Nachrichten 2013

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Wissenschaftlicher Austausch zwischen Auenökologen aus dem deutsprachigen Raum

4. Auenökologischer Workshop bei der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU)

 

 

 

Zum vierten Mal trafen sich Auenökologen verschiedener wissenschaftlicher Fachrichtungen aus dem deutschsprachigen Raum, diesmal in Bad Sassendorf-Lohne in der Geschäftstelle der Biologischen Station des Kreises Soest.

Nach Treffen an der Elbe, dem Rhein und der Donau folgten in diesem Jahr über 50 Personen der Einladung an die Lippe und an die Ems. Bei dieser Gelegenheit konnten sich angehende und erfahrene Wissenschaftler verschiedener Hochschulen, Vertreter von Fachbehörden sowie Mitarbeiter unterschiedlicher Biologischer Stationen NRWs austauschen und sich über den aktuellen Forschungs- und Erfahrungsstand  zur  Gewässer- und Auenrenaturierung informieren. Die komplexen Zusammenhänge im Bereich der Auenökologie stehen spätestens seit Inkrafttreten der Wasser-Rahmen-Richtlinie der EU im Fokus des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes sowie der wissenschaftlichen Forschung.

Ein dicht gedrängtes Vortragsprogramm informierte über Forschungsvorhaben, Ergebnisse ökologischer Begleituntersuchungen und Erfolgskontrollen. Ein Themenschwerpunkt war dabei in diesem Jahr der Auwald, welcher nicht nur in Deutschland als einer der seltensten auentypischen Lebensräume gelten muss. Auch die Folgen von Standortänderungen wie die Anlage von Sandrücken oder überregionale Klimaveränderungen waren Inhalte wissenschaftlicher Arbeiten. Bemerkenswerte Erkenntnisse ergaben Untersuchungen der Fische und baumbewohnender Ameisen, welche mit innovativen Methoden erfasst worden sind. Leider wies die Mehrheit der Referenten auf die zumeist kurzen Projektlaufzeiten hin, die ein abschließendes Verständnis der Zusammenhänge bzw. Bewertung der Maßnahmen vorläufig nur eingeschränkt zulassen.

Die Renaturierungsmaßnahmen an der Lippe westlich Lippstadts haben Pilotcharakter, da sie bereits Mitte der 90er Jahre umgesetzt werden konnten. In zwei Naturschutzgebieten in der Lippeaue wurden die praktischen Gesichtspunkte bei der Revitalisierung der Aue veranschaulicht. Bei den Exkursionen war ein großes Interesse an den Weidetieren des Naturentwicklungsgebietes Hellinghauser Mersch zu verzeichnen. Die Rinder und Pferde sorgen dort - zusammen mit den zahlreichen naturnahen Gewässern in der Aue - für eine reich strukturierte Landschaft einerseits und für ungestörte Lebensverhältnisse zahlreicher Auenbewohner andererseits. In der Disselmersch bei Lippborg konnten die Exkursionsteilnehmer Elemente einer dynamischen Aue begutachten, welche sich durch die Kraft des (Hoch-) Wassers immer wieder verändern. Hydromorphologische Prozesse werden heutzutage in renaturierten Auen bereitwillig zugelassen und angestrebt. Mehr dazu finden sie unter www.abu-naturschutz.de.

Als Abschluss des 4. Auenökologischen Workshops stand noch eine Exkursion an die Emsaue auf dem Programm. In der Nähe der Ortschaft Einen im Kreis Warendorf ist die Ems über 4 km von der Bezirksregierung Münster renaturiert worden (www.ems-life-nrw.de). Die Teilnehmer konnten dort die Anlage von Seitengerinnen zur  Initiierung der Eigendynamik sowie die Entwicklung der amphibischen Sekundäraue betrachten. Die Gruppe zeigte sich beeindruckt von der Strukturvielfalt, die sich innerhalb der kurzen Zeit seit Beendigung der Maßnahmen an der Ems etabliert hat.

Der 5. Auenökologische Workshop 2014 wird in der Elbtalaue bei Leipzig stattfinden.

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