Nachrichten

Nachrichten

Halten sich Hundehalter/-innen an die Anleinpflicht im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde?

Im Frühjahr informierte der Kreis Soest in Presseartikeln und im Hellwegradio sowie durch ein frisch aufgelegtes Faltblatt über die Anleinpflicht für Hunde im EU-Vogelschutzgebiet Hellwegbörde und in Naturschutzgebieten generell. Im Kreis Paderborn waren im EU-Vogelschutzgebiet Hellwegbörde im Vorjahr einige Schilder mit Hinweisen auf die Anleinplficht aufgestellt worden. Dies war für mich der Anlass, einmal zu ermitteln, wie es mit dem Anleinen von Hunden im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde bestellt ist.
Während meiner Erfassungen im Rahmen des Weihen-Schutzprogrammes ermittelte ich vom 26.4. bis 31.5.2017, ob und wie Hunde in den Feldfluren des Vogelschutzgebietes Hellwegbörde angeleint waren: im Kreis Soest waren es 112 Fälle mit Hunden (mehrere Hunde eine(s) Halter/-in wurden gesondert gewertet) und im Kreis Paderborn 10 Fälle. Wegen des engen Zeitrahmens dürften kaum Doppelzählungen einer Person mit Hund (en) vorgekommen sein, so dass es eine ausreichend große, repräsentative Stichprobe gewesen sein dürfte.
Im Kreis Soest waren 57 Hunde (= 51 % ) unangeleint, im Kreis Paderborn 2 Hunde (= 20 %), zusammen waren 59 Hunde (= 49 %) im Vogelschutzgebiet nicht angeleint.


Von 17 nicht angeleinten Hunden wurde aus der Ferne mit dem Fernglas ermittelt, wo sie sich während rund einminütiger Beobachtungszeit aufhielten: 41 % stöberten in der Wegrandvegetation oder am Feldrand, nur sehr selten liefen Hunde weiter als 10 m vom Weg ins Feld hinein.
Von den insgesamt 56 angeleinten Hunden liefen allerdings auch 11 (= 20%) zumindest in der Wegrandvegetation herum, wenn die Halter die Hunde an langen Leinen führten.
In 22 Fällen unangeleinter Hunde verteilte ich das oben erwähnte Faltblatt mit dem Hinweis, doch bitte die Hunde anzuleinen, wodurch sich in den meisten Fällen ein Gespräch ergab. Die häufigste "Entschuldigung" der angesprochenen Halterin/ des Halters war der Hinweis, dass die Abgrenzung des Vogelschutzgebietes und die Anleinpflicht nicht bekannt seien. Dies schien vereinzelt nur ein Vorwand gewesen zu sein. Allerdings ist anzumerken, dass es im Kreis Soest keine Hinweistafeln mit der Abgrenzung des Vogelschutzgebietes gibt und die Abgrenzung in dem erwähnten Faltblatt leider nur in sehr groben Maßstab dargestellt ist. Einige meinten, dass sie in der Zukunft anleinen würden. Einige wenige hatten allerdings gar keine Leine dabei.
Das zweithäufigste genannte Argument für das Nicht-Anleinen war der Hinweis auf einen alten bzw. gut erzogenen Hund, der sich nur auf dem Weg bewegt, was ich in den meisten Fällen durchaus nachvollziehen konnte.
Unter den Personen mit Hunden an der langen Leine und denen mit nicht angeleinten Hunden war den meisten nicht bekannt, dass in breiter Wegsaumvegetation Vogelarten wie Feldlerche und Rebhuhn brüten können, die von den Hunden aufgespürt und geschädigt werden könnten. Dies scheint mir in der Brutzeit der Vögel auch das größte Problem mit unangeleinten Hunden bzw. Hunden an der langen Leine in der Hellwegbörde zu sein.
Für brütende Wiesen- und Rohrweihen dürften nach diesen Ergebnissen nicht verwilderte Hunde von April bis Juni kaum eine Gefährdung darstellen, weil die Hunde dann sehr selten weiter in Getreidefelder laufen, auch weil hohe und dichte Pflanzenbestände für die meisten Hunde schlecht durchdringbar sind. Gefährlicher dürfte die Situation nach Beginn der Getreideernte sein, wenn Schutzzonen für Weihen eingerichtet, einige Getreidebestände ins Lager gegangen sind und Hunde so leichter zu den Schutzzonen und Nestern gelangen können. Außerdem dürfte dann die Meinung verbreitet sein, dass die Brutzeit vorbei ist und nicht mehr auf brütende Vögel oder Wild achtgegeben werden muss. Frau Doris Glimm hatte in den 1970/80er Jahren nachweislich Fälle der Tötung von jungen Weihen durch Hunde. Selbst hatte ich seit 2006 einige wenige deratige Verdachtsfälle bei der Wiesen- und vor allem bei der Rohrweihe.
Hubertus Illner  

Startseite

Termine

Veröffentlichungen

Downloads

Mitarbeiter-Login

Nachrichten

Aktuelle Beobachtungen

Werden Sie aktiv

Spenden

Kinder- und Jugendgruppe

Betreuungsgebiete

Projekte

Natur im Kreis Soest

Naturschutzthemen

Links

Die ABU ist Partner der

Aktuelle Projekte
Bachtaeler-100 auenland-80

Naturschätze Südwestfalens