Nachrichten 2011

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Ein Streifzug durch den Wulfesknapp bei Schoneberg

Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio) (H.Vierhaus)Es hat Sommer gegeben, da standen erhebliche Teile des NSG Wulfesknapp unter Wasser. In diesem und im vergangenen Jahr allerdings konnte man fast alle Bereiche trockenen Fußes begehen. Dennoch lohnt sich auch unter diesen Bedingungen ein Streifzug durch das Gebiet, bei dem man einen kleinen Eindruck von der Artenvielfalt dieses wertvollen Lebensraumes gewinnen kann. Auf den gerade trocken gefallenen Schlammflächen der Teichreste siedeln als Pioniere Lebermoosarten der Gattung Riccia. Von ihnen ist das Sternmoos eine besonders hübsche Art.. In der hohen Seggenbeständen lassen sich trotz der fast leeren Tümpel Südliche und Glänzende Binsenjungfern (Lestes barbarus und L. dryas) beobachten und in die Büsche am Rande des Sumpfkomplexes steigen Laubfrösche. Gelegentlich quarren sie und lassen so erkennen, dass es doch eine nette Anzahl dieses Lurchs im Gebiet gibt. Einer der neu angelegten Teiche im Osten der Fläche hält noch erfreulich viel Wasser. Hier fühlen sich Große und Kleine Pechlibellen (Ischnura pumilio im Bild) wohl. Sie teilen sich den Lebensraum mit der Gemeinen Binsenjungfer (Lestes sponsa) und der  Großen Heidelibelle (Sympetrum striolatum). Wenn man nicht aufpasst, bekommt man es an heißen Tagen mit der schönen aber blutrünstigen Goldaugenbremse (Chrysops relictus) zu tun. Und überall in der gewässernahen Vegetation begegnet man Sumpfschrecken (Stethophyma grossum), eine Art, die im Wulfesknapp einen Schwerpunkt ihres Vorkommens im Kreis Soest hat. Profiteure dieser reichen Heuschreckenwelt sind die Spinnen. Es überrascht daher nicht im Gebiet Wespenspinnen (Argiope bruennichi) anzutreffen, die besonders gerne Heuschrecken verspeisen. Die abgebildete Vierfleck-Kreuzspinne (Araneus quadratus), die trotz ihrer Größe weniger auffällig ist – sie versteckt sich gern in einem Gespinst am Rande ihres Netzes – begnügt sich allerdings mit einer Erdschnake. Die Streckerspinne (Tetragnatha cf extensa.)mit ihren mächtigen Cheliceren baut ein Radnetz unmittelbar am Ufer eines Teiches und gibt sich mit kleineren Insekten als Beute zufrieden
Zum Wulfesknapp gehören aber auch stets trockene, sandige Standorte mit einer bemerkenswerten Pflanzen- und Tierwelt. Bei gutem Wetter lassen sich hier Dünen-Sandlaufkäfer beobachten, deren Mandibeln an die Stoßzähnen eines Elefanten erinnern. Diese Käfer können bestens fliegen und erinnern an Fliegen, wenn sie man sie aufscheucht. Die Sandflächen werden auch von Wildbienen zur Anlage von Brutröhren genutzt. Und diese wiederum suchen dann wiederum Blut- oder Kuckucksbienen (Sphecodes spec.) auf. Sie dringen in die Röhren ein, töten die vorhandenen Larve und die Larve der Blutbiene ernährt sich dann von den für den eigentlichen Besitzer vorgesehenen Nahrungsvorräten.
Schließlich mag man auch einem der großen Tiere des Gebietes begegnen. Rehe fühlen sich auf der offenen Fläche, im Sumpf oder im angrenzenden Wald sehr wohl.
Wulfesknapp, Sumpf am Waldrand (H. Vierhaus)Riccia cavernosa, das hübsche Stern-Lebermoos (H. Vierhaus)junger Laubfrosch (H. Vierhaus)Glänzende Binsenjungfer (Lestes dryas) (H. Vierhaus)Südliche Binsenjungfer (Lestes barbarus) (H. Vierhaus)WulfesKnapp, neuer Teich (H. Vierhaus)Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio) (H. Vierhaus)Goldaugenbremse (Chrysops relictus) (H. Vierhaus)Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) (H. Vierhaus)Wespenspinne (Argiope bruennichi) (H. Vierhaus)Vierfleck-Kreuzspinne (Araneus quadratus) (H. Vierhaus)Vierfleck-Kreuzspinne (Araneus quadratus) (H. Vierhaus)Streckerspinne (Tetragnatha spec.) UnterseiteWulfesKnapp-TrockenstandortDünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) (H. Vierhaus)Blut- oder Kuckucksbiene (Sphecodes cf albilabris) (H. Vierhaus)Rehbock (H. Vierhaus)

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