Nachrichten 2012

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Zwischenbilanz der Wachtelkönigkartierung am Haarstrang

Haar-bei_Drewer_2009_JoestDie Hellwegbörde ist, neben dem Niederrhein und der Lippeaue, das wichtigste Brutgebiet des Wachtelkönigs in NRW. Dieses Vorkommen ist schon seit den 1960er Jahren bekannt. Schwerpunkt der Verbreitung sind die Kammlagen und der südliche Hang des Haarstranges. Der Wachtelkönig lebt hier vor allem in Getreidefeldern und Brachen. Seit 2007 ist die ABU beauftragt, das Vorkommen zu kartieren und falls nötig mit den Landwirten Schutzmaßnahmen durch Anpassung der Ernte zu vereinbaren. 


Während sich in den Gebieten der Lippeaue/Ahsewiesen/Stockheimer Bruch in diesem Jahr ja offenbar recht viele Wachtelkönige angesiedelt haben, habe ich bei meinen Kartierungen am Haarstrang zwischen Möhnesee und Rüthen Meiste bei den beiden ersten Kartierdurchgängen Ende Mai und erste Junihälfte erstmal gar keine gefunden.
Erst in den letzten Tagen sind einige Rufer dazugekommen, gestern Nacht bei einer Nachsuche an den wichtigsten Stellen insgesamt vier. Dies sind Vögel, die offenbar noch (ein zweites) mal ihr Glück versuchen wollen. Insgesamt ist es aber der geringste Bestand in dem von mir seit 2007 kartierten Gebiet. Ich vermute, das das Ausbleiben in der frühen Brutsaison damit zusammenhängt, dass am Haarstrang praktisch das gesamte Wintergetreide wegen der Kahlfröste im Februar umgebrochen werden musste. Das Sommergetreide war im Mai noch sehr niedrig und lückig, und möglicherweise hat sich Umbruch und Bearbeitung im Frühjahr auch auf das Nahrungsangebot ausgewirkt. Auffällig war, dass  in den Nächten kaum Nacktschnecken, die in manchen Jahren die Straßen bedecken, zu sehen waren. Dazu mögen Witterungseinflüsse kommen.  Eventuell haben diese Umstände dazu geführt, dass sich die Vögel lokal verlagert und statt am Haarstrang eher in den Auengebieten angesiedelt haben.
Neben den Wachtelkönigen waren in diesem Jahr wieder auffällig viele Wachteln zu hören. Mit 111 Registrierungen kaum weniger als im "Einflugjahr" 2011 (132 Registrierungen). Diese Zahl unterschätzt den wahren Bestand noch mal wesentlich, da das Zeitfenster sehr eng ist und ich weiter entfernt rufende Tiere, die ich nicht genau genug lokalisieren konnte, gar nicht notiert habe.  Außerdem fand ich noch 6 Feldschwirlreviere und an vier Stellen in kleinen Feldghölzen bettelnde Waldohreulen, was für ein besseres Mäuseangebot spricht (Im Vorjahr nur eine). Unter den Säugern in der Nacht wieder Begegnungen mit Hasen, Kaninchen, Rehen, Wildschweine, Steinmardern, Igeln und Füchsen. Unter den Raubsäugern sind mir aber wesentlich mehr Katzen als Füchse begegnet, die auch weit ab der Häuser jagen (R. Joest).

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