Nachrichten 2014

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Tier- und Pflanzenarten des Jahres 2014

Die Goldschildfliege ist das Insekt des Jahres 2014. Sie gehört in die Familie der Raupenfliegen, deren Larven parasitisch in anderen Insekten leben (H. Vierhaus)Wie in vorangegangenen Jahren wurden wir auch dieses mal wieder mit Namen von Pflanzen und Tieren überrascht, die zu den „Arten des Jahres 2014" gekürt wurden. Es ist gut, dass auf diese Weise der Blick beispielhaft auf besonders schutzbedürftige Organismen gelenkt wird. Manche der ausgewählten Formen sind wohlbekannt, wie z.B. der Grünspecht oder die Gelbbauchunke. Übrigens gilt letzterer seit langem die besondere Aufmerksamkeit der ABU. Bei anderen Arten fragt man sich, wie sie es zu der diesjährigen Ehrung durch den deutschen Naturschutz geschafft haben, so etwa der Australische Kleefarn. Das ist ein Kraut, das hier zu Lande bestenfalls als Zierpflanze in Gartenteichen existiert. Vernünftiger wäre es gewesen, den in Deutschland nur sehr lokal vorkommenden aber heimischen Kleefarn zu benennen.

Die Graue Gartenwanze (hier ein Tier aus Lohne) wird oft zum Wirt der Goldschildfliege (H. Vierhaus)Die Garten-Wollbiene (hier ein Weibchen) ist die Wildbiene des Jahres 2014 (H. Vierhaus)Unter den Insektenarten des Jahres 2014 finden sich Namen, mit denen kaum einer was anfangen kann, da sie sich in keinem der einschlägigen Bücher finden. Glücklicherweise gibt es das Internet, welches auf die Eingabe „Goldschildfliege" eine Antwort weiß. Es handelt sich dabei um die hübsche Raupen- oder Schmarotzerfliege Phasia aurigera, die in den letzten Jahrzehnten ihr Verbreitungsgebiet nach Norden erweitert hat und inzwischen auch im Kreis Soest vorkommt. Hier fiel sie mir im Arnsberger Wald bereits im Sommer 2011 auf. Die Weibchen dieser Raupenfliege injizieren ihre Eier gerne in die Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa), während die Mehrzahl der vielen anderen, z. T. nur schwer bestimmbaren Raupenfliegenarten vorzugsweise Raupen von Schmetterlingen parasitieren. Oft sind das Falterarten, die als Schädlinge angesehen werden. Raupenfliegen sind damit höchst wirksame regulierende Faktoren im Naturhaushalt. Über die Gartenwollbiene, Anthidium manicatum, die ‚Wildbiene dieses Jahres' hatten wir bereits im Juni 2011 auf unsere Homepage berichtet.

Die Kleine Moosjungfer ist die Libelle des Jahres 2014. Dieses Paarungsrad wurde am Heiligen Meer im Kreis Steinfurt aufgenommen (H. Vierhaus)Die Kleine Moosjungfer, Leucorrhinia dubia, ist die für dieses Jahr ausgewählte Libelle. Im Kreis Soest konnte diese Art bislang nicht nachgewiesen werden. Denn die für sie notwendigen Moorlebensräume, wie es sie im Norden und Westen Westfalens noch gibt, fehlen bei uns. (H.Vierhaus).

Die Schwanenblume gehört ebenfalls zu den auserwählten Arten des Jahres. An manchen Uferbereichen der Lippe wächst diese schöne Planze (H. Vierhaus)Als Blume des Jahres hat die Loki-Schmidt-Stiftung in diesem Jahr die Schwanenblume Butomus umbellatus ausgewählt, die als besonders schöne Sumpf- und Wasserpflanze untrennbar mit naturnahen Gewässern verbunden ist. Mit einem wohlriechenden Nektar lockt sie Insekten zur Bestäubung an, die den Transport des Pollens zum schwanenhalsförmigen Griffel der Blüte bewerkstelligen. Diese morphologische Besonderheit gab ihr wohl den deutschen Namen. Als Auenpflanze muss die Schwanenblume an stark wechselnde Standortbedingungen angepasst sein. So hat sie schwimmfähige Samen, die auch durch den Wind verbreitet werden. Sie kann sich aber auch vegetativ durch Brutknospen vermehren. In tieferen Gewässern wachsen ihr flutende Tauchblätter, während die bekannteren Überwasserblätter eher steif wirken. Der wunderschöne rosafarbene Blütenstand setzt sich doldenartig aus bis zu 30 Einzelblüten zusammen, welche von Juni bis August blühen. Sie ist enorm überflutungstolerant und kommt auch mit starken Wasserstandsschwankungen zurecht. Als lichtliebende Art bedarf die Schwanenblume neu entstehender Pionierflächen, die in naturnahen Auen z. B. durch die Einwirkung des Hochwassers entstehen können Bei uns wächst die Schwanenblume entlang der Lippe und an Altwässern ihrer Aue. Wir hoffen sehr, dass die Renaturierungen entlang der Lippe und anderer größerer Fließgewässer die Situation dieser Stromtalpflanze wieder verbessert, denn sie gilt in NRW noch immer als rückläufig.

Eichenzweig mit Eicheln befinden sich auf der Rückseite der 5-Cent-Münze.Die Dr. Silvius Wodarz-Stiftung hat als Baum des Jahres die Traubeneiche Quercus petraea ausgerufen, die etwas weniger bekannte Schwester der bei uns weiter verbreiteten Stieleiche. Ihren Namen verdankt der stattliche Baum der Anordnung seiner „stiellosen“ Früchte in kleinen Trauben, während seine Blätter erheblich länger gestielt sind als der bei uns häufigeren Stieleiche. Die Blätter der Traubeneiche sind regelmäßiger gebuchtet und unterseits flaumig behaart. Da es zur häufigen Bastardisierung beider Eichen kommt, streiten einige Botaniker über den Status zweier „echter“ Arten. Heraus kommen Exemplare, die vielleicht den Graphikern unserer Cent Münzen Model gestanden haben. Denn sie haben dort Merkmale beider Arten. Ökologisch zeigen sich deutliche Unterschiede. Die sturmfeste Traubeneiche ist in den Höhenlagen des Sauer- und Siegerlandes stärker verbreitet als im Flachland, vielleicht auch weil ihr stau- und grundwasserbeeinflusste Standorte nicht zusagen. Sie findet sich, anders als die Stieleiche, eher auf kargen, sogar felsigen Untergrund und erträgt auch einen gewissen Nährstoffmangel des Bodens. Ihr Verbreitungsgebiet reicht nicht so weit nach Osten, wie das der Stieleiche. Bei weiterer Erwärmung des Klimas hat sie Vorteile durch einen frühen Blattaustrieb und späten herbstlichen Blattwurf gegenüber anderen Baumarten. Aufgrund ihrer guten Ausschlagskraft wurde sie durch vergangene Waldnutzungsformen, wie die Nieder- und Mittelwaldnutzung gefördert. Alte Traubeneichen können so als Zeitzeugen historischer Waldtypen gelten. Eine große Bedeutung hatte sie in früherer Zeit für die Schweinemast. Stattliche Traubeneichen finden sich bei uns zum Beispiel auf dem Kleiberg südlich Soest, wo die militärische Nutzung eine Umwandlung der alten durchgewachsenen Mittel- und Hudewälder in Teilen verhindert hat. Dort leben heute wieder einige robuste Rinder und Pferde das ganze Jahr über in geringer Dichte im Wald unter den alten Eichen (L. Hauswirth).

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