Nachrichten 2012

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Zwei Rohrweihen in der Hellwegbörde vergiftet

Junge Rohrweihen im Nest bei Bönninghausen, deren Mutter vergiftet wurde (17. Juli 2012, H. Illner)Vom staatlichen Veterinäramt in Arnsberg erhielt die ABU zwei erschreckende Untersuchungsbefunde: Zwei in diesem Jahr im Kreis Soest tot aufgefundene Rohrweihen waren mit Carbofuran vergiftet worden. Die Rohrweihe ist eine streng geschützte und seltene Greifvogelart, die in der Hellwegbörde mit Lippeaue das größte Brutvorkommen in ganz Nordrhein-Westfalen aufweist. Jeder durch Menschenhand verursachter Altvogelverlust ist bei dieser relativ langlebigen Greifvogelart ein empfindlicher Verlust.


Carbofuran ist ein starkes Fraß- und Kontaktgift, dessen Anwendung in Pflanzenschutzmitteln zur Insektenbekämpfung in der EU seit 2007 verboten ist. Es war in Deutschland auch davor nur aufgrund von Ausnahmegenehmigungen zugelassen. Carbofuran ist sehr giftig. Unverantwortliche Personen legen auch im Kreis Soest mit dem Gift bestrichene Fleischköder aus, um damit gesetzeswidrig mißliebige Wildiere wie Greifvögel, Krähen oder Füchse zu töten. Auch Hunde und Katzen können solchen Aktionen zum Opfer fallen.

Beide untersuchte Rohrweihen hatten im Kropf mit dem Gift vesetzte Fleischstücke, an denen sie noch vor dem Verschlucken gestorben waren. Eine männliche Rohrweihe wurde am 16. April nördlich von Bad Waldliesborn von einem Anwohner tot aufgefunden und zum Veterinärdienst gebracht, die zweite fanden ABU-Mitarbeiter am 17. Juli nordwestlich von Bönninghausen. Im ersten Fall handelte es sich um einen Altvogel, der sich wahrscheinlich zu dieser Zeit in der Nähe zum Brüten angesiedelt hatte. Im zweiten Fall war es ein altes Weibchen, das nur knapp 20 m vom Nest mit drei rund zwei Wochen alten Jungvögeln gefunden wurde. Nachprüfungen ergaben, dass das Männchen die Jungen an den Folgetagen allein versorgte. Die Jungen waren zum Glück schon so groß, dass sie die herangetragenen Beutetiere selbst zerkleinern und schlucken konnten. Wäre das Weibchen ein paar Tage früher vergiftet worden, wären alle Jungvögel verhungert, weil sie im Alter von weniger als zehn Tagen nur von dem Weibchen zerkleinerte Nahrungsbrocken aufnehmen können.

Der Veterinärdienst des Kreises Soest brachte die Vergiftungsfälle zur Anzeige und meldete sie der Stabsstelle für Umweltkriminalität im Ministerium. Deratige Vergiftungen sind nicht nur abscheulich, sie werden auch empfindlich bestraft, wenn der Täter gefasst werden kann. Sachdienliche Hinweise sind an die Polizei oder an die ABU zu richten.

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