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Jahreshauptversammlung der ABU am 17. März

Der Vorsitzende der ABU, Joachim Drüke, eröffnete um 19.35 Uhr die diesjährige Jahreshauptversammlung. Der Saal in der Lohner Mühle, Sitz des Vereins mit der Biologischen Station Soest, war mit 75 Interessierten, darunter 63 stimmberechtigte Mitglieder, auch in diesem Jahr wieder voll besetzt.

Bericht des Vorsitzenden

Joachim Drüke berichtete über das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Vorstand tagte 9-mal, die Herbstversammlung war wieder gut besucht, ebenso wie die Veranstaltungen des öffentlichen Exkursions- und Vortragsprogramms.

Er gab zunächst einen Überblick über einige der Aktivitäten des Vereins, die ganz oder überwiegend von Freiwilligen umgesetzt wurden:

Kartiert wurden auch in diesem Jahr die Brutbestände der Saatkrähe und des Eisvogels im Kreis Soest. Dank der Mitarbeit vieler Freiwilliger konnte der Brutbestand des Kiebitzes im Kreisgebiet im Jahr 2016 erneut flächendeckend erfasst werden; es war die siebte Kartierung seit dem Jahr 1972. Es zeigte sich erneut ein starker Rückgang, dem im Jahr 2017 mit erneuten Schutzmaßnahmen begegnet werden soll. Die Kartierung der Libellen in bestimmten Schutzgebieten wurde fortgesetzt; Berichte darüber finden sich im ABUinfo. Erneut wurden verletzte Vögel gepflegt. In den Bachtälern des Arnsberger Waldes wurde die Entwicklung hin zu laubwaldgeprägten Bachauen kontrolliert; wo nötig, wurden Verbisshüllen repariert oder neu angebracht. Regelmäßig werden Beobachtungspunkte und Informationstafeln in der Lippeaue, die im Zuge des Projektes „Naturerlebnis Auenland“ errichtet wurden, kontrolliert und sauber gehalten. Die zugehörige Fahrradkarte war erneut vergriffen und ist inzwischen in dritter Auflage erschienen. Kopfweiden sind ein typisches Element vieler grünlandgeprägten Kulturlandschaften im Kreisgebiet und gleichzeitig Brutplatz bedrohter Vogelarten, insbesondere des Steinkauzes. Ohne Pflegeschnitt in mehrjährigem Abstand brechen sie jedoch auseinander und sterben ab. Im Jahr 2016 konnten 339 Kopfweiden in den Naturschutzgebieten Stockheimer Bruch bei Geseke, Hellinghauser Mersch bei Lippstadt, Disselmersch bei Lippborg und Ehemalige Klärteiche der Zuckerfabrik Soest in Hattrop gepflegt werden. Fast 450 Stunden flossen in diese Arbeit. Für jeden Baum erhielt die ABU eine geringe Aufwandsentschädigung durch die Bezirksregierung Arnsberg bzw. den Kreis Soest, so dass die Materialkosten gedeckt sind. Die Restvorkommen der Gelbbauchunke und der Knoblauchkröte im Kreisgebiet profitieren von Schutzmaßnahmen, die engagierte Freiwillige in der ABU auch im abgelaufenen Jahr wieder durchgeführt haben. In der Kinder- und Jugendgruppe der ABU sind derzeit noch Plätze frei; Interessierte können sich in der Geschäftsstelle der ABU melden. Pünktlich zur Jahreshauptversammlung wurde ein neues ABUinfo fertig; alle Teilnehmer an der Versammlung erhielten ein druckfrisches Exemplar,

Die ABU ist Trägerverein der Biologischen Station Soest. Die insbesondere vom Land NRW, dem Kreis Soest, anderen öffentlichen Stellen, von Stiftungen und durch Spenden finanzierten Naturschutzprojekte der Biostation werden von hauptamtlichen Mitarbeitern durchgeführt, unterstützt durch Freiwillige aus dem Verein.

Betreut wurden 29 Schutzgebiete im Kreis Soest. In den Feldlandschaften des Vogelschutzgebietes Hellwegbörde vereinbart die ABU mit Landwirten Naturschutzmaßnahmen, finanziert auf Grundlage der Hellwegbördevereinbarung aus dem Jahr 2003. Es wurden 44 Verträge mit 27 Landwirten über Maßnahmen mit einer Gesamtfläche von 65,5 Hektar abgeschlossen. Damit wurden die zur Verfügung stehenden Mittel voll ausgeschöpft. Leider verminderte sich die Brutpaarzahl der Wiesenweihe in diesem Jahr nochmals auf nur noch zwölf Paare, allerdings war der Fortpflanzungserfolg überdurchschnittlich. „Naturnahe Beweidung und NATURA-2000“ ist ein zweiter Leitfaden für ganzjährige Weideprojekte, der erneut unter Federführung der ABU von einem bundesweiten Expertenteam erstellt wurde; in 2017 soll es eine zweite, aktualisierte Auflage geben. Gemeinsam mit dem Landesfischereiverband hat die ABU ein Projekt „Fische der Lippe von der Quelle bis zur Mündung“ entwickelt und auf den Weg gebracht. Die Ziele: Vorkommen von über 40 Fischarten dokumentieren, Laichhabitate ermitteln, Defizitursachen ergründen und Maßnahmen entwickeln. Im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg dokumentieren und analysieren die Experten der ABU die Wirkungen von Maßnahmen zur Renaturierung der Lippe und ihrer Aue auf bestimmte Tiergruppen und die Vegetation; bedeutende Effekte werden erst durch langjährige Untersuchungen deutlich. Grundsätzlich ähnliche Fragestellungen untersucht ein neues Projekt, allerdings an Mittelgebirgsbächen, nämlich an Möhne, Heve und weiteren Bächen des Arnsberger Waldes. Dort wurden vom Kreis Soest und von der ABU zwei LIFE-Projekte mit vielen Maßnahmen umgesetzt, deren Wirkungen nun nachgegangen werden soll. Ziel ist es auch, Erkenntnisse für künftige Renaturierungen zu gewinnen. Für das Vogelschutzgebiet „Lippeaue zwischen Hamm und Lippstadt mit Ahsewiesen“ will das Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz einen Maßnahmenplan entwickeln. Dafür erfassen Mitarbeiter der ABU, unterstützt von Freiwilligen, die Vogelwelt. Das insgesamt ca. 2.500 Hektar große Schutzgebiet wird künftig auch im Stadtgebiet von Hamm im Auftrag der Stadt von der ABU betreut; dabei stimmen sich die ABU-Mitarbeiter mit dem Naturschutzbund Hamm (NABU-Hamm) ab. In der sog. LEADER-Region „Möhne-Lippe“ – bestehend aus den Kommunen Möhnesee, Soest (ländlicher Teil), Bad Sassendorf, Lippstadt (ländlicher Teil), Lippetal, Wadersloh und Delbrück – werden Projekte entwickelt, die einer guten Entwicklung dieses ländlichen Raumes dienen sollen. Die ABU ist beteiligt und hat Projektideen eingebracht, die insbesondere darauf abzielen, die interessierte Bevölkerung zu informieren, Beobachtungsmöglichkeiten zu verbessern und damit für den Schutz der Natur zu werben.

Für Pflegearbeiten in den Schutzgebieten wurde ein Mulcher angeschafft, der an einem unserer beiden Trecker betrieben wird. 40 Jahre nach Gründung der ABU und mehr als 25 Jahre nach dem Start der Biostation hat die ABU erstmals ein Auto angeschafft, das für die vielen praktischen Arbeiten eingesetzt wird. Der Umfang solcher Arbeiten war inzwischen so groß, dass diese allein mit Privatwagen der Mitarbeiter und der Ehrenamtlichen vernünftigerweise nicht mehr zu erledigen waren. Die Anschaffungen wurden möglich dank Förderung durch die Bezirksregierung Arnsberg.

Joachim Drüke gab einen kurzen Ausblick auf das Jahr 2017:
Die ABU wird in diesem Jahr gemeinsam mit Landwirten und der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Soest wieder ein Schutzprogramm für den Kiebitz starten. ABU-Mitarbeiter werden Kiebitzgelege kartieren und mit den Landwirten Kontakt aufnehmen, damit die Gelege markiert und bei der Bewirtschaftung umfahren werden können. Darüber hinaus wird es ein Programm des Umweltministeriums geben, mit dem sog. Feldvogelinseln geschaffen werden sollen. Das sind unbewirtschaftet bleibende Flächen von einem halben oder einem Hektar. Die Landwirte bekommen dafür eine Entschädigung, die Vertragslaufzeit ist eine Bewirtschaftungsperiode. Es ist damit Programm, mit dem auf die jährlich wechselnden Bewirtschaftungsbedingungen flexibel reagiert werden kann. Das hatten sich die Feldvogelexperten der ABU seit langem gewünscht. Die alljährliche Erfassung der Brutvorkommen von Saatkrähen wird wieder stattfinden. Das neue Exkursionsprogramm wird derzeit erstellt. In der Biostation wird zum Beginn des nächsten Monats eine neue Mitarbeiterin ihre Arbeit aufnehmen: Birte Brever aus Borchen wird als Botanikerin das Team auf einer Halbtagsstelle verstärken. Ab August sind wieder zwei Stellen im Rahmen des Freiwilligen ökologischen Jahres bzw. des Bundesfreiwilligendienstes zu besetzen. Interessenten können sich in der Geschäftsstelle melden.

Joachim Drüke dankte allen hauptamtlichen und freiwilligen Mitarbeitern und den Mitgliedern des Vorstands für ihren Einsatz. Ohne deren Einsatz und Unterstützung wären die vielen Aktivitäten und Projekte nicht möglich gewesen.


Finanzbericht des Geschäftsführers und Entlastung des Vorstands

Geschäftsführer Jürgen Bergmann folgte mit dem Kassenbericht. Nachfragen wurden nicht gestellt.

Dirk Pieper, einer der beiden Kassenprüfer, bestätigte, auch im Namen der zweiten Kassenprüferin, Christine Martin, die sorgfältige und korrekte Kassenführung durch Jürgen Bergmann und beantragte für ihn und den gesamten Vorstand die Entlastung. Die Mitgliederversammlung erteilte die Entlastung einstimmig. Dirk Pieper steht für die kommenden zwei Jahre nicht mehr als Kassenprüfer zur Verfügung. Herr Drüke schlug daher Andreas Vollmer als neuen Kassenprüfer vor. Es folgte eine Abstimmung über die Wahl von Andreas Vollmer zum neuen Kassenprüfer. Herr Vollmer wurde einstimmig gewählt.

Vorstandswahlen

Die Mitglieder des Vorstands wurden jeweils ohne Gegenstimme für weitere zwei Jahre gewählt.

Vortrag „Natur und Landschaft Westfalens vor 100 Jahren -
Fotos von Dr. Hermann Reichling“
von Dr. Bernd Tenbergen, LWL-Museum für Naturkunde Münster

Die Fotosammlung des Naturfotografen und Naturschutzpioniers Dr. Hermann Reichling ist ein Zeitdokument von besonderer Bedeutung. Auf mehr als 10.000 Glasplattenfotografien hat Reichling zwischen 1912 und 1948 das Leben und die Natur Westfalens sowie des angrenzenden Nordwestdeutschlands dokumentiert. Was Bernd Tenbergen zeigte, verschlug einem die Sprache: Nicht allein die Qualität der bis zu hundert Jahre alten Aufnahmen war überwältigend, sondern vor allem das Ausmaß des Wandels vieler Landschaften in Westfalen und im südlichen Emsland, den sie dokumentierten. Aus weiten, nahezu baumfreien Heiden und Mooren wurden landwirtschaftliche Produktionsflächen. Ergänzt um Bilder des ländlichen Lebens entstand eine eindrucksvolle Vorstellung über das damalige Münsterland.
Mehr Informationen enthält die Website des Landschaftsverbandes, zudem finden sich dort die Bestelldaten des Begleitbuches zur Ausstellung und des von der NRW-Stiftung geförderten Bildbandes.
siehe http://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=40490

Joachim Drüke

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