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Flora-Projekt will bedrohte Raritäten retten

Guter Heinrich (Foto: W. Schubert)Die Biologische Stationen Hochsauerlandkreis und Soest setzen sich seit vielen Jahren für den Erhalt einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt in ihren Kreisgebieten ein. Trotz dieser umfangreichen Bemühungen gibt es Pflanzenarten, die in ihrem Bestand hochgradig gefährdet sind. Manche dieser Arten sind von Natur aus selten. Dazu gehört an wenigen Salzstandorten entlang des Hellwegs der Echte Sellerie.

Andere Pflanzen kommen aufgrund sich ändernder Landnutzung nur noch in einigen wenigen Populationen vor, so etwa der Echte Frauenspiegel auf extensiv genutzten Kalkscherbenäckern.
Aufgrund einiger naturräumlicher Besonderheiten kommt den beiden Kreisen für
einige Pflanzenarten landesweit eine hohe Verantwortung für den botanischen Artenschutz zu.

Um diese botanischen Highlights dauerhaft zu erhalten und die Bestände zu fördern, haben die Biologischen Stationen ein gemeinsames Modellprojekt entwickelt. Seit Anfang des Jahres liegen nun die Förderbescheide durch das Land NRW, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung vor. Über 5 Jahre können sich die beiden Biologischen Stationen mit diesen zusätzlichen Mitteln nun noch intensiver um den Erhalt und die Förderung der botanischen Raritäten kümmern.

Wer findet den Guten Heinrich?

Eine besondere Rolle spielt im Florenprojekt der Biologischen Stationen Soest und Hochsauerlandkreis eine Pflanze, die mit deutschem wie wissenschaftlichem Namen als „Guter Heinrich“ bezeichnet wird (lat. Chenopodium bonus-henricus). Den wertschätzenden Namen trägt das Fuchsschwanzgewächs wegen seiner vielfältigen Verwendbarkeit als Nahrungs-, Heil- und Färberpflanze.

Ursprüngliche Wuchsorte waren vor allem Wildläger im Alpenraum, also Plätze, wo Großwild lagerte und oft Dung hinterließ. Mit der Viehhaltung breitete sich die Pflanze dann weit ins Flachland aus, wo sie vor allem auf Weideflächen, entlang von Viehtriebwegen und im Umfeld von Ställen und Misthaufen wuchs. Zudem wurde das Kraut auch in Gärten als Gemüsepflanze kultiviert. An den großen, pfeilförmigen Blättern, die am Stängel von unten nach oben an Größe abnehmen, ist die Pflanze recht gut erkennbar.

Da es noch eine Reihe von Vorkommen gibt, die zudem typischerweise an Wegrändern in Dorfnähe liegen, eignet sich der Gute Heinrich als „Schirmart“ des Projekts. An seinem Beispiel soll in der Öffentlichkeit auf die Situation der besonders gefährdeten Pflanzenarten hingewiesen werden.
Kennen Sie noch bestehende Vorkommen vom Guten Heinrich? Die Mitarbeiter der Biologischen Stationen sind für jeden Hinweis dankbar. Wichtig sind neben einem brauchbaren Belegfoto und dem Fundort, der gut beschrieben und in einem Kartenausschnitt markiert sein soll, auch Kontaktdaten des Finders für eine mögliche Rückfrage. Unter den richtigen Meldungen verlost das Projekt im Spätherbst 2018 einen Buchpreis.

Guter Heinrich (Foto: A. Schmitz-Miener)Guter Heinrich (Foto: W. Schubert)

 

 

 

Weitere Infos zum Projekt:

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