Nachrichten 2014

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Kontrastprogramm Uckermark - Hellwegbörde

Um Ostern machen wir meist ein paar Tage Urlaub bei Freunden in dem abgelegenen schönen Dorf Poratz im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Der zum Landkreis Uckermark gehörende Ort liegt etwa 60 km nördlich von Berlin. Der ornithologische Kontrast zur Hellwegbörde könnte auf so kurzer Distanz von 500 km kaum größer sein.

In dem uckermärkischen Dorf sind Sperlinge und Stare (und später im Jahr auch Arten wie Rauchschwalbe und Gartenrotschwanz) auffallend häufiger als zu Hause. Im angrenzenden Schilfgebiet riefen vereinzelt Rohrdommel und Wasserralle, zeigten Rohrweihen ihre Flugbalz bei jedem Wind und Wetter (das erste Männchen kam am 31.3., das erste Weibchen am 1.4. und das zweite Männchen am 2.4. an) und darüber segelten Seeadler, Habicht sowie Schwarzmilan; Rotmilane und Kraniche waren mehrfach täglich von unserer Ferienwohnung aus zu sehen. Wir haben auch erfahren, dass in den umliegenden Wäldern noch Schreiadler (die erst etwas später ankommen) und Schwarzstorch brüten.
Im Jahr zuvor bot sich uns um diese Jahreszeit ein gänzlich anderes Bild: Da zogen noch täglich mehrere Dutzend große Trupps von Kranichen und Gänsen nach Nordosten und bei Friedrichswalde rasteten rund 50.000 von ihnen auf Maisstoppelfeldern mit Schneeresten.

In den umliegenden Feldlandschaften mit überwiegend sandigen kargen Böden und einigen brach liegenden Äckern waren auch in diesem Frühjahr Feldlerche, Heidelerche, Grauammer (südlich von Flieth-Stegelitz ein Trupp von 40 Expl.) und natürlich der Kranich sehr viel häufiger als in Westfalen. Auch Weißstörche sind allgegenwärtig, sie brüten teilweise an kuriosen Stellen, z.B. auf einer Gebäuderuine auf einem Friedhof bei Fredenwalde.
Bisher trübt hier (fast) noch keine Windenergieanlage den landschaftsästhetischen Blick und gefährdet die vorkommenden Großvogelarten. Auch den nicht nur häßlichen sondern auch schädlichen Einsatz von Totalherbiziden sieht man hier im Gegensatz zur Hellwegbörde fast überhaupt nicht, was auch daran liegt, dass hier inzwischen rund 1/4 der Ackerflächen biologisch bewirtschaftet wird (in der Hellwegbörde unverändert rund 2%).

Besonders ins Auge springt auch die Häufigkeit von Reptilien und Amphibien. Selbst in den Poratzer Gärten kommen Zauneidechse und Ringelnatter (Eiablage im Komposthaufen) vor, Rotbauchunken sind in umliegenden Kleingewässern sehr häufig. Selbst die extrem seltenen Sumpfschildkröten leben noch vereinzelt in der Uckermark. Unser in Poratz wohnende Freund Martin Krassuski sieht in den Überhandnehmen der Katzen eine ernsthafte Bedrohung von Reptilien. Wir sahen sogar eine Berliner "Wochenendkatze" dabei, wie sie eine der letzten Zauneidechsen aus dem Garten unseres Freundes erbeutete.
Diese Besuche führen uns immer wieder schmerzlich vor Augen, wieviele Arten in den letzten Jahrzehnten in den intensiv ackerbaulich genutzten Hellwegbörde verloren oder dramatisch im Bestand zurück gegangen sind. Wir erfuhren und erlebten auch, dass die Entwicklung in der Hellwegbörde nicht alternativlos ist.
Zu einem anderen Dorf in der Schorfheide, dem Ökodorf Brodowin, gibt es eine Website mit vielen interessanten naturkundlichen Infos (H. & M. Illner). 

Weissstorchenhorst in Wilmersdorf (1.4.2014, H. Illner)Endmöränenlandschaft bei Steinhöfel, Lebensraum von Kranichen (brüten auch in von Ackerland umgebenen Söllen), Grauammer und Heidelerche (2.4.2014, H. Illner)Saatkrähenkolonie im Zentrum von Prenzlau. Befragte Anwohner fühlen sich dort nicht sonderlich durch die Krähen gestört (1.4.2014, H. Illner)Saatkrähenkolonie in Prenzlau (1.4.2014)Blick auf unsere Ferienwohnung in Poratz (ein mit natürlichen Baustoffen ausgebauter Ziegenstall) und dem dahinter liegenden Garten und See mit Rohrdommel, Rohrweihe und Seeadler (8.4.2010, H. Illner)

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