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NABUler aus ganz NRW besuchen die ABU

NABU-Delegierte aus ganz NRW in der Klostermersch (Foto: B. Beckers)Am Vortag der NABU-Landesdelegiertenversammlung besuchten rund 30 Delegierte aus ganz Nordrhein-Westfalen die ABU und den NABU-Kreisverband Soest. Die Landesdelegiertenversammlung fand am vergangenen Sonntag auf Einladung des NABU-Kreisverbandes Soest in Bad Sassendorf statt. Den Vortrag gestalteten der NABU-Kreisverband und die ABU. Nach einer Besichtigung der Fotoausstellung des NABU-Kreisverbandes im Hof Scheer in Hellinghausen ging es zunächst auf den Aussichtspunkt am Anglerweg in der Hellinghauser Mersch. Anschließend gaben die ABUler in der Klostermersch Erläuterungen zur Lipperenaturierung, der Entwicklung der Libellenfauna und der Flächenentwicklung durch die Beweidung mit unseren Rinden und Pferden. Auch die imposanten Rinder und Pferde zeigten sich. Uferschwalben, Neuntöter, ein noch brütender Haubentaucher, Insekten und zahlreiche blühende Pflanzenarten konnten beobachtet werden. Beieindruckt von den beiden Lippeauengebieten klang der Tag mit einem gemütlichen Beisammensein und leckerem Essen bei der ABU aus.

Am Sonntag konnte die ABU an einem Infotisch die rund 150 Delegierten aus ganz NRW über ihre Arbeit informieren.

Auf der Jagd nach dem Nackten Osman

Der Nackte Osman ist nicht etwa ein asiatischer Würdenträger ohne Bekleidung, sondern eine Fischart fast ohne Schuppen, die u.a. in Kirgistan vorkommt. Dorthin war das Fischteam der ABU auf Einladung des Büros für Biologie in Kirgistan geflogen, um die Fischfauna einiger Gewässer zu untersuchen. Neben dem Nackten Osman leben in Kirgistan auch der Schuppige Osman, der Gebirgswels, verschiedene Haselarten sowie eine kaum zu unterscheidende Vielzahl von Schmerlen. Die aktuelle Verbreitung der Fische ist wenig untersucht, so dass wir gebeten wurden, zumindest in einigen Gewässern nachzusehen, welche Arten dort überhaupt (noch) vorkommen. Begleitet durch einige Ornithologen, die Vögel fangen und beringen wollten, zog unsere kleine Gruppe mit einem Minibus durch den nördlichen Teil Kirgistans. Die Fahrt ging zweieinhalb Wochen lang vom warm-heißen Flachland um die Hauptstadt Bischkek bis auf über 3000 Meter Höhe zu einer kalten Hochebene um den Son-Kul-See. Die Liste der beobachteten Vogelarten reicht von der Blauracke bis zum Schneegeier.

Beschuppter Osman (M. Scharf)Elritze (M. Scharf)Marinka (M. Scharf)Nackter Osman (M. Scharf)Schmerle (M. Scharf)Welche zwei Schmerlen sind es? (M. Scharf)Schuppiger Osman (M. Scharf)Mit der Zahnbürste wird das Aquarium für die Fischaufnahme gesäubert (M. Scharf)Auch mit einem Wurfnetz werden die Fische gefangen (M. Scharf)Die Netze müssen kontrolliert werden (M. Scharf)Auch ein Gebirgspass musste passiert werden (M. Scharf)Unser Zeltlager am Fluss (M. Scharf)Hochebene mit Fluss (M. Scharf)Nationalpark bei Bishkek (M. Scharf)Die gefangenen Vögel werden beringt (M. Scharf)

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Neuigkeiten von den Zwerggänsen

"Unsere" Zwerggänse in Schweden (Quelle: Newsletter des schwedischen Zwerggansprojektes)Von den Zwerggänsen, die im Kreis Soest überwintert haben, gibt es Neuigkeiten: Mitte Mai wurden 23(!) der 24 Zwerggänse in Ammernäs in Schweden gesichtet. Das Flussdelta in Ammarnäs ist einer der wichtigsten Frühlingsrastplätze der Zwerggänse, bevor sie zum Brüten ins Fjäll fliegen. "Unsere" Zwerggänse haben sich dort mit anderen getroffen, die z.T. in den Niederlanden überwintert haben. Die Junggänse haben also den Weg in den Raum, in dem sie geboren wurden, zurück gefunden. Im ersten Sommer werden sie noch nicht brüten. Wir sind gespannt, ob sie im nächsten Herbst wieder in die Lippeaue zum Überwintern zurückkehren.

Aktive Seidenbienen

Im Sand einer nicht genutzten Sprunggrube auf dem Sportplatz von Horn graben Wildbienen und Wespenarten ihre Brutkammern. Das sind die den Honigbienen ähnelnden Seidenbienen, denen aber die Körbchen zum Pollensammeln an den Hinterbeinen fehlen und die einen glänzend schwarzen Hinterleib haben. Diese Art heißt Seidenbiene, weil sie die unterirdischen Bruträume mit einem seidenartigen Gespinst auskleidet. Die deutlich kleineren Silbermundwespen, die hier ebenfalls die Brutkammern für ihren Nachwuchs anlegen, tragen kleine Fliegen als Proviant für ihre Larven ein (H. Vierhaus).

Eine Seidenbiene (Colletes cunicularius) sucht den Zugang zu ihrer Nistkammer (H. Vierhaus)Eine Silbermundwespe läuft nervös auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz umher (H. Vierhaus)Jetzt klärt sich, warum diese Grabwespenart Silbermundwespe heißt (H. Vierhaus)Dieses Männchen mit der merkwürdigen Verbreiterung an den Vorderbeinen lässt schließlich die Artbestimmung 'Crabro peltarius' zu (H. Vierhaus)

Schwertlilienblüte in der Klostermersch

Aktuell und vermutlich nur noch einige Tage kann man in der Klostermerschein ein großes Feld mit blühenden Schwertlilien bewundern. Bei Eickelborn geht eine Fußgängerbrücke über die Lippe, von der man dieses eindrucksvolle Schauspiel nördlich der Lippe bewundern kann. Dort ist auch direkt an der Brücke ein Aussichtshügel mit Blick auf ein brütendes Storchenpaar. Die Schwertlilien schmecken den dort weidenden Rindern nicht so gut, so dass sie sich ungestört über fast einen halben Hektar ausbreiten konnten. Wie ein kleines gelbes Meer inmitten der grünen Wiesen haben die Schwertlilien den etwas tieferen und feuchten Bereich erobert. (M. Scharf)

Den Auerochsen der ABU schmecken die Schwertlilien nicht gut, so dass sie ungestört eine großen Bereich erobern konnten (M. Scharf)Schwertlilien mit violett blühendem Beinwell im Vordergrund (M. Scharf)

Überlasst die Jungvögel ihren Eltern!

Immer wieder werden der ABU gerade aus dem Nestlingsstadium entwachsene Jungvögel gebracht. Sind diese an der Ahse in Lohne flügge gewordenen Gebirgsstelzen wirklich so hilflos wie sie aussehen? Nein, sie können bereits bestens fliegen. Die Geschwister haben sich entlang des Baches auf einer Strecke von über 100 Metern verteilt und werden noch viele Tage von den Eltern gefüttert, bis schließlich ihr Gefieder völlig ausgewachsen ist. Jungvögel in diesem Stadium sind also keine Findelkinder, die von Menschen aufgepäppelt werden müssen. Nein, das sollte man den Vogeleltern überlassen, die sich natürlich nicht so unvorsichtig verhalten, wie ihr Nachwuchs. Jedoch kann es schon mal nötig sein solch ein unerfahrenes Vögelchen aufzunehmen und in die Deckung eines Busches zu setzen. Vater und Mutter werden es ganz sicher finden und weiter füttern (H. Vierhaus) .

Eine gerade ausgeflogene Gebirgsstelze wartet auf der Fensterbank auf die Eltern (H. Vierhaus)Das andere Geschwisterchen ist von der langen Warterei etwas müde geworden (H. Vierhaus)Das Gebirgstelzen-Männchen wartet auf die Gelegenheit ungestört einen Jungvogel zu füttern (H. Vierhaus)

Naturführer-Lehrgang gestartet

Blick auf die Kleintierfauna der Bachsohle der Ahse (Foto: J. Drüke)Bei hervorragendem Wetter trafen sich letztes Wochenende die zukünftigen Natur- und Landschaftsführer der LEADER Region Lippe-Möhnesee zu ihrem ersten Lehrgangswochenende bei der ABU.

Nach einer Einführung von Frau Dr. Gertrud Hein von der Natur- und Umweltschutzakademie und Petra Salm, Projektleiterin bei der ABU, am Freitag ging es am Samstag vornehmlich um das Thema Gewässer in der Region. Joachim Drüke, Vorsitzender der ABU, und Olaf Zimball illustrierten auf spannende Weise die Themen Gewässertypen, Gewässerschutz, Renaturierung sowie Tiere und Pflanzen der Gewässer. Birgit Beckers brachte den Teilnehmern dann die Vogelwelt der Auen und der Feuchtwiesen nahe.

Nachmittags ging es bei herrlichen Sonnenschein raus an die Gewässer. Von der Kleintierfauna der Bachsohle der Ahse über die renaturierte Lippe bis zu den Brut- und Rastvögeln reichte das Spektrum dessen, was man bei der Exkursion bestaunen konnte.

Der Sonntag war dann den Themen Boden, Geologie, Grünland, Niedermoore und Feldlandschaften gewidmet. Dr. Frank Erlach und Carsten Rocholl führten „in den Untergrund“ und brachten auch gleich Anschauungsmaterial mit. Was ist eine Feuchtwiese und was ein Trockenrasen und wieso gibt es in unserer Region Niedermoore? Diese Themen wurden von Luise Hauswirth anschaulich erklärt, bevor der Nachmittag den Feldlandschaften gewidmet wurde.

Warum unsere Ackerlandschaften für Flora und Fauna wichtig sind und was man zum Erhalt der Vielfalt in der Hellwegbörde machen muss, erläuterte Dr. Ralf Joest in einem spannenden Vortrag und draußen in der Feldflur bei der anschließenden Exkursion. Den Abschluss bildete der Ausflug in das Kleinod der Gemeinde Bad Sassendorf, das Niedermoor Woeste bei Bettinghausen.

Alles in allem ein sehr erlebnisreiches und lehrreiches Wochenende, resümierten die Teilnehmer einvernehmlich am Sonntagabend. Und, so ein Teilnehmer, „wir sind bereits an dem ersten Wochenende zu einer tollen Gruppe zusammen gewachsen".

Vortrag über Wiesenvögel von Birgit Beckers (Foto: J. Drüke)Anschließend konnten die Vögel in den Ahsewiesen beobachtet werden (Foto: P. Salm)Gegen Ende des ersten Tages ging es in die Klostermersch (Foto: R. Vierhaus)Am Sonntag befassten sich die Teilnehmer unter Leitung von Dr. Ralf Joest mit den Feldlandschaften (Foto: R. Vierhaus)

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