Interessierte verteilt. Der Erlös fließt zurück in Naturschutzprojekte in den Bachauen im Arnsberger Wald.

Der Andrang war entsprechend groß. Schon eine halbe Stunde vor dem offziellen Start fanden sich viele an der Mühle in Lohne ein, um einen schönen Weihnachts-Öko-Baum zu ergattern. Glüwein, Waffeln und Plätzchen gab es obendrauf. Und so war auch die dritte Wiehnachtsbaumaktion wieder ein voller Erfolg.

Großer Dank gilt den zahlreichen Freiwilligen in der ABU, die zum Gelingen beigetragen haben! Unser Dank gilt auch dem Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald, das uns die Entnahme der Bäume gestattete. (J. Drüke)

Hochbetrieb bei der Weihnachtsbaumaktion der ABU. (Foto: J. Drüke)"Der Frühe Vogel fängt den Wurm" dachten sich wohl viele und waren schon früh zur Lohner Mühle gekommen. (Foto: J. Drüke)Ein Baum nach dem anderen verließ das Gelände vor der Mühle (Foto: J. Drüke)Das Prachtstück erfreut die neuen Besitzer. (Foto: J. Drüke)Jeder Baum ein kleiner Beitrag für naturnahe Bachtäler im Arnsberger Wald. (Foto: J. Drüke)Das Bessere ist der Feind des Guten! Und so wurde hier und da noch Hand angelegt. (Foto: J. Drüke)Die Transportmethoden waren vielfältig: Kofferraum, Fahrrad, zu Fuß oder eben auch mit dem Bollerwagen. (Foto: J. Drüke)Selbstverständlich wurde auf Tranportsicherheit größten Wert gelegt. (Foto: J. Drüke)... und ab geht's. (Foto: J. Drüke)Ein Prachtexemplar, mit dem man sich zuhause sehen lassen kann. (Foto: J. Drüke)Die Qual der Wahl. (Foto: J. Drüke)Vom Fachmann gut verpackt, Weihnachten kann kommen. (Foto: J. Drüke)Das ist er! (Foto: J. Drüke)Na ja - der ABU-Vorsitzende war wohl etwas spät dran bei seiner Suche nach dem Optimum. (Foto: Birgit Beckers)Lecker! (Foto: J. Drüke)Auch hübsche Bonsai-Weihnachtsbäume waren im Angebot. (Foto: J. Drüke)Und dies war der Kleinste im Angebot - Dagmars Liebling! (Foto: J. Drüke)Ein großer Dank gilt allen Helfern! (Foto: J. Drüke)

Weihnachtsbäume bei der ABU

Impressionen von der Weihnachtsbaumaktion des VorjahresWie schon in den vergangenen zwei Jahren, werden auch in diesem Jahr bei der ABU wieder Weihnachtsbäume gegen eine kleine Spende abgegeben. Die diesjährige Aktion findet am Samstag den 17.12.2016 ab 10:00 Uhr bei der ABU, Teichstr. 19 in Bad Sassendorf-Lohne statt und dauert solange der Vorrat reicht.

Bei den Bäumen handelt es sich um unbehandelte Fichten direkt aus dem Arnsberger Wald. Dort werden sie aus dem Bachtal der Großen Schmalenau entnommen, damit sich ein naturnaher Erlenauwald gut entwickeln kann. Durch den "Erwerb" einer solchen "Weihnachtsbaumfichte" kann man das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Der Erlös dieser Spendenaktion fließt direkt wieder in den Naturschutz im Arnsberger Wald.

Bei Glühwein, heißem Apfelsaft und Plätzchen kann man sich über diesen Aspekt des Naturschutzes sowie über die Arbeit der ABU im Allgemeinen informieren.

Freie Plätze in der ABU-Kinder- und Jugendgruppe

Die Kindergruppe der ABU trifft sich jeden ersten Freitag im Monat nachmittags ab 15.30 Uhr, die Jugendgruppe jeden dritten Freitag um 16.00 Uhr Es gibt die unterschiedlichsten Aktivitäten vom Kopfweidenpflanzen, Steilwände abstechen, Bastelarbeiten, Lagerfeuer etc.. Dazu geht es in das Pöppelschetal, die Hellinghauser Mersch und viele andere spannende Gebiete, wo z.B. Molche, Vögel und andere Tiere beobachtet werden können.  Seit über 15 Jahren gibt es die Gruppe und mehrere Generationen von Kindern und Jugendlichen hatten schon viel Spass in ihr. Nun sind für Nachrücker einige Plätze freigeworden. Wer Interesse hat, kann sich unter abukids@abu-naturschutz.de melden.

Die Jugendgruppe untersucht Eulengewölle.Die Jugengruppe untersucht während einer Exkursion Insekten.Auch die Wildpferde werden besucht.Eine weitere Aktivität: Das Abstechen von Steilwänden.Kinder und Jugendliche beim Weidenzelte bauen.

Auch Lagerfeuer gehören zu den Unternehmungen.

ABU-Herbstversammlung

Rund 75 Mitglieder und Gäste konnte ABU-Vorsitzender Joachim Drüke am Freitag, dem 25.11.2016, in Lohne zur traditionellen Herbstverammlung begrüßen. In seinem Rückblick auf die Arbeit des letzten halben Jahres ging er auf neue Naturschutzprojekte ein, die die ABU auf den Weg gebracht bzw. vorbereitet hat. Die Themen sind Bäche und Flüsse, Fische, der Schutz seltener Pflanzen, Waldnaturschutz und Maßnahmen für seltene Amphibienarten. Das Einwerben von Naturschutzverträgen mit Landwirten in der Hellwegbörde hat gut geklappt. Erfreulich ist auch, dass der Kreis Soest mit Förderung durch das Land NRW eine Projektstelle für den Vertragsnaturschutz in der Hellwegbörde einrichten konnte. Solche Verträge sind auch dringend nötig, weil der Brutbestand von Wiesen- und Rohrweihen in diesem Jahr sehr niedrig war. Allen Landwirten, die sich an den Naturschutzmaßnahmen beteiligen, gilt unser Dank!
In den betreuten Naturschutzgebieten hat die ABU in diesem Herbst bereits 139 Kopfweiden gepflegt. Weitere 150 sollen es in diesem Winter noch werden.

Natalia Jaworski gab einen Überblick über die Ergebnisse der diesjährigen kreisweiten Kiebitzkartierung. Der Brutbestand ist leider weiter gesunken. Die begleitenden Schutzmaßnahmen für Kiebitzgelege müssen noch verbessert werden. Die Vorbereitungen dafür laufen.

Dr. Ralf Joest gab einen Überblick über die Rückkehr einer verschwundenen Libellenart: die Grüne Flussjunger Ophiogomphus cecilia. Sandige und mindestens teilweise besonnte Flussufer findet sie inzwischen wieder an der Lippe. Die Renaturierungsmaßnahmen, aber auch andere Einflüsse haben ihre Wiederausbreitung begünstigt..

Den Hauptvortrag des Abends, "Kraniche - Vögel des Glücks", präsentierte der Ornithologe Michael Jöbges, Leiter der Arbeitsgruppe Kranichschutz NRW. Sehr schöne Bilder, viele Fakten über unsere heimischen Kraniche und die Kranicharten weltweit, die neuesten Entwicklungen der Brutbestände und Zugwege unseres Grauen Kranischs begeisterten die Zuhörer. Und die Aussichten stehen nicht schlecht für einen der beeindruckendsten heimischen Vögel: Vielleicht schreiten sie ja auch bald im Kreis Soest zur Brut. Immerhin gab es in NRW in diesem Jahr schon 16 Brutpaare.

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