Nachrichten 2015

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ABU-Vorstand: Bekannte und Neue

Joachim Drüke wurde als 1. Vorsitzender wiedergewählt.Mit 70 Teilnehmern, davon 57 ABU-Mitglieder, war die diesjährige Jahreshauptversammlung am 27. März wieder sehr gut besucht. Es standen Wahlen an. Dies ist der neue Vorstand: Joachim Drüke (1. Vorsitzender), Dr. Thomas Auer (2. Vorsitzender) und Jürgen Bergmann (Geschäftsführer) bilden für die nächsten zwei Jahre den geschäftsführenden Vorstand. Im erweiterten Vorstand sind Jürgen Behmer, Dr. Henning Vierhaus, Dunja Heinrich, Dr. Dieter Hegemann, Peter Roffmann und Christian Härting. Die einzige Gegenstimme des Abends erntete Heiterkeit: Denn Holde Vierhaus konnte ihren Mann, der sich nun seit über vier Jahrzehnten für den Naturschutz im Kreis Soest engagiert, mit ihrer Gegenstimme auch diesmal nicht davon abbringen.

Joachim Drüke berichtete über das Jahr 2014:
Der Vorstand tagte neunmal. Für Austausch, Diskussion und Information sorgten eine gut besuchte Herbstversammlung, 24 öffentliche Exkursionen und 7 öffentliche Vorträge. Der Ehrenamtsstammtisch – jeden dritten Donnerstag im Monat – bereitete praktische Aktionen und Kartierungen vor und erwies sich wieder als eine gute Einrichtung für die Kommunikation im Verein.
Die Liste der freiwilligen („ehrenamtlichen“) Vereinsaktivitäten ist lang, hier einige Beispiele: kreisweite Kartierung der Saatkrähenbruten, Mithilfe bei der Erfassung von Kiebitzbrutplätzen auf Äckern, Libellenkartierung, praktische Arbeitseinsätze in den Bachtälern des Arnsberger Waldes, Pflege und Unterhaltung der Beobachtungs- und Infopunkte von „Naturerlebnis Auenland“, Kopfweidenpflege, Gehölzpflege in den Ahsewiesen, Schutzmaßnahmen für Amphibien und die Beteiligung an Planungen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Eine sehr erfolgreiche Weihnachtsbaumaktion war nicht nur gute Öffentlichkeitsarbeit, sondern sorgte auch für weniger Fichten im Naturschutzgebiet Arnsberger Wald, mehr Öko in weihnachtlichen Wohnungen und ein ansehnliches Spendenaufkommen.
Viele Stellungnamen zu Eingriffen in Natur und Landschaft wurden verfasst. Zwei Klagen des NABU NRW gegen Genehmigungen für Windkraftanlagen werden von der ABU unterstützt. Die zeitaufwendigen Gespräche für eine Vereinbarung zur künftigen Planung des anstehenden Repowerings von älteren Windkraftanlagen im Bereich des Vogelschutzgebietes Hellwegbörde konnten Anfang dieses Jahres abgeschlossen werden: Nun soll gemeindeweise und frühzeitig überlegt werden, wie ein Repowering (weniger Anlagen, mehr Energieerzeugung) so gestaltet werden kann, dass die Natur nicht unnötig Schaden nimmt.
Ein neues ABUinfo liegt druckfrisch vor und wird in Kürze an die Mitglieder versandt.
Lang ist auch die Liste der Aktivitäten und Projekte der „Biologischen Station Soest“, die von der ABU getragen wird; hier ist ein Auszug wichtiger Aktivitäten:
-    Im Jahr 2014 wurden 30 Schutzgebiete im Kreis Soest betreut.
-    Das LIFE-Projekt „Bachtäler im Arnsberger Wald“ wurde erfolgreich beendet. Die Flächen werden von der ABU weiter betreut. Der nächste Arbeitseinsatz der ABU-Freiwilligen ist am 18. April dieses Jahres.
-    Der Vogelschutzmaßnahmenplan Hellwegbörde, den das Landesamt Ende des Jahres aufgestellt hat, hat viel Engagement erfordert. Nun gilt es, ihn umzusetzen.
-    Der Vertragsnaturschutz mit Landwirten in der Hellwegbörde wurde fortgesetzt.
-    In Arbeit ist ein neuer Weideleitfaden für naturnahe Beweidung: Er wird sich intensiv mit den Möglichkeiten und Grenzen naturnaher Beweidung in FFH- und Vogelschutzgebieten befassen. Unter Leitung der ABU arbeitet daran ein großes, deutschlandweites Expertenteam.
-    Im Muckenbruch bei Bad Westernkotten konnten einige Entwässerungsgräben wieder angestaut werden. Das Niedermoorgebiet bei Bad Westernkotten wird nun noch wertvoller für seltene Tiere und Pflanzen.
-    Die ABU ist Projektpartner in den LIFE-Projekten „Lippeaue Hamm“ (Träger ist die Stadt Hamm) und „Möhneaue“ (Träger ist der Kreis Soest). Unsere Aufgaben sind die fachliche Beratung, die Planung bestimmter Maßnahmen und wesentliche Teile der Erfolgskontrolle.
-    Die Arbeiten zur Einrichtung der Weidelandschaft Kleiberg sind weit fortgeschritten.
-    Die Bruten von Wiesen- und Rohrweihen in den Feldlandschaften wurden kartiert und konnten dank Mithilfe zahlreicher Landwirte geschützt werden.
-    Im Auftrag des Wasserdezernates der Bezirksregierung Arnsberg wurde die Fischfauna der Bördebäche untersucht und bewertet.
-    Die ABU untersuchte die Wirkungen der Renaturierungsprojekte in der Lippeaue westlich von Lippstadt im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg.
-    90 Rinder und 30 Pferde weiden in den ABU-eigenen Beweidungsprojekten der Lippeaue und auf dem Kleiberg und werden von der ABU betreut.
-    Die ABU beteiligt sich an einem Projekt zur Rettung der Knoblauchkröte in Westfalen. Zwei Vorkommen bei Lippstadt sind im Kreis Soest bekannt.

Der Vorsitzende warf einen kurzen Blick auf das aktuelle Naturschutzgeschehen:
Die ABU begrüßt, dass die geplante Novelle des nordrheinwestfälischen Jagdgesetzes die Zahl jagdbarer Arten reduzieren soll, den Einsatz bleihaltiger Munition einschränken soll und die Jagd in Naturschutzgebieten stärker an den Schutzzielen des jeweiligen Gebietes ausrichten will. Allerdings ist zu befürchten, dass diese Ziele im weiteren Gesetzgebungsverfahren stark verwässert werden. Kritisch sieht der ABU-Vorstand den Umgang mit Reh, Rothirsch und Sikawild unter dem Motto „Wald vor Wild“. Wünschenswert wären kürzere statt längere Jagdzeiten. Das Ziel, das Sikawild im Arnsberger Wald zum vollständigen Abschuss freizugeben, hält der ABU-Vorstand nicht für richtig. Diese Tierart ist zwar hier ursprünglich nicht heimisch, ist inzwischen jedoch seit mehr als hundert Jahren hier etabliert, ist die einzige hirschartige Tierart, die der Besucher des Arnsberger Waldes auch mal zu Gesicht bekommt und ist obendrein in ihrer asiatischen Heimat durch Lebensraumzerstörung sehr bedroht. Dass in unseren genutzten Wäldern der Wildbestand auch daran auszurichten ist, dass sich der Wald verjüngen kann, ist selbstverständlich. Aber: Pflanzenfresser und ihr Wirken gehören zum Ökosystem Wald, und nicht ständig und überall muss Naturverjüngung möglich sein, um den Wald zu erhalten. Es wäre für die Erholung suchenden Menschen im Naturpark Arnsberger Wald sehr schön, wenn sie die Chance hätten,  Rothirsch und Co. auch mal zu Gesicht zu bekommen. Wir wünschen uns einen klugen Umgang mit den Vierbeinern, insbesondere auch dem Rotwild, ausgerichtet an den aktuellen wildbiologischen Erkenntnissen. Unseres Erachtens bieten z.B. die Bachtäler und die nutzungsfreien sog. Wildnisgebiete die Chance, jagdfreie Bereiche zu etablieren um hier die Scheuheit der Tiere zu reduzieren.
Für die bedrohten Vogelarten in der Hellwegbörde ist in diesem Jahr die Umsetzung des Vogelschutzmaßnahmenplans vordringlich.

Ein Blick in die Natur: Es ist Frühling! Für vogelkundlich Interessierte lohnen sich derzeit besonders die Beobachtungspunkte in der Disselmersch, Im Winkel und in den Ahsewiesen. Es ist sehr erfreulich, wie gut die Hütten, die die ABU im Rahmen von „Naturerlebnis Auenland“ errichtet hat, angenommen werden.

Am 18. April findet in den Bachtälern des Arnsberger Waldes wieder ein Arbeitseinsatz statt. Wer Interesse hat mitzuwirken, sollte sich in der ABU-Geschäftsstelle bzw. beim Vorsitzenden per E-Mail oder telefonisch melden.
Das neue Exkursionsprogramm wird in kürze erscheinen und zusammen mit dem neuen ABUinfo verschickt.

Großer Dank gilt den Mitarbeitern der ABU, hauptamtlich und ehrenamtlich, und den Vorstandsmitgliedern. Ohne deren Engagement wäre die vielen Aktivitäten und Projekte für die heimische Natur nicht möglich.

Zum Schluss des Berichtes gab es noch ein Jubiläum zu verkünden: Die Biologische Station Soest der ABU wird 25 Jahre alt! Nach den Sommerferien wird es eine Feier geben.


Der Kassenbericht des Geschäftsführers Jürgen Bergmann bot wie immer keine Aufreger. Die Kassenprüfer bestätigten denn auch eine ordnungsgemäße Kassenführung, und so stand der Entlastung des Vorstands nichts im Wege.


Auf die Formalitäten der Mitgliederversammlung folgten die Vorträge.

Tatsächlich gibt es ein weiteres Jubiläum: Die Kinder- und Jugendgruppe der ABU wird in diesem Jahr 15 Jahre alt! Linea Avermiddig, Lea Lützeler, Richard Gille und Toni Krane blickten mit einem witzigen Bildervortrag auf diese Zeit voll spannender Aktionen und auch mehrtägiger Fahrten zurück.

Dr. Ralf Joest stellte das geplante LIFE-Projekt „Bäche und Schledden in der Hellwegbörde“ vor. Die ABU erarbeitet derzeit den Antrag. Träger des Projektes wird der Kreis Soest sein.

Birgit Beckers gab einen Einblick in das Projekt „Naturschätze Südwestfalens“, das von Petra Salm federführend betreut wird. Das Projekt geht in diesem Jahr auf die Zielgerade, ein Naturführer in Taschenbuchform zu 50 Naturschätzen in Südwestfalen (Kreis Soest, Märkischer Kreis, Hochsauerlandkreis, Kreis Olpe und Kreis Siegen-Wittgenstein) ist bereits produziert und bei der ABU zum Preis von 12,95 Euro erhältlich. In diesem Jahr folgen weitere hilfreiche Produkte wie eine Website und eine Handy-app. Derzeit wird zu jedem der 50 Naturschätze eine kleine Filmsequenz produziert, die in den digitalen Medien mehr Lust auf einen Besuch des jeweiligen Gebietes machen wird.

Den Höhepunkt des Abends hielt Kristian Mantel für uns bereit. „Westfalen von oben – Vielfalt und Wandel“ erwies sich als überaus eindrucksvoller, spannender und kenntnisreicher Blick auf unsere Landschaft. Mit Gleitschirm und Rucksackmotor hat Kristian Mantel die Greifvogelperspektive eingenommen und von oben den Zustand unserer Landschaft dokumentiert. Aber nicht nur das, mit seinem Wissen aus der Naturschutzpraxis in der Biologischen Station Münsterland wusste er die Bilder faktenreich zu kommentieren. So vermittelte der Vortrag auch eine nüchterne und eindrucksvolle Auseinandersetzung über die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung und über die Begrenztheit unserer Bemühungen, kleine Inseln der Naturnähe zu erhalten oder zurück zu gewinnen.

Joachim Drüke

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