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Rückgang der Schmetterlinge in NRW

Der Bestand des Großen Ochsenauges, einer weit verbreiteten Art des Grünlandes, ist seit 1990 deutlich zurückgegangen (Ralf Joest). Der erhebliche Rückgang der Insekten -an Biomasse und Artenvielfalt- ist offenbar ein langfristiges und flächendeckendes Phänomen. Dennoch wird diese Erkenntnis von einigen nach wie vor angezweifelt. Grund ist der bedauerliche Mangel an langfristigen, repräsentativen Untersuchungen aus allen Landesteilen. Dieses Manko kann durch rückblickende Analysen der in verschiedenen Regionen, Zeiträumen und an unterschiedlichen Artengruppen gewonnenen heterogenen Datensätze zum Teil behoben werden. Einen weiteren solchen Baustein für unsere Region haben Rudolf Pähler, Hans Dudler und Axel Hille von der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen basierend auf zahlreiche Fundmeldungen ehrenamtlich tätiger Entomologen vorgelegt.

In dem Buch „Das Stille Sterben der Schmetterlinge“ haben sie Bestandstrends für 37 weit verbreitete und häufige Tag- und Nachtfalter in Nordrhein-Westfalen und angrenzenden Gebieten analysiert. Die Ergebnisse zeigen für den Zeitraum 1975 bis 2017 eine globale Abnahme auf fast die Hälfte der früheren Bestände (Indexwerte, - 47 %). Dabei sind mehrere Phasen erkennbar: nach zunächst leichter Zunahme nahmen die Bestände von 1975 bis 1985 deutlich ab. Diese Abnahme verlangsamte sich von 1985 bis 2005. Von 2005 bis 2017 kam es wieder zu einer weiteren starken und kontinuierlichen Abnahme, die besonders Arten der Kulturlandschaft betrifft.
Diese Ergebnisse weisen Parallelen zur Situation bei den vielfach auf Insekten (Raupen) als Nahrung angewiesenen Vögel auf: die starke Betroffenheit von „Allerweltsarten“ der landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft, die z.T. beschleunigten Rückgänge in jüngster Zeit und das deutlich erkennbare „shifting- baseline-Syndrom“.

Im zweiten Teil des Buches betrachten die Autoren - auch auf Grund ihres eigenen Erfahrungswissens aus mehreren Jahrzehnten feldbiologischer Tätigkeit - die Ursachen des Rückgangs. Sie kommen zu dem Schluss, das insbesondere die vielfältigen Veränderungen im Zuge der Intensivierung der Landbewirtschaftung (u.a. Eutrophierung und Pestizide), aber auch andere Landschaftsveränderungen die größte Rolle spielen. Folgen des Klimawandels und z.B. die Lichtverschmutzung bleiben in ihrer Bedeutung dahinter zurück. Auf diese Ergebnisse aufbauend werden Verbesserungsvorschläge gemacht.

Das beachtenswerte Buch wurde von der Staff-Stiftung Lemgo finanziell gefördert und kann bei Rudolf Pähler zum Preis von 29,80 € plus Versandkosten (In Deutschland 4,50 €) bestellt werden. (Ralf Joest).

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit.

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