Der ehrenamtliche Schutz von Horsten der Wiesenweihe in Getreidefeldern der Hellwegbörde reicht bis in die 1960er Jahre zurück. Seit 1993 ist für den Weihenschutz in Mittelwestfalen mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen eine Stelle bei der ABU eingerichtet.
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In einem Bearbeitungsgebiet von Unna bis Paderborn werden die Getreidehorste der Weihen alljährlich ausfindig gemacht, wobei ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen. Ist ein Getreidehorst gefunden, wird der Bewirtschafter des Feldes ausfindig gemacht und um Betretungserlaubnis gefragt. Dann wird der Horst kontrolliert. Aufgrund der dabei vorgenommenen Altersschätzung der jungen Weihen kann der voraussichtliche Ausflugstermin der Jungvögel berechnet werden. Stellt sich heraus, dass die Jungen nicht vor dem voraussichtlichen Erntetermin ausfliegen werden, wird mit dem Bewirtschafter eine Entschädigungs-Vereinbarung getroffen, in der er sich verpflichtet, auf einer in der Regel 50 mal 50 m großen Fläche um den Horst das Getreide bis zum errechneten Ausflugstermin der Jungvögel stehen zu lassen. Für den damit verbundenen Ernteausfall erhält der Bewirtschafter aus Landesmitteln eine Entschädigung.
Insbesondere aufgrund des umfassenden Horstschutzes kam es in der Hellwegbörde bis in die 1990er Jahre zu einem deutlichen Anstieg der Brutbestände der Wiesenweihe. Die größten Flächenanteile des mittelwestfälischen Verbreitungsgebietes der Wiesenweihe sind seit 2004 als Europäisches Vogelschutzgebiet "Hellwegbörde" ausgewiesen.
Seit 2005 zeichnet sich ein Bestandsrückgang der Wiesenweihe ab. Eine wesentliche Ursache für diese Entwicklung dürfte ein abnehmendes Nahrungsangebot in Form von Feldmäusen, Kleinvögeln und Großinsekten durch weitere Intensivierung des Ackerbaus sein. In den letzten Jahren nahm der ehemals beachtliche Flächenanteil der für Feldvögel wertvollen Ackerbrachen im Kreis Soest sehr stark ab. Gleichzeitig nimmt der Flächenanteil von Mais auf Kosten vor allem von Wintergerste im Zuge des Biogasbooms stark zu. Maisfelder sind weder als Brut- noch als Jagdfläche für die Wiesenweihe geeignet.
Im Jahr 2007 wurden in Kooperation mit der Niederländischen Wiesenweihenstiftung, der Universität Groningen und der Vogelwarte Helgoland drei westfälische Wiesenweihen mit einem Satellitensender versehen. Dadurch war es möglich, die Zugwege der Wiesenweihen ins afrikanische Winterquartier zu verfolgen.
Eine der drei Wiesenweihen konnte auch auf ihrem Rückzug in die Soester Börde verfolgt werden, wo sich das Weibchen wieder in derselben Feldflur ansiedelte, in der sie im Vorjahr gebrütet hatte. Siehe dazu ein Artikel aus: Natürlich 2-2008
Im Jahr 2007 kam es in der Hellwegbörde in der Nähe einer Brutkolonie der Wiesenweihe zu einer erfolgreichen Brut der seltenen Sumpfohreule, die in NRW seit Jahrzehnten als ausgestorben galt. Der Brutnachweis und das Verhältnis der Sumpfohreule zu den in der Nähe brütenden Weihen sind in einem Artikel (PDF-Download) detailliert beschrieben.
Im Jahr 2010 kam es ebenfalls in der Nähe von brütenden Wiesenweihen zu Brutansiedlung der sehr seltenen Kornweihe auf dem östlichen Haarstrang (Bilder von der Beringung der Jungen). Dies ist nach 2001 der zweite Brutnachweis der Kornweihe im Europäischen Vogelschutzgebiet Hellwegbörde, die in NRW seit den 1960er Jahren nur noch ausnahmsweise als Brutvogel auftrat.
Links zu Weihen-Nachrichten - Brutsaison 2012 - Brutsaison 2011 - Brutsaison 2010 - Brutsaison 2009 - Brutsaison 2008 - Brutsaison 2007