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Projekt des Monats im Integrierten LIFE-Projekt Sandlandschaften

Knoblauchkröte (L. Hauswirth)Förderung und Entwicklung von Lebensräumen für die Knoblauchkröte in der Lippeaue
Schon in den 80er Jahren haben sich die jungen „Aktivisten“ der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz am Brandscherenteich bei Bad Waldliesborn des Samstags zu einer umfangreichen Entschlammungsaktion im Handbetrieb zusammengefunden. Der große künstliche Teich liegt in der Nähe der Glenne inmitten eines Sanddünenfeldes am auslaufenden Sennezug. Nicht auszuschließen, dass es dem ein oder anderen Helfer nicht bloß um die Verbesserung der Lebensräume heimischer Amphibien ging, sondern auch darum, die zu erwartende abschließenden Schlammschlacht nicht zu verpassen. Für diesen Zweck hatten unsere Mütter eine extra Kleiderkiste mit den schäbigsten Teilen vorgehalten. Der ehemalige Feuerlöschteich an der Alten Schule war unter Naturschützern schon lange als wertvoller Lebensraum seltener Pflanzen- und Tierarten wie das Sumpfblutauge und die Knoblauchkröte bekannt.

35 Jahre später spielt diese Art wieder eine Rolle bei der Arbeit der ABU: Mittlerweile wird die Knoblauchkröte sogar europaweit als so selten eingeschätzt, dass sie als Anhang IV-Art der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie besonderen Schutz genießt und mit erheblichen finanziellen und logistischen Aufwand wieder aus dieser prekären Lage herausgebracht werden soll. Obwohl der Kreis Soest nur kleinräumig über „Sandlandschaften“ verfügt, haben sich die Biologische Station der ABU und der Kreis Soest 2015 angesichts des Vorkommens der Knoblauchkröte für eine Teilnahme an einem integrierten LIFE-Projekt „Sandlandschaften“ der EU beworben und sind nun in der Lage über dieses großräumige Projekt auch Amphibienarten mit Biotop gestaltenden und Population stützenden Maßnahmen zu fördern.

Seit 2017 haben in der Lippeaue westlich Lippstadt erste Biotop-Maßnahmen im Rahmen dieses EU-Projektes für die Knoblauchkröte begonnen. Im Bereich der „Roten Beeke“ waren bereits seit 2013 durch engagierte ehrenamtliche Nachweiskontrollen der Knoblauchkröte unternommen worden. Es wurden Amphibienzäune aufgebaut und diese vier Jahre in Folge im März und April allmorgendlich kontrolliert. Einige erwachsene Knoblauchkröten wurden in eine Aufzuchtstation im Münsterland gebracht, wo die Weibchen unter optimalen Bedingungen und frei von Fressfeinden ablaichen konnten. Zusammen mit den Kaulquappen wurden sie wieder in die Herkunftsgewässer am Ortsrand Lippstadts zurückgebracht. Im Herbst letzten Jahres wurden im näheren Umfeld der angestammten Laichgewässer sowie ebenfalls am Terrassenrand der Lippeaue bei Schoneberg neue Kleingewässer und Landlebensräume geschaffen. Entlang der Lippe existieren zwar bis weit hinter Hamm beiderseits noch sandige Hochterrassen, doch sind sie fast gänzlich von intensiver landwirtschaftlichen Nutzung überprägt. Auch die meisten Kleingewässer sind verfüllt worden oder durch Verbuschung als Laichgewässer nicht mehr geeignet. Aber gerade entlang der Lippeschiene scheint es besonders aussichtsreich, Trittsteinbiotope für die Knoblauchkröte herzustellen, ist doch das nächste Altvorkommen in diesem Naturraum erst wieder aus dem Raum Wesel bekannt. Durch die Anlage neuer Gewässer und ihrer Besiedlung ist jedes Einzelvorkommen nicht mehr existentiell für den Erhalt der sehr seltenen Art. Die Ergebnisse der Neu-Ansiedlung der Knoblauchkröten werden ebenfalls im Rahmen des LIFE-Projektes überprüft.

Das Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ ist das erste integrierte LIFE-Projekt im Bereich „Natur“ in Deutschland. Die Gesamtkoordination des Projektes der Bezirksregierung Münster übertragen. Die Maßnahmen für die Knoblauchkröte bei Lippstadt werden derzeit als „Projekt des Monats“ besonders gewürdigt. Weitere Informationen sind im Internet zugänglich unter: www.sandlandschaften.de

(Luise Hauswirth)

 Amphibienzaun (L. Hauswirth) Einsatz (L. Hauswirth)

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