Nachrichten 2014

Nachrichten 2014

Insekten in der Hellinghauser Mersch

Die Baldrianfluren in der Hellinghauser Mersch sind ein Paradies für Insekten (H. Vierhaus)Große Bereiche der Lippeauen im Kreis Soest sind heute Naturschutzgebiet. Auf diesen Flächen, z. B. der Hellinghauser Mersch bei Lippstadt, erfolgt keine oder nur eine sehr schonende landwirtschaftliche Nutzung. Hier findet inzwischen eine erfreuliche Entwicklung zu einer reichen Pflanzen- und Tierwelt statt. Dabei helfen die großen Pflanzenfresser der ABU, die Taurus-Rinder, die Flächen offen zu halten und zu gestalten. Das im Rahmen der Lipperenaturierung erweiterte Flussbett und die angrenzenden Auen erfüllen auch den Zweck gelegentliche Hochwassermengen entlang des Flusses gefahrlos zurück zu halten und leisten so einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Städte und Dörfer an Lippe vor Überschwemmungen. Die Bruten der Weißstörche zwischen Lippstadt und Hamm sind der schönste Beleg dafür, dass die Einrichtung dieser Schutzgebiete ein Erfolg ist. Spektakulär ist auch die Ansiedlung von Bibern entlang der Lippe. Diese Tiere gehen sicherlich auf die am Niederrhein begründete Population zurück. Leider bekommt man die nachtaktiven Biber kaum zu sehen, viel eher wird man einer Nutria begegnen, der große Wassernager, der aus Pelztierfarmen entwichen ist und sich heute an der Lippe sehr wohl fühlt.

 Als Vertreter der Tierwelt finden meist nur die Taurus-Rinder der ABU eine entsprechende Würdigung (H. Vierhaus) Seit 2007 brüten wieder Weißstörche in den inzwischen renaturierten Lippeauen (H.Vierhaus) Grünfrosche gibt es in manchen Tümpeln wieder so reichlich, dass die Störche ruhig ein paar davon erbeuten können (H. Vierhaus) Nutrias sind an der Lippe oft auch tags über zu beobachten. Sie ähneln zwar Bibern, haben aber nicht deren breiten Schwanz (H. Vierhaus)

 

 

 

 

 Goldaugenbremsen nähern sich ihrem Opfer mit leisem Flug, um es dann umso schmerzhafter anzuzapfen (H. Vierhaus)Insekten in den Schutzgebieten finden meist nur dann Beachtung, wenn sie auffällig wie Schmetterlinge und Libellen sind oder wenn sie wie Goldaugenbremsen unangenehm aufdringlich werden. Aber ein genauer Blick auf die vielfältige Welt der übrigen  „Krabbeltiere“ in der Hellinghäuser Mersch lohnt sich, wobei eine endgültige Bestimmung der zahlreichen hier lebenden Arten etwa alleine anhand von Fotografien oft nicht möglich ist. Viele Insekten profitieren von den sommerlichen Baldrianfluren und weiteren Blütenpflanzen. Auch die Hinterlassenschaften der Rinder und Pferde in der Hellinghäuser Mersch haben ihre Liebhaber etwa unter den Käfern.
Besonders intensiv ist das Insektenleben an einer nach Süden weisenden Lehmwand, die ein Überbleibsel von den Renaturierungsarbeiten am Fluss ist. Kleine Wasserhahn-ähnliche Röhrchen, die aus der Wand ragen, gaben Rätsel auf. „Schornsteinwespen“ stellten sich als die Baumeister heraus, die in dem dahinter liegenden Gang ihre Brut haben. Die Wand ist außerdem mit zahlreichen Löchern übersäht, die in die Niströhren von solitären Wildbienen führen. Es sind hier fast ausschließlich „Gemeine Sandbienen“ (Andrena flavipes), die hier kolonieartig ihre Brutkammern angelegt haben und sich so um ihrenNachwuchs kümmern.

 Die Lehmwand in der Hellinghauser Mersch, übrig geblieben von den Baggerarbeiten an der Lippe (H. Vierhaus) Merkwürdige kleine Röhrchen an der Lehmwand. Wer ist der Baumeister derselben? (H.Vierhaus) Da kommt die Produzentin, eine Schornsteinwespe (Odynerus spinipes), die in dem dahinter sich anschließenden Gang ihren Nachwuchs mit Raupen versorgt (H. Vierhaus) Die Schornsteinwespe verlängert noch fleißig ihren „Wasserhahn“ (H. Vierhaus)  Die vielen Löcher in der Lehmwand sind die Eingänge zu den Brutzellen von Sandbienen (H.Vierhaus) Das ist die „Gemeine Sandbiene“, Andrena flavipes, die Hauptbewohnerin der Lehmwand (H.Vierhaus) Ein frisch geschlüpftes Sandbienenweibchen wird sofort von mehreren Männchen belagert (H. Vierhaus)

 

 

 

 

 

 

 

 

Und wo so viele fleißige Wildbienen herum schwirren und Futter herbei tragen, stellen sich gleich auch Nutznießer, Räuber und Schmarotzer, ein. Die Knotenwespe wie auch der Bienenwolf erbeuten Sandbienen und die Wespenbienen praktizieren ihre Eier in die Wiege des Sandbienen-Nachwuchses. Daher werden sie auch gerne Kuckucksbienen genannt. Auch Blutbienen und verschiedene Goldwespenarten sind Brutschmarotzer bei den Sandbienen, während die Larven der Gichtwespen sogar Ei oder Made der Wildbienen fressen. So könnte man an der Lehmwand den Eindruck gewinnen, dass die Sandbienen nicht viel Erfolg mit der Produktion von Nachkommen haben. Auch die räuberische Grabwespe Gorytes lässt sich an diesem Ort beobachten. Diese solitär „brütende“  Wespenart versorgt ihren Nachwuchs mit erbeuteten kleinen Zikaden. Und natürlich halten sich an der Wand auch Vertreter ganz andere Insektenordnungen, wie Fliegen und Käfer  mehr oder weniger zufällig auf. Schließlich sind die großen Pflanzenfresser in der Hellinghauser Mersch, die Pferde und die Rinder, auch Lebensraum für Insekten, was den Tieren aber selten angenehm ist.

 Diese ‚Bienenjagende Knotenwespe’ (Cerceris rybiensis) hat merkwürdig viele Beine. Tatsächlich hat sie gerade eine der Sandbienen erbeutet (H. Vierhaus) Die Wespenbiene Nomada fucata ist als Kuckucksbiene auf den Wirt „Gemeine Sandbiene“ spezialisiert (H. Vierhaus) Auch Blutbienen (Sphecodes spec.) sind Brutparasiten bei Wildbienen (H. Vierhaus)Die schöne und agile Goldwespe, wahrscheinlich Chrysis ignita, parasitiert Bruten der solitären Faltenwespe Ancistrocerus, die auch die Lehmwand als Brutplatz nutzt. Die Goldwespenlarven fressen schließlich sogar die Maden ihres Wirtes auf (H. Vierhaus)Die Bunte Goldwespe, Chrysis viridula, mit dem blauen „Hintern“ parasitiert gerne bei Schornsteinwespen (H.Vierhaus) Diese Bunte Goldwespe gräbt eine bereits verschlossen Brutzelle einer Sandbiene auf, um dann darin ihr eigenes Ei unterzubringen (H. Vierhaus) Diese kleine, ganz grüne Goldwespe, wohl Chrysis cyanea, läuft ebenfalls ganz aufgeregt an der Lehmwand herum (H. Vierhaus) Auch die zarten Gichtwespen, hier ein Männchen von Gasteruption spec., parasitieren Wildbienen (H. Vierhaus)Die Fliegen an der Lehmwand sitzen da auch nicht aus Langeweile. Vielleicht sind sie an den Abfällen einer solchen Brutkolonie interessiert oder es handelt sich um sogenannte Satellitenfliegen (Miltogramma), die Bienen parasitieren (H.Vierhaus)Diese Grabwespe, Gorytes cf. laticinctus, versorgt ihren Nachwuchs in den Niströhren mit kleinen Zikaden (H. Vierhaus) Dieser Gelbrandrüsselkäfer (Chlorophanus viridis) hat sich als Pflanzenfresser nur an die Lehmwand verirrt (H. Vierhaus) Die Stute in der Pferdegruppe der Hellinghauser Mersch ist gar nicht glücklich über die lästigen Fliegen und Bremsen (H. Vierhaus)

Säugetiere in Eulengewölle

Schluessel„Säugetiere in Eulengewöllen aus Westfalen und Deutschland“ – dieser ausführliche Bestimmungsschlüssel der ABU liegt in einer verbesserten und ergänzten Fassung vor.  Auf 44 Seiten mit über 150 Detailzeichnungen finden sich die Unterscheidungsmerkmale der Schädel von allen in Deutschland lebenden Kleinsäugern, mit Ausnahme der Fledermäuse. Aufgenommen sind u. a. weitere Artkennzeichen, die in anderen Schlüsseln bislang nicht berücksichtigt werden. Auch auf die Arbeitsweise der Gewölleanalyse, die heute immer noch wichtige faunistische Ergebnisse liefern kann, wird ausführlich eingegangen.
Das Heft kann bei der ABU für 5 Euro zuzüglich Versandkosten bezogen werden.

Blühende Margeriten

Das Beet mit Margeriten in einem Lohner Vorgarten ist ein Paradies für Insekten (H. Vierhaus)Ein Beet mit Margeriten in einem Garten ist wahrhaftig kein Naturschutzgebiet. Es ist aber erstaunlich, was sich alles an kleinem Getier an solch einem, über Wochen bestehenden Blütenmeer und den benachbarten Pflanzen einstellen kann. Schaut man - nicht nur bei Sonnenschein - genauer hin, entdeckt man ständig neue, z. T. höchst merkwürdig anmutende Gäste auf den Blütentellern. Es sind meist Insekten, die den Pollen fressen oder ihn für ihre Brut einsammeln, aber auch Räuber wie manche Spinnen richten sich hier ein, um den ahnungslosen Blütenbesuchern aufzulauern. (Alle Aufnahmen wurden im Früsommer 2014 auf dem Grundstück Teichstr.13, Lohne, gemacht; H. Vierhaus)

Fliegen stellen die Mehrzahl der Blütenbesucher. Die sichere Bestimmung der zumeist kleinen Blüten besuchenden Arten bleibt den Spezialisten vorbehalten. Hier ist daher eine Beschränkung auf einige auffällige oder große Zweiflügler sinnvoll, und zuerst seien einige Vertreter der großen Familie der Schwebfliegen vorgestellt.

Die Gemeine Sonnenschwebfliege, Helophilus pendulus, ist eine besonders auffällige Besucherin der Margeriten (H. Vierhaus)Diese Sonnenschwebfliegenart, Helophilus trivittatus, ließ sich nur ausnahmsweise beobachten (H. Vierhaus)Die sogenannten Mistbienen gehören auch zu den Schwebfliegen. Hier handelt es sich um ein Männchen von Eristalis tenax. Die Art ist an den zwei senkrechten Haarstreifen auf ihren Augen zu erkennen (H. Vierhaus)Die Mistbiene Erstalis pertinax zeichnet sich durch den schmalen Hinterleib, den sie gerade von Pollen befreit, aus. Die Larven von Mistbienen leben als sogenannte Rattenschwanzlarven in fauligem Abwasser (H. Vierhaus)Auch diese bienenähnliche Fliege gehört zu den Schwebfliegen. Sie heißt Merodon equestris und hat sich gerade an Margeritenpollen satt gefressen (H. Vierhaus)

 

 

 

 

Gelegentlich lassen sich auch einige merkwürdige oder gar hübsche Fliegenarten weiterer Familien auf den Blüten oder in der Nachbarschaft des Beetes beobachten. Für kaum eine dieser Arten gibt es brauchbare deutsche Namen.

Die Männchen dieser Dickkopffliegenart, Sicus ferrugineus, sehen aufgrund des eingekrümmten Hinterleibs wie verkrüppelt aus. Die Larven der Art entwickeln sich in den Nestern von Hummeln (H. Vierhaus)Diese Fliege, Platystoma seminationalis, gehört zu einer Dipteren- also Zweiflüglerfamilie, die ihren Verbreitungsschwerpunkt in den Tropen hat (H. Vierhaus)Das ist eine nicht näher bestimmte Bohrfliege aus der Familie der Tephrididae. Bohrfliegen zeichnen sich durch charkteristisch gezeichnete Flügel aus, mit denen sie zusätzlich noch "winken" (H. Vierhaus)

 

 

 

 

Für Schmetterlinge sind die Margeriten offenbar weniger attraktiv. Die Falter möchten lieber Nektar trinken, mit Pollen können sie nichts anfangen.

Der Kleine Fuchs landet nur ausnahmsweise auf einer Margeritenblüte (H. Vierhaus)Anthophila fabriciana ist der wissenschaftliche Name dieses kleinen Falters, für den es auch den deutschen Namen "Spreizflügelfalter (-chen) gibt. Dieser häufige Kleinschmetterling ist tagaktiv und faltet seine Flügel nicht wie die Mehrzahl der anderen Kleinschmetterlinge der Länge nach zusammen (H. Vierhaus)

 

 

 

 

Etliche Käferarten besuchen die Margeritenblüten, um ihren Pollen als Kraftnahrung zu fressen.

Dieser hübsche Widderbock (Clytus arietis) ließ sich beim Fressen selbst durch das Blitzlicht nicht stören. Wahrscheinlich hält er sich durch seine auffällige Zeichnung mögliche Fressfeinde vom Leibe (H. Vierhaus)Gleich zwei auffällige Käfer auf einer Blüte. Während der kompakte Pinselkäfer (Trichius fasciatus) ins Fressen vertieft ist, scheint der schlanke Vierfleckbock (Strangalia maculata) abflugbereit zu sein (H. Vierhaus)Ein Laubkäfer, wohl Hoplia philanthus, ein Verwandter des Maikäfers, hat sich auch zu einem kleinen Pollenschmaus niedergelassen (H. Vierhaus)Anthaxia nitidula, hier ein Männchen, ist eine kleine Prachtkäferart, die sich besonders gerne auf den Margeritenblüten aufhält. Bei Weibchen ist der Halsschild und der Kopf rot gefärbt (H. Vierhaus)Winzige Museumskäfer (Anthrenus cf. verbasci) sind ständige Besucher auf den Margeritenblüten. Während sie sich hier von Pollen ernähren, sind ihre Larven als Chitinfresser höchst ungebetene Gäste in Naturaliensammlungen (H. Vierhaus)

 

 

 

 

Einzelne Wanzenarten sind nur gelegentliche Besucher im Margeritenbeet.

Die bizarre Randwanze Coriomeris denticulatus ist als Pflanzensauger nicht auf Margeriten eingestellt. Sie ist wohl eher zufällig auf dieser Blüte gelandet (H. Vierhaus)Diese Sichelwanze mit dem sichelförmig gebogenen Saugrüssel aus der Familie der Nabidae lebt räuberisch. Ihr kann der eine oder andere harmlose Blütenbesucher zum Opfer fallen (H. Vierhaus)

 

 

 

 

Für zahlreiche Bienen- und Wespenarten ist das Pollenangebot der Margeriten besonders verlockend und entsprechend viele Formen konnten beobachtet und fotografiert werden. Während sich die adulten Wildbienen neben dem Pollen vorwiegend vom Nektar ernähren, sammeln die Weibchen den Pollen, um damit ihren Nachwuchs zu verproviantieren. Es ist nur in Einzelfällen möglich die jeweiligen Blütenbesucher anhand der Fotos bis zur Art zu bestimmen, erfordert eine Determination der z. T. winzigen Bienen über das Gattungsniveau hinaus doch meist das Fangen und Töten dieser Insekten. Bienen,Wespen und auch Ameisen sind sogenannte Hautflügler, wissenschaftlich: Hymenopteren. Ein Großteil der Wespen und Bienen gehört zu den sogenannten Stechimmen, bei deren Weibchen der Legestachel zu einem Wehrstachel umfunktioniert wurde.

Diese Blattwespe, wohl eine Art der Gattung Tenthredo, gehört nicht zu den Stechimmen. Ihr fehlt die typische Wespentaille und ihre Larven ernähren sich als Raupen von Blättern (H. Vierhaus)Sebstverständlich gehören Honigbienen (Apis mellifera) zu den ständigen Gästen der Margeriten, benötigen ihre Larven im Bienenstock nicht nur Honig als Nahrung sondern auch Pollen (H. Vierhaus)Der lange Saugrüssel der Gemeinen Pelzbiene, Anthophora plumipes, lässt erkennen, dass diese Wildbiene besonders gerne Nektar schlürft (H. Vierhaus)Hummeln sind staatenbildene Wildbienen. Sie sind wetterhart, das heißt sie sind auch dann unterwegs, wenn die kleinen Wildbienenarten pausieren. Bei dem abgebildteten Tier handelt es wohl um ein Weibchen der Gartenhummel, Bombus hortorum. (H. Vierhaus)Diese Sandbiene (Andrena spec.) hat sich bereits mit reichlich Pollen beladen. Wie unschwer zu erkennen ist gehört diese Wildbiene zu den sogenannten Beinsammlern (H. Vierhaus)Diese Mauerbiene, wahrscheinlich die Art Osmia bicornis, war meist am dem benachbarten, blühenden Deutzienstrauch unterwegs, aber die Margeriten wurden ebenfalls besucht. Mauerbienen der Gattung Osmia transportieren den gesammelten Pollen mit einer Bauchbürste (H. Vierhaus)Das Männchen dieser kleinen Mauerbienenart, Osmia truncorum, die sogenannte Löcherbiene, ist wahrscheinlich nicht nur am Pollen interessiert sondern wohl vor allem an vorbeikommenden Weibchen seiner Art (H. Vierhaus)Ob Sand- oder Mauerbiene ist bei diesem Tier mit beschädigten Flügeln kaum zu entscheiden, wenn man nur die Flügeladerung berücksichtigen will. Trotz der teilamputierten Flügel konnte diese Wildbiene noch problemlos wegfliegen. Tatsächlich handelt es sich um die Mauerbiene Osmia bicornis (=rufa), wie an dem "Kopfhörnchen" zu erkennen ist (H. Vierhaus).Ein Weibchen der Furchenbiene Halictus cf. tumulorum. Das eingefügte Bildchen lässt erkennen, warum diese beinsammelnden Wildbienengattung Furchenbienen heißen (H. Vierhaus)Die Männchen von Maskenbiene, Hylaeus spec., sind trotz ihrer Kleinheit auffällige Gesellen, die ihren Namen zu Recht tragen (H. Vierhaus)Das Männchen einer weiteren Maskenbienenart. Den Weibchen fehlt die ausgeprägte Maske, sie transportieren den gesammelten Pollen zusammen mit Nektar in ihrem Kropf (H. Vierhaus)Als Ausnahmegast stellte sich mal eine Blutbiene der Gattung Sphecodes ein. Blutbienen sind Brutparasiten, ihre Larven entwickeln sich in den Nestern von Furchenbienen (H. Vierhaus)Diese bunte nicht näher bestimmte Wespenbiene (Gattung Nomada) ist gleichfalls eine Kuckucksbiene, die ihre Nachkommen von Sandbienen ernähren bzw. aufziehen lässt (H. Vierhaus)Diese Gichtwespe (Gasteruption affectator) ist wie Sphecodes ein Brutparasit etwa in den Nestern von Masken- oder Furchenbienen. Diese Schmalbauchwespenart (also keine Wildbiene) besitzt einen recht kurzen Legestachel, bei verwandten Arten kann er mehr als körperlang sein (H. Vierhaus)Eine kleine Wegwespenart (Familie Pompilidae) suchte nervös die Blätter der benachbarten Pflanzen ab, wohl in der Hoffnung ein geeignetes Insekt als Nahrung für ihren Nachwuchs zu finden (H. Vierhaus)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei solch einem reichaltigen Angebot an Insekten auf den Margeritenblüten überrascht es nicht, dass sich hier auch Räuber oder Feinde derselben einstellen. So können Spinnen hier erfolgreich auf fette Beute lauern.

Ein Männchen der Kürbisspinne (Araniella cucurbitina), die kleine grüne Radnetzspinne mit dem roten Punkt hat eine Margeritenblüte zu einer Insektenfalle verwoben (H. Vierhaus)Die Krabbenspinne Xysticus cristatus hat eine kleine, unvorsichtige Wildbiene erbeutet. Krabbenspinnen bauen keine Netze, vielmehr lauern sie geduldig, bis ein Insekt in die Reichweite ihrer langen Vorderbeine kommt (H. Vierhaus)

 

 

 

 

Schließlich bilden Margeriten auch noch auf andere Weise die Lebensgrundlage für Tiere. Blattläuse saugen am Stängel die süßen Säfte der Pflanze. Dabei werden sie von Ameisen umhegt, die damit auch Nutznießer der Margeriten werden.

Eine "Herde" Blattläuse saugt an den süßen Säften im Margeritenstängel und wird dabei von Schwarzen Rasenameisen umsorgt (H. Vierhaus)

Natur im Kreis Soest

Hier finden Sie Informationen über die Schutzgebiete im Kreis Soest

Bäche und Flüsse
.Baeche und FluesseDie Gewässer und die durch sie geprägten Landschaften im Kreis Soest sind vielfältig: Ein dichtes Netz überwiegend kleiner Bäche im Sauerland, Schledden, die als westfälische Wadis nur zeitweise Wasser führen, kräftig schüttende Karstquellen, die nie zufrierende Bäche in der Soester Börde speisen und eine Lippe, die Schritt für Schritt aus ihrem künstlichen Steinkorsett geholt und naturnäher wird.

Säugetiere
saeugetiere_thumbnailInformationen über das Vorkommen von 64 Säugetierarten enthält diese Übersicht, die Dr. Henning Vierhaus zusammengestellt hat.



Saatkrähen
.KraeheSeit Jahrzehnten ist der Kreis Soest Heimat eines bedeutenden Teiles des Saatkrähenbestandes Westfalens. Hier finden Sie die Zahlen aus 1999 bis 2008 und weitere Informationen.



Kiebitze
.Kiebitze  Kiebitze waren einst auffällige Charaktervögel in den Feld- und Wiesenlandschaften des Kreises Soest.
  Ihre Verbreitung im Kreis Soest ist seit 1972 gut dokumentiert.



Fische und Rundmäuler
fischVon der Groppe über das Bachneunauge, bis hin zu Karausche und Neubürgern wie den Giebel enthält diese Liste Wissenswertes über die heimischen Fische. Dr. Margret Bunzel-Drüke hat sie zusammengestellt, gestützt auf die Erkenntnisse aus vielen Befischungen, den Fischresten aus Eisvogelgewöllen und Angaben vertrauenswürdiger Gewährsträger.

Libellen
libellenÜbersicht über die Libellenfauna des Kreises Soest.





Heuschrecken
heuschreckEin kurzer Überblick über den noch sehr lückenhaften Kenntnisstand der Heuschreckenfauna im Kreis Soest.





Tagfalter
  Hier finden sie eine vorläufige Übersicht über die im Kreis Soest zu beobachtenden Tagfalterarten.

Paarhufer

Wildschwein Sus scrofa
Wildschwein, Keiler (R. Vierhaus)Einer Wildschweinfamilie kann man heute auch nördlich der Lippe begegnen (A. Müller)Im Arnsberger Wald nicht seltenes Standwild. Wildschweine sind auch in den Wäldern am Haarstrang mehr oder weniger regelmäßig anzutreffen und sie wandern hin und wieder weiter nach Norden in das Kreisgebiet hinein. Auch in den Waldungen nördlich der Lippe ist Schwarzwild inzwischen ziemlich regelmäßig anzutreffen.

 



Reh Capreolus capreolus
Reh, Ricke (H. Vierhaus)Rehe kommen überall im Kreisgebiet vor. In der Börde lebt die Art als Feldreh oft fern von jedem Gehölz.

 

 



Rothirsch Cervus elaphus
Hirschkuh (H. Vierhaus)Der Arnsberger Wald ist Teil des mehr oder weniger zusammenhängenden Vorkommens der Art im südwestfälischen Bergland. Der Bestand unterliegt hier einer Form von Bewirtschaftung. Das bedeutet, dass eine jährlich festzulegende Anzahl von Rothirschen erlegt werden soll bzw. darf, damit die Bestände nicht zu groß aber auch nicht zu klein werden.

 



Damhirsch Dama dama
Damhirsch (H. Vierhaus)Damhirsche gibt es in nur geringer Zahl und offenbar auch nicht ständig im äußersten Südosten des Kreises bei Geseke. Vorübergehend befanden sich weitere freilebende Damhirsche in den Wäldern nördlich von Lippborg. Diese Tiere stammten sehr wahrscheinlich aus einer der Damhirschhaltungen, die zunehmend eingerichtet werden. Alle Vorkommen von Damhirschen in Mitteleuropa gehen auf Ansiedelungen durch den Menschen zurück. Allerdings hat es in der letzten Warmzeit vor wenigstens 30 000 Jahren auch natürlicherweise Damhirsche in Mitteleuropa gegeben.



Sikahirsch Cervus nippon
Sikahirsch in der Brunft (H. Vierhaus)Im Arnsberger Wald gibt es mindestens seit 1945 eine freilebende, stabile Population dieser ostasiatischen Hirschart. Sie geht auf Sikahirsche zurück, die bei St. Meinolf (Möhnesee) seit 1893 in Gattern gehalten wurden. Die Größe des aktuellen Bestandes unterliegt im starken Maße den jeweiligen, meist entgegengesetzten Wünschen der Forstverwaltung und der Jagd.

 



Mufflon Ovis ammon
Mufflon, Widder (H. Vierhaus)Muffelwild kommt im Kreis Soest nur im Arnsberger Wald höchstens in sehr geringer Zahl und zwar im Raum Rüthen, auf jeden Fall nur östlich der B 55 vor. Dieses Wildschaf ist ursprünglich im Mittelmeerraum zu Hause und mit seinen Hufen auf harte oder gar steinige Böden angepasst, die es jedoch in dieser Form kaum im Arnsberger Wald gibt.

Übersicht über die Heuschrecken des Kreises Soest - eine kommentierte Artenliste

(Stand: September 2010)
Zusammengestellt von Ralf Joest & Petra Salm

Die vorliegende Artenliste fasst den derzeitigen Kenntnisstand über das Vorkommen der Heuschrecken des Kreises Soest zusammen. Sie beruht auf Einzelbeobachtungen und auf systematische Erfassungen der Heuschreckenfauna einzelner Gebiete im Rahmen der Betreuung von Naturschutzgebieten im Auftrag des Kreises Soest. Abgesehen von wenigen vergleichsweise gut untersuchten Gebieten, insbesondere den Feuchtwiesengebieten und den Gebieten der Lippeaue, ist der Kenntnisstand über die Heuschreckenfauna des Kreises Soest als lückenhaft zu bezeichnen. Dies gilt insbesondere für weite Bereiche des Haarstanges und des Arnsberger Waldes sowie auch für die Lippeaue östlich von Lippstadt. Auch für schwer zu erfassende Arten wie baumbewohnenden, nachaktiven Laubheuschrecken (Punktierte Zartschrecke, Eichenschrecke) oder die Dornschrecken (Langfühler-Dorndornschrecke) bestehen noch große Kenntnislücken.

Informationen über in NRW heimische Heuschrecken gibt es beim Arbeitskreis Heuschrecken NRW.

 

Laubheuschrecken (Tettigoniidae)

Phaneroptera_falcata_JoestGemeine Sichelschrecke Phaneroptera falcata (nicht gefährdet)

Sehr selten, offenbar Ausbreitung in NRW im Zuge der Klimaerwärmung entlang der Bahnlinien. Ein Fund am alten Güterbahnhof Soest (2010).

 

 

Punktierte Zartschrecke (R. Joest)Punktierte Zartschrecke Leptophyes punctatissima (nicht gefährdet)

Mäßig häufig, im gesamten Kreisgebiet verbreitet. Lebt auf Bäumen und Sträuchern, auch in Siedlungen.

 

 

 

Gemeine Eichenschrecke (H. Vierhaus)Gemeine Eichenschrecke Meconema thalassinum (nicht gefährdet)

Häufig, im gesamten Kreisgebiet verbreitet. Baumbewohner, auch in Siedlungen.




 

Kurzflüglige Schwertschrecke, Weibchen (H. Vierhaus)Kurzflügelige Schwertschrecke Conocephalus dorsalis (Vorwarnliste)

Mäßig häufig, in den Niederungen der Lippe und ihrer Zuflüsse lokal verbreitet. Besiedelt feuchtes Grünland insbesondere mit Binsenbestände.

 

 

Langflügelige Schwertschrecke Conocephalus fuscus (nicht gefährdet)

Sehr selten, Fund eines Einzeltieres bei Seringhausen (2005), Arealerweiterer. Lebt an Säumen und Brachen mit Hochstauden.

Herrnann_Knwer_HeupferdGrünes Heupferd Tettigonia viridissima (nicht gefährdet)

Sehr häufig, vor allen in den tieferen Lagen verbreitet. Besiedelt Hochstauden, Säume und Gebüsche.

 



Zwitscherheupferd, Männchen (P. Salm)Zwitscherheupferd, Weibchen mit langem Legebohrer (H. Vierhaus)Zwitscherheupferd Tettigonia cantans (nicht gefährdet)

Häufig, vor allem in den höheren Lagen verbreitet, in der Lippeniederung auch gemeinsame Vorkommen mit T. viridissima. Ähnliche Lebensräume wie diese, jedoch eher auf feuchteren Flächen.

 

 

Hermann_Knwer_Roesells_BeischreckeRoesels Beißschrecke Metrioptera roeselii (nicht gefährdet)

Sehr häufig, fast im gesamten Kreisgebiet verbreitet, Verbreitungslücken auf dem Haarstrang. Besiedelt Hochstauden, Säume und Wiesen.

 

Kurzflügelige Beißschrecke Metrioptera brachyptera (in NRW gefährdet, in der Westfälischen Bucht stark gefährdet)

Sehr selten, Einzelvorkommen im Lindental bei Rüthen (Steinwarz 1996). Fundort auf Magerrasen.

Strauchschrecke, Männchen (H. Vierhaus)Gewöhnliche Strauchschrecke Pholidoptera griseoaptera (nicht gefährdet)

Sehr häufig, im gesamten Kreisgebiet weit verbreitet.  Besiedelt Gebüsche, Hochstauden und Säume auch im Siedlungsbereich.

 

 

 

Grillen (Gryllidae)

Heimchen Acheta domesticus (nicht gefährdet)

Selten, an warme menschliche Gebäude gebunden.

Feldgrille Gryllus campestris (stark gefährdet)

Sehr selten, Fund eines Einzeltieres bei Rüthen (Steinwarz 1996). Besiedelt lückig bewachsene Trockenstandorte.

 

Dornschrecken (Tetrigidae)

Säbeldornschrecke Tetrix subulata (Vorwarnliste)

Mäßig häufig, in den Niederungen der Lippe und ihrer Zuflüsse lokal verbreitet. Besiedelt feuchte Rohbodenstandorte und Gewässerufer.

Gemeine Dornschrecke (R. Joest)Gemeine Dornschrecke Tetrix undulata (nicht gefährdet)

Mäßig häufig. Besiedelt lückig bewachsene Standorte.

 

 

 

Langfühler-Dornschrecke (R. Joest)Langfühler-Dornschrecke Tetrix tenuicornis (in Nordrhein-Westfalen gefährdet, in der Westfälischen Bucht stark gefährdet)

Selten, wenige Vorkommen in der Pöppelsche, im Lörmecketal und an den Soester Klärteichen. An lückig bewachsenen Trockenstandorten, häufig auf Kalk, zu finden.

 

 

 

Feldheuschrecken (Acrididae)

Blaufl_Sandschrecke_JoestSphingonotus caerulans (in Nordrhein-Westfalen vom Aussterben bedroht, in der Westfälischen Bucht ausgestorben).

Sehr selten, offenbar Ausbreitung im Zuge der Klimaerwärmung entlang der Bahnlinien. Ein Fund am Bahnhof Soest (2004).

 

 

 

Sumpfschrecke (H. Vierhaus)Sumpfschrecke Stethophyma grossum (stark gefährdet)

Selten, in den Niederungen der Lippe und ihrer Zuflüsse lokal verbreitet. Lebt in sehr nassen Wiesen und an Gewässerufern.

 

 

 

Heidegrashüpfer Stenobothrus lineatus (gefährdet)

Selten, Einzelvorkommen in der Pöppelsche und am Wiesenberg bei Rüthen. Besiedelt trocken-warme Magerrasen.

Bunter Grashüpfer (R. Joest)Bunter Grashüpfer Omocestus viridulus (nicht gefährdet)

Mäßig häufig, vor allem in den höheren Lagen verbreitet. Besiedelt Grünland.

 

 

 

Nachtigall-Grashüpfer, Männchen (H. Vierhaus)Nachtigall-Grashüpfer Chorthippus biguttulus (nicht gefährdet)

Sehr häufig, im gesamten Kreisgebiet weit verbreitet. Besiedelt mäßig feuchtes bis trockenes Grünland, Säume und lückige Hochstaudenfluren.

 

 

Brauner Grashüpfer, Arnsberger Wald (H. Vierhaus)Brauner Grashüpfer Chorthippus brunneus (nicht gefährdet)

Selten, im Kreisgebiet lokal verbreitet. Lebt auf lückig bewachsenen, warmen Standorten.

 

 

 

Verkannter Grashüpfer Chorthippus mollis (in Nordrhein-Westfalen gefährdet, in der Westfälischen Bucht Vorwarnliste)

Sehr selten, Einzelvorkommen in der Lippeaue am Wulfesknapp seit drei Jahren erloschen. Besiedelt lückig bewachsene Trockenstandorte auf Sand.

Wiesengrashüpfer Chorthippus dorsatus (in Nordrhein-Westfalen stark gefährdet, in der Westfälischen Bucht gefährdet)

Sehr selten, Einzelfunde bei Rüthen (Steinwarz 1996) und in der Lippaue östlich von Lippstadt. Bewohnt magere Grünländer.

Weißrandiger Grashüpfer Chorthippus albomarginatus (nicht gefährdet)

Mäßig häufig, in den Niederungen der Lippe und ihrer Zuflüsse sowie in den Feuchtwiesengebieten lokal verbreitet. Bevorzugt mäßig feuchtes bis feuchtes Grünland und Überschwemmungszonen.

Gemeiner Grashüpfer Chorthippus parallelus (nicht gefährdet)

Sehr häufig, im gesamten Kreisgebiet weit verbreitet. Besiedelt auch Intensivgrünland.

Sumpfgrashüpfer Chorthippus montanus (in Nordrhein-Westfalen stark gefährdet, in der Westfälischen Bucht gefährdet)

Sehr selten, größeres Vorkommen im Feuchtwiesengebiet Stockheimer Bruch und im Almetal. Auf sehr feuchten bis nassen Wiesen und Weiden.

 

Literatur
Steinwarz, D. (1996): Heuschrecken am Haarstrang. ABU-info 3/96: 8-13.

Volpers, M. und Arbeitskreis Heuschrecken Nordrhein-Westfalen (1999): Rote Liste der gefährdeten Heuschrecken (Saltatoria) in Nordrhein-Westfalen mit kommentierter Artenliste. In: LÖBF/LAfAO NRW (Hrsg.): Rote Liste der gefährdeten Pflanzen und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 3. Fassg., LÖBF-Schr.R. 17.

 

Saatkrähen

Entwicklung seit 1999
Die Bestandsentwicklung im Kreis Soest können Sie hier herunterladen.

Saatkrähen in der Stadt Soest
Saatkrähen brüten in der Innenstadt von Soest in mehreren Kolonien, z.B. im Bereich des Bahnhofs. Die Saatkrähen fallen einigen Bürgerinnen und Bürgern aufgrund ihrer Rufe und ihrer Hinterlassenschaften zur Last. Rufe nach einer Dezimierung und Auflösung dieser Kolonien gibt es seit Jahren.

Im Frühjahr 2008 unternahm die Stadt Soest den Versuch, eine Kolonie an der Walburger Unterführung, östlich des Bahnhofs, zu vergrämen. Der Versuch scheiterte, weil die Saatkrähen anstelle der entfernten Nester rasch neue Nester bauten. Rechtsgrundlage für das Vergrämen war eine Ausnahmegenehmigung des Kreises Soest.

Während sich der Bestand im Kreisgebiet insgesamt von rund 600 auf 1667 Brutpaare entwickelt hat, schwankte der Bestand im Stadtgebiet von 1999 bis 2007 zwischen ca. 450 und ca. 600 Brutpaaren, ohne deutliche Tendenz einer Zunahme. Erst im Jahr 2008 ist eine Erhöhung der Population auf nunmehr rund 870 Nester in Soest entstanden. Ursache dafür ist die Vertreibung vieler Saatkrähenpaare aus dem Wäldchen am Sassendorfer Weg durch den illegalen Betrieb einer Böllerschussanlage. Dort brüteten im Jahr 2007 knapp 500 Paare. Hier können Sie Daten über den Bestandsverlauf in der Stadt Soest herunterladen.

Die Saatkrähe ist ein typischer Brutvogel des Kreises Soest. Sie ernährt sich sowohl von Planzen als auch von Tieren, vor allem von Regenwürmern und Insektenlarven. Über lange Zeit wurden Saatkrähen intensiv verfolgt, ihre Kolonien vernichtet - auch im Kreis Soest. Als Folge dieser Verfolgung siedelten Saatkrähen zunehmend in Städten. Hier waren sie vor direkten Verfolgungen sicherer als im Umland.
In Deutschland ist die Saatkrähe (Corvus frugilegus) eine gesetzlich besonders geschützte Vogelart. Es ist gemäß Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung verboten, die Vögel zu töten oder zu fangen, ihre Nester zu zerstören oder ihre Eier zu entfernen und die Tiere während der Brut und Jungenaufzucht zu stören. Nur in wenigen begründeten Fällen kann die zuständige Behörde Ausnahmen von diesen Verboten erteilen. Eine Informationsbroschüre über die Saatkrähen im Kreis Soest können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.

Die Verbreitung der Saatkrähe in Nordrhein-Wesfalen im Jahr 2008



































Die Karte zeigt die Brutverbreitung der Saatkrähe in NRW im Jahr 2006. Der Kreis Soest ist gelb hinterlegt.
Die Daten wurden zusammengestellt von Manfred Scholz, Christof Grüneberg erstellte die Karte.
Mehr über Vögel in Deutschland erfahren Sie auf der Website des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten DDA unter www.dda-web.de.
Dort finden Sie auch umfassende Informationen über das Projekt ADEBAR zur Kartierung der Brutvögel Deutschlands.
Zur Website der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft NWO geht es hier.


Einen Überblick über die Bestandsentwicklung seit 1956 finden Sie hier


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Bäche und Flüsse im Kreis Soest


Der südlich des Haarstrangs gelegene Teil des Kreises Soest gehört zum Sauerland. Diese Mittelgebirgslandschaft erreicht ihren höchsten Punkt im Kreis Soest mit 581 m ü. NN, das Ruhrtal bei Wickede liegt 135 m über dem Meeresspiegel. Das vorherrschende Gestein ist Grauwacke. Nur im Raum Warstein steht Massenkalk an, in dem Höhlen ausgebildet sind.
Das Gebiet ist überwiegend bewaldet. Es dominiert die Fichte neben der Buche.
Die Bäche sind überwiegend der Forellen- und Äschenregion zuzuordnen. Sie führen von August bis Oktober zum Teil extremes Niedrigwasser; nach sehr trockenen Sommern sind manche Bäche nur noch Tümpelketten. In kalten Winterperioden frieren die Bäche weitgehend zu.
Typische Fischarten in diesem Teil des Kreises sind Groppe (Koppe) Cottus gobio, Bachforelle Salmo trutta und Äsche Thymallus thymallus, außerdem Bachneunauge Lampetra planeri. Die Ruhr bei Wickede gehört zur Barbenregion.
Insbesondere die Bäche in den höheren Lagen, am Südrand des Kreises, sind z.T. extrem versauert. Fische können in diesen Gewässerabschnitten nicht mehr leben.

Der Haarstrang steigt unmittelbar nördlich des Möhne- und Ruhrtales steil an und erreicht Höhen zwischen 230 m ü. NN nördlich Wickede und 391 m ü. NN nordöstlich von Rüthen. Von dieser Kammlage aus fällt er mehr oder weniger sanft ab bis zu der Linie, die von den Städten Werl, Soest, Erwitte und Geseke gebildet wird. Das anstehende Gestein ist Kalk. Der Untergrund ist z.T. verkarstet. Das Gebiet wird fast vollständig ackerbaulich genutzt.
Die Gewässer führen nur zeitweise Wasser, nämlich nach starken Regenfällen und im Winter. Sie werden "Schledden" genannt. Die bekannteste und landschaftlich beeindruckendste Schledde ist die Pöppelsche östlich Erwitte. An ihren Hängen sind z.T. noch Halbtrockenrasen ausgebildet.
Fische können in den Schledden nicht dauerhaft leben, wandern aber manchmal von bachabwärts ein.

Am Fuß des Haarstrangs taucht das Kalkgestein unter den Emschermergel ab. Hier tritt das südlich im kalkigen Untergrund versickerte Wasser in stark schüttenden Karstquellen zutage. Beispiele sind die Quellen des Soestbachs in Soest, der Ahse in Bad Sassendorf-Lohne - unmittelbar am Quellteich hat die ABU ihren Sitz -, der Gieseler zwischen Erwitte und Geseke.
Die Städte entlang dieses Quellhorizonts sind jahrtausendealte Siedlungsstätten. Der Hellweg, die heutige B1, verbindet sie. Salzhaltige Quellen haben diesen alten Handelsweg begründet. Die Quellen selber sind nicht von Fischen besiedelt; in aufgestauten Quellteichen leben Dreistachlige Stichlinge Gasterosteus aculeatus.

Die nach Norden fließenden, beständig Wasser führenden Bäche und kleinen Flüsse durchfließen die lößreiche Soester Börde. Ihrer Fruchtbarkeit wegen ist sie seit langem überwiegend ackerbaulich genutzt. Wegen ihrer Entstehung aus stark schüttenden Karstquellen frieren die Bäche auch in kalten Winterperioden nicht zu.
Die z.T. feuchten Bach- und Flussniederungen waren früher von Grünländern begleitet. Heute sind sie jedoch überwiegend in Äcker umgewandelt.
Die Bäche und Flüsse sind meistens tief in den Löß eingeschnitten. Vielfach sind die Ufer steil und von Kopfweiden und Eschen gesäumt. Die Ahse und die Gieseler sind z.T. noch in einem recht naturnahen, unverbauten Zustand. Andere, wie der Salzbach oder der Soestbach wurden bis in die 1980er Jahre naturfern ausgebaut.
Typische Fischart ist heute der Dreistachlige Stichling Gasterosteus aculeatus. Die Groppe (Koppe) Cottus gobio, die Elritze Phoxinus phoxinus, die Bachforelle Salmo trutta und das Bachneunauge Lampetra planeri kommen nur noch vereinzelt und in isolierten Populationen vor.

Die Lippe entspringt ca. 20 km östlich des Kreises Soest in Paderborn in einer stark schüttenden Karstquelle. Der Fluss fließt in einem sandigen Bett, bereichsweise jedoch auch auf hoch anstehendem Mergel. Östlich Lippstadt gibt es auch kiesige Bereiche.
Die Lippe ist heute weitgehend ausgebaut: sie ist bis zu drei Meter eingetieft und beidseits befestigt. Seit einigen Jahren jedoch werden im Rahmen des Lippeauenprogramms Maßnahmen zu einer naturnahen Entwicklung umgesetzt, beispielsweise in der Klostermersch westlich Lippstadt und bei Lippborg.
Da die Lippe nie sehr stark verschmutzt war, ist der Fischbestand trotz der Ausbaumaßnahmen noch recht artenreich: Mehr als 30 Fischarten wurden bisher nachgewiesen, darunter die in NRW sehr seltene Quappe Lota lota, die Nase Chondrostoma nasus und der Steinbeißer Cobitis taenia. Die Lippeaue wird westlich Lippstadts noch regelmäßig überschwemmt. Hier dominiert daher Grünland. Östlich Lippstadts sind weite Bereiche ackerbaulich genutzt.

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