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Inventur der Vogelwelt in Nordrhein-Westfalen

Bekassine (Foto ABU_Archiv)Die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft (NWO) und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) haben soeben die neue Rote Liste der Brutvogelarten und der wandernden Vogelarten in NRW vorgestellt. Die Roten Listen spiegeln Status und Bestandsentwicklung der Vögel wider und sind unverzichtbare Informationen für Planungsverfahren und die Naturschutzpraxis. Sie zu erstellen verlangte einen großen Einsatz amtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LANUV-Vogelschutzwarte sowie hunderter ehrenamtlicher Vogelkundler -innen der NWO. Die Ergebnisse zeigen Licht und Schatten:

Obwohl die Zahl gefährdeter Brutvogelarten seit Mitte der 1980er Jahre leicht sinkt, ist etwa die Hälfte der Brutvogelarten (93 von 188 Arten) in NRW gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Licht gibt es bei einigen sog. Flaggschiffarten: Schwarz- und Weißstorch etwa konnten dank intensiver Schutzbemühungen ihre Bestände ebenso vergrößern wie beispielsweise Uhu oder Wanderfalke. Zudem konnten beispielswiese Kolkrabe, Heidelerche oder Schwarzkehlchen in ihren Gefährdungsgraden zurückgestuft werden.

Schatten gibt es bei Arten, die nicht so bekannt, gleichwohl jedoch für die Vielfalt der Vogelwelt bedeutsam sind. Dazu gehören unter anderen Flussregenpfeifer, Baumpieper oder Habicht. Ausgestorben seit der letzten Roten Liste sind in NRW Haubenlerche und Ortolan. Schatten gibt es jedoch auch bei früheren „Allerweltsarten“. So mussten unter anderem Kiebitz, Kuckuck und Bluthänfling – Arten, die ganz oder teilweise von landwirtschaftlich geprägten Lebensräumen abhängen – in eine höhere Gefährdungskategorie eingestuft werden. Beispielsweise hat seit den 1990er Jahren der Star (Vogel des Jahres 2018) großflächig so stark abgenommen, dass er von der Vorwarnliste in die Kategorie „gefährdet“ hochgestuft werden musste. Weitere massive Rückgänge betreffen Feldvögel wie Rebhuhn, Feldlerche oder Grauammer. Die Brutbestände von Vogelarten, die auf Ackerflächen oder Grünland brüten, sind inzwischen weniger als halb so groß wie noch vor 25 Jahren.

Vergleichbar mit dem „Insektensterben“ bedeuten Bestandsrückgänge und Gefährdung von Arten der Vogelwelt den Verlust von Artenvielfalt und Biodiversität in NRW. Artenverluste können selten und wenn nur mit enormem Einsatz rückgängig gemacht werden. Trotz einiger Erfolge und mancher Anstrengungen hat sich die Gesamtsituation für die Vogelwelt in Nordrhein-Westfalen nicht verbessert - was die Zahl der Brutpaare angeht sogar verschlechtert. Insgesamt entspricht die Bestandssituation der Vogelwelt in NRW im Großen und Ganzen der in ganz Europa. Notwendig ist eine konsequente Umsetzung von Gegenmaßnahmen, insbesondere in den Agrarlebensräumen.

Veröffentlicht werden die Roten Listen unter anderem in Charadrius, Zeitschrift für Vogelkunde, Vogelschutz und Naturschutz in Nordrhein-Westfalen, herausgegeben von der NWO. Bezug: info@nw-ornithologen.de

(Ralf Joest, nach einer Pressemitteilung von LANUV und NWO)

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