Bäche und Flüsse

Bäche und Flüsse im Kreis Soest


Der südlich des Haarstrangs gelegene Teil des Kreises Soest gehört zum Sauerland. Diese Mittelgebirgslandschaft erreicht ihren höchsten Punkt im Kreis Soest mit 581 m ü. NN, das Ruhrtal bei Wickede liegt 135 m über dem Meeresspiegel. Das vorherrschende Gestein ist Grauwacke. Nur im Raum Warstein steht Massenkalk an, in dem Höhlen ausgebildet sind.
Das Gebiet ist überwiegend bewaldet. Es dominiert die Fichte neben der Buche.
Die Bäche sind überwiegend der Forellen- und Äschenregion zuzuordnen. Sie führen von August bis Oktober zum Teil extremes Niedrigwasser; nach sehr trockenen Sommern sind manche Bäche nur noch Tümpelketten. In kalten Winterperioden frieren die Bäche weitgehend zu.
Typische Fischarten in diesem Teil des Kreises sind Groppe (Koppe) Cottus gobio, Bachforelle Salmo trutta und Äsche Thymallus thymallus, außerdem Bachneunauge Lampetra planeri. Die Ruhr bei Wickede gehört zur Barbenregion.
Insbesondere die Bäche in den höheren Lagen, am Südrand des Kreises, sind z.T. extrem versauert. Fische können in diesen Gewässerabschnitten nicht mehr leben.

Der Haarstrang steigt unmittelbar nördlich des Möhne- und Ruhrtales steil an und erreicht Höhen zwischen 230 m ü. NN nördlich Wickede und 391 m ü. NN nordöstlich von Rüthen. Von dieser Kammlage aus fällt er mehr oder weniger sanft ab bis zu der Linie, die von den Städten Werl, Soest, Erwitte und Geseke gebildet wird. Das anstehende Gestein ist Kalk. Der Untergrund ist z.T. verkarstet. Das Gebiet wird fast vollständig ackerbaulich genutzt.
Die Gewässer führen nur zeitweise Wasser, nämlich nach starken Regenfällen und im Winter. Sie werden "Schledden" genannt. Die bekannteste und landschaftlich beeindruckendste Schledde ist die Pöppelsche östlich Erwitte. An ihren Hängen sind z.T. noch Halbtrockenrasen ausgebildet.
Fische können in den Schledden nicht dauerhaft leben, wandern aber manchmal von bachabwärts ein.

Am Fuß des Haarstrangs taucht das Kalkgestein unter den Emschermergel ab. Hier tritt das südlich im kalkigen Untergrund versickerte Wasser in stark schüttenden Karstquellen zutage. Beispiele sind die Quellen des Soestbachs in Soest, der Ahse in Bad Sassendorf-Lohne - unmittelbar am Quellteich hat die ABU ihren Sitz -, der Gieseler zwischen Erwitte und Geseke.
Die Städte entlang dieses Quellhorizonts sind jahrtausendealte Siedlungsstätten. Der Hellweg, die heutige B1, verbindet sie. Salzhaltige Quellen haben diesen alten Handelsweg begründet. Die Quellen selber sind nicht von Fischen besiedelt; in aufgestauten Quellteichen leben Dreistachlige Stichlinge Gasterosteus aculeatus.

Die nach Norden fließenden, beständig Wasser führenden Bäche und kleinen Flüsse durchfließen die lößreiche Soester Börde. Ihrer Fruchtbarkeit wegen ist sie seit langem überwiegend ackerbaulich genutzt. Wegen ihrer Entstehung aus stark schüttenden Karstquellen frieren die Bäche auch in kalten Winterperioden nicht zu.
Die z.T. feuchten Bach- und Flussniederungen waren früher von Grünländern begleitet. Heute sind sie jedoch überwiegend in Äcker umgewandelt.
Die Bäche und Flüsse sind meistens tief in den Löß eingeschnitten. Vielfach sind die Ufer steil und von Kopfweiden und Eschen gesäumt. Die Ahse und die Gieseler sind z.T. noch in einem recht naturnahen, unverbauten Zustand. Andere, wie der Salzbach oder der Soestbach wurden bis in die 1980er Jahre naturfern ausgebaut.
Typische Fischart ist heute der Dreistachlige Stichling Gasterosteus aculeatus. Die Groppe (Koppe) Cottus gobio, die Elritze Phoxinus phoxinus, die Bachforelle Salmo trutta und das Bachneunauge Lampetra planeri kommen nur noch vereinzelt und in isolierten Populationen vor.

Die Lippe entspringt ca. 20 km östlich des Kreises Soest in Paderborn in einer stark schüttenden Karstquelle. Der Fluss fließt in einem sandigen Bett, bereichsweise jedoch auch auf hoch anstehendem Mergel. Östlich Lippstadt gibt es auch kiesige Bereiche.
Die Lippe ist heute weitgehend ausgebaut: sie ist bis zu drei Meter eingetieft und beidseits befestigt. Seit einigen Jahren jedoch werden im Rahmen des Lippeauenprogramms Maßnahmen zu einer naturnahen Entwicklung umgesetzt, beispielsweise in der Klostermersch westlich Lippstadt und bei Lippborg.
Da die Lippe nie sehr stark verschmutzt war, ist der Fischbestand trotz der Ausbaumaßnahmen noch recht artenreich: Mehr als 30 Fischarten wurden bisher nachgewiesen, darunter die in NRW sehr seltene Quappe Lota lota, die Nase Chondrostoma nasus und der Steinbeißer Cobitis taenia. Die Lippeaue wird westlich Lippstadts noch regelmäßig überschwemmt. Hier dominiert daher Grünland. Östlich Lippstadts sind weite Bereiche ackerbaulich genutzt.

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