Nachrichten 2010

Nachrichten 2010

Einsatz für den Vogelschutz

uebergabeWiesenweihe und Wachtelkönig können in Ruhe brüten: Damit Landwirte im Kreis Soest und in angrenzenden Kreisen ihre Felder erst abernten, wenn die am Boden nistenden Vögel ihre Nester verlassen haben, stellt das Land insgesamt 18.500 Euro zur Verfügung. Für die Ernteausfälle übergab Abteilungsleiter Bernd Müller von der Bezirksregierung Arnsberg am gestrigen Donnerstag, den 6. Mai, die Förderbescheide persönlich in Bad Sassendorf an die beiden Biologen Dr. Ralf Joest und Hubertus Illner von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz.
Die ABU wirbt bei den Landwirten für entsprechende Verträge mit dem Land. Müller: „Ökologie geht alle an. Wir leisten dazu unseren Beitrag und danken allen, die sich im Umweltschutz engagieren.“

Tödliche Hilfe: unverletzte Jungvögel unbedingt in Ruhe lassen

Junge-DrosseL_DHJedes Jahr im Frühling finden Spaziergänger, Naturfreunde oder spielende Kinder vermeintlich verlassene Jungvögel, versuchen sie aufzupäppeln oder liefern sie bei Tierärzten oder Auffangstationen ab. Die Aufnahme dieser Jungvögel in die menschliche Obhut stellt in den meisten Fällen für die Jungvögel keine Hilfe dar. Weniger als 20 Prozent der in den Auffangstationen abgelieferten Jungvögel sind tatsächlich verletzt oder erkrankt. Nur das Aufwachsen in der Natur macht die Jungvögel überlebensfähig. Falsches Verhalten, Fehlprägungen und Wachstumsstörungen der durch menschliche Hand aufgewachsenen Vögel führt oft im nächsten Winter zum Tod. Selbst von in der Natur aufgewachsenen Jungvögeln überleben bei manchen Vogelarten weniger als 30 % bis zum nächsten Frühjahr. In menschlicher Obhut aufgewachsene Vögel haben eine noch viel geringere Überlebenschance, es gilt also: Hände weg von Jungvögeln  !!!
Wer aber hat nun Hilfe wirklich nötig und wie verhält man sich richtig? Hilfe benötigen nur aus dem Nest gefallene unbefiederte, verlassene oder erkennbar verletzte Jungvögel.

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Zweitägiger Fach-Workshop im LIFE-Projekt "Bachtäler im Arnsberger Wald" mit wichtigen Impulsen

Im Rahmen des LIFE-Projektes "Bachtäler im Arnsberger Wald" fand am 22. und 23.April ein Workshop statt. Getagt wurde im Forstlichen Bildungszentrum in Neheim-Hüsten. Das LIFE-Projekt hat das Ziel, auf größeren Abschnitten die Fließgewässer im Arnsberger Wald zu renaturieren und in den Auen stockende standortfremde Fichtenforste in Erlen-Auwälder bzw. Eichen-Hainbuchen-Wälder umzuwandeln. Die 40 Teilnehmer und Referenten aus NRW und Süddeutschland gaben wichtige Impulse für die weitere Umsetzung des LIFE-Projektes. Auf zwei Exkursionen wurden die fachlichen Grundlagen anhand der örtlichen Situationen konkretisiert und Maßnahmen diskutiert. Die fachlichen Grundlagen und Erfahrungsberichte aus vergleichbaren Projekten werden nun ausgewertet und für die weiteren Umsetzungspläne genutzt.
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Viel Interesse an der Heve

An die 70 Interessierte wanderten am Sonntag, 11. April, unter Leitung von Joachim Drüke durch das Hevetal. Sie erfuhren, was einen naturnahen Bach ausmacht und welche Vielfalt an Lebensräumen naturnahe Auen bereithalten. Und sie erfuhren einiges über die Geschichte des Hevetales und seine frühere Nutzung. Dass die Heve auf einer langen Strecke von Neuhaus bis zum Möhnefluss schon vor mehr als 170 jahren begradigt wurde, erstaunte die Exkursionsteilnehmer. Spannendes gab es auch über die Folgen des Sturms Kyrill zu hören, der in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 auch im Hevetal viele Fichten geworfen hat. Auf einer Auenfläche bachaufwärts von Neuhaus sind ihre großen Wurzelteller noch zu sehen. Hier in der Heveaue soll die Natur von sich aus die weitere Entwicklung bestimmen. Ist das nun Unordnung oder doch eine großartige Chance für neue Natur? Die meisten Exkursionsteilnehmer jedenfalls sprachen sich dafür aus, der Natur Raum zu geben.
Von der natürlichen, nie begradigten Heve weiter flussaufwärts waren die Teilnehmer tief beeindruckt. "Wann kommt der Biber?" war hier die spontane Frage einer Teilnehmerin.
Ein Schwarzspecht zeigte sich sehr schön auf dem Hin- und auf dem Rückweg. Sein lautes, wohlklingendes "kliöh" schallte durch das Hevetal.

Das LIFE-Projekt „Bachtäler im Arnsberger Wald“ hat sich zum Ziel gesetzt, begradigte Bachabschnitte der Heve, der Kleinen Schmalenau, der Großen Schmalenau und des Hevensbrinks zu renaturieren und Fichtenkulturen in lichtdurchflutete Laubwälder zu verwandeln.

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Ohne Greifvogelabschuss keine Rebhühner mehr?

Ein Artikel in der Zeitschrift „Jäger“ (April 2010) fordert wieder einmal „die Kurzhaltung von Habicht, Bussard und Rabenvögeln“, diesmal zur Rettung der Rebhühner. Der „renommierte Niederwildexperte“ Dr. Heinrich Spittler versucht mit Zahlenspielereien und Vermutungen zur Reproduktionsrate („geht man davon aus“ ... „eine durchaus realistische Annahme“) glaubhaft zu machen, dass Habicht (und Mäusebussard) die „Rückgangsursache Nummer eins“ für das Rebhuhn sind. Andere Faktoren spielen angeblich keine Rolle, wie etwa die heute schlechtere Nahrungssituation für Rebhühner in der Feldflur, die Spittler durchaus sieht. Da Jäger jedoch keine abgekommenen oder verhungerten Rebhühner finden, kann sie nicht wichtig sein. Auch der Verminderung der Deckung durch fehlende Feldraine und größere Ackerschläge wird kein Einfluss zugebilligt, weil das Rebhuhn ja die Deckung gar nicht bräuchte, wenn keine Feinde vorhanden wären.

Besonders abstrus sind Hochrechnungen des Rebhuhn-Bestands: Wenn die Winterverluste nur 50 % betragen würden und die Gelegeverluste nur 25 %, dann wäre der Frühjahrsbesatz (im Kreis Fulda) in drei Jahren „von 8.240 auf 30.983 Stück angestiegen und im vierten Jahr bereits auf 61.964 Stück“.

Also weg mit den Greifvögeln? Da gibt es allerdings noch ein „gesetzliches Problem“ wie es in dem Artikel heißt, und „nur die Politik kann’s richten“. Hoffentlich nimmt kein Politiker diese Peinlichkeit ernst. Der „renommierte Niederwildexperte“ hatte sich übrigens vor einigen Jahren damit blamiert, dass er den Sperber als Hauptfeind der Rebhuhn- und Fasanenküken proklamierte – Spittler hatte in Aufnahmen von Überwachungskameras an Sperberhorsten gerupfte Singvögel, die die Sperber als Beute zu ihren Jungen trugen, als Küken von Hühnervögeln fehlbestimmt.

Lassen wir also die Milchmädchen-Rechnungen. Jäger und Naturschützer sollten sich gemeinsam dafür einsetzen, dass die Agrarlandschaften wieder naturnäher werden. Feldlerchenfenster, Ackerwildkrautschutz, Blühstreifen, Stoppelfelder im Winter, magere Feldraine, Graswege und Hecken braucht die Natur – nicht den Abschuss von Arten!
altalt


Ein Frühlingsabend in den Ahsewiesen - Exkursion

Brachvogel-_J.-Brackelmann_Ostermontag, den 5.4.2010, bietet die ABU eine Exkursion in die Ahsewiesen an. Diese Exkursion war zunächst für Ostersonntag, den 4.4., vorgesehen und muss auf den 5.4. verschoben werden. Um 17.30 Uhr treffen sich die Exkursionsteilnehmer auf dem Parkplatz am Sportplatz in Hultrop an der B475 direkt neben Sändkers Mühle gelegen.

Das Frühling ist die Zeit der Vögel in den Ahsewiesen und am Abend sind sie besonders aktiv. Wir werden die Großen Brachvögel bei ihrem eindrucksvollen Revierflug beobachten können, die ersten Kiebitze brüten schon. Andere Arten wie die Rohrweihe sind gerade im Brutgebiet eingetroffen. Gleichzeitig rasten noch viele nordische und osteuropäische Brutvögel auf den nassen Wiesen. Wer bis zur Abenddämmerung ausharrt kann vielleicht den ersten Laubfröschen lauschen.

Auf einem Spaziergang werden wir besondere Stellen im Schutzgebiet ansteuern und vom Aussichtsturm aus beobachten wir die Vögel mit besonders stark vergrößernden Spektiven. Während der Exkursion werden viele Informationen zum Gebiet und den umgesetzten Naturschutzmaßnahmen gegeben.

Soweit vorhanden sollten Ferngläser mitgebracht werden.

Erfolgreiche Jahreshauptversammlung

Die diesjährige Jahreshauptversammlung der ABU verfolgten 65 Mitglieder und Gäste. ABU-Vorsitzender Joachim Drüke verband seinen Überblick über die umfangreichen Aktivitäten im vergangenen Jahr mit einem großen Dank an alle, die in der ABU daran mitgewirkt haben.
Den Jahresbericht der ABU über ihre Aktivitäten im Jahr 2009 können Sie herunterladen.
ABU-Jahresbericht-2009
Schwerpunkte waren die Verbesserung der betreuten Naturschutzgebiete, der Schutz der Natur in den heimischen Feldlandschaften, die Beteiligung an Planungen, die Naturschutzprojekte und der Artenschutz. Nach wie vor bereitet den Naturschützern der Rückgang von Tier- und Pflanzenarten in den Feldlandschaften große Sorge. "Hier sind zusätzliche Naturschutzaktivitäten erforderlich, wollen wir den anhaltenden Naturverlust stoppen und umkehren", so der ABU-Vorsitzende.
Angesichts von Konflikten um Saatkrähen, Kormoranen, Gänsen und andere Arten warb er für eine Kultur der Toleranz und des Respekts gegenüber der Natur statt einer Politik des Scheuchens, Schießens, Regulierens.

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Mehr als 30 Naturfreunde trotz Regenwetter auf Exkursion an den Klärteichen

Das Schauerwetter am Sonntag hielt die mehr als 30 Interessenten nicht davon ab, am Sonntag unter Führung von Petra Salm die ehemaligen Klärteiche der Zuckerfabrik bei Soest und bei Hattrop zu besuchen. Dort konnten die Teilnehmer verschiedene Enten- und Gänsearten, wie Tafelente, Reiherente, Krick- und Schnatterente, Kanadagans und Graugans beobachten. Auch Kormorane und Haubentaucher zeigten sich in Hattrop.
Die in den letzten beiden Jahren durchgeführten Maßnahmen in den Gebieten wurden ebenfalls erläutert. Alles in allem eine zwar zwischenzeitlich feuchte, aber dennoch gelungene Exkursion.

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