Beobachtungen 2012

Beobachtungen 2012

9. August 2012

Abends 18 Rot- und 2 Schwarzmilane hoch kreisend am Waldrand südöstlich von Oestereiden; östlich Kellinghausen 1 Wanderfalke (H. Illner).
Auf einen Tipp von B. Koch hin suchte ich gestern ein weiteres Mal die rund 400 m hoch gelegene Feldflur südlich von Marsberg-Meerhof im HSK auf und konnte tatsächlich noch eine neue Brut der Wiesenweihe mit vier flüggen Jungen nachweisen. Die Jungen hielten sich in einem eng begrenzten Bereich von drei aneinander grenzenden Gerstenstoppelfeldern auf, von denen zwei gepflügt waren oder gerade wurden. Die Jungen wurden mehrfach von dem adulten Weibchen und einmal von dem adulten Männchen gefüttert (viermal konnte ich bei der Übergabe in der Luft Mäuse erkennen) und gegen Flugfeinde wie Mäusebussard, Milane und einen diesjährigen Wanderfalken verteidigt. Einmal griff sogar ein Jungvogel einen Mäusebussard an, ein anderer Jungvogel war noch nicht so erfahren und bettelte, als eine diesj. Rohrweihe niedrig über ihn flog. Das Brut-Männchen trägt rechts eine Flügelmarke, die linke Flügelmarke ist nicht mehr vorhanden. Eine rechte blaue Flügelmarke mit einer 8 habe ich 2009 und 2010 mehreren jungen männlichen Wiesenweihen in der Hellwegbörde angelegt. Ungewöhnlich: Ein Jungvogel legte sich nach dem Verzehr einer Maus wie ein Huhn für fast eine Stunde in die frische Ackerfurche, wo er fast unsichtbar war. Auch als nur 100 m entfernt ein Mäusebussard oder ein Wanderfalke flog, blieb er regungslos sitzen.
Weibliche Wiesenweihe im Hintergrund, im Vordergrund frisst eine junge Wiesenweihe die gerade von der Mutter erhaltene Maus (Meerhof, 9. Aug. 2012, H. Illner)Das Brut-Männchen, wahrscheinlich im 3. Kalenderjahr (Meerhof, 9. Aug. 2012, H. Illner)Die eine junge Wiesenweihe, die gerade eine Maus am Grasweg gefressen hatte, legte sich in die frische Ackerfurche, wo sie perfekt getarnt war. Rechts oben im Bild ist der nach links gerichtete Kopf mit hellerer Hinterkopfzeichnung zu erahnen (Meerhof, 9. Aug. 2012, H. Illner)Eine junge Wiesenweihe rückt an eine andere heran, die gerade eine Maus frisst (Meerhof, 9. Aug. 2012, H. Illner)Brutplatzbereich der Wiesenweihe südlich von Marsberg-Meerhof.  Ein Jungvögel setzte sich auch kurz auf den Holunderbusch (9. Aug. 2012, H. Illner)Das Verhalten der Jungen spricht für einen etwa 10 bis 14 Tage zurückliegenden Ausflugstermin. Die dort ackernden Landwirte hatten bei der Ernte der Wintergerste am 27. Juli nichts von den Wiesenweihen bemerkt. In dieser Hochlage war die Wintergerste durch eine dünne Schneelage vor den harten Februarfrösten geschützt und entwickelte sich fast so schnell wie die Wintergerste in der Unterbörde, so dass der Erntetermin im Schnitt nur wenige Tage später als der in der Unterbörde war (normalerweise besteht ein Entwicklungsrückstand von 2 bis 3 Wochen). Die Beobachtungsumstände sprechen dafür, dass die Wiesenweihen in einem der drei Wintergerstenfelder gebrütet haben und die Jungen bei der Ernte zum Glück schon gerade flugfähig waren. Im Umfeld der Wiesenweihen hielten sich noch 11 Rot- und 3 Schwarzmilane sowie viele Turmfalken und Mäusebussarde auf, die ebenfalls den augenscheinlichen Mäusereichtum nutzten.
In dieser abgelegenen, großen baumfreien „Hochebene“ wurde in den 1990er Jahren schon einmal (durch M. Hölker) eine Brut der Wiesenweihe nachgewiesen. In den letzten Jahren gab es hier auch mehrfach nachbrutzeitliche Gemeinschafts-Schlafplätze von Weihen (vor allem Wiesenweihe und Rohrweihe, vereinzelt auch Kornweihe). Durch Ablesen eigener Flügelmarken im August 2007 war nachweisbar, dass auch einzelne in der Unterbörde im Kreis Soest erbrütete Wiesenweihen sich vor dem Abzug nach Süden noch hier aufhalten. Auch Mornell-Regenpfeifer werden hier regelmäßig in größerer Zahl auf dem Durchzug beobachtet. Ein großer Gemeinschafts-Schlafplatz des Rotmilans befindet sich randlich. Es ist zu hoffen, dass diese Feldflur von Windenergieanlagen frei bleibt, die nördlich und westlich in großer Zahl errichtet wurden (H. Illner).
Abends 9 Kiebitze auf einem Acker bei Sommerhof. Ebendort versuchte ein Mäusebussard mit mehreren Versuchen einer diesj. Wiesenweihe die Beute zu klauen - die wendige Weihe siegte und fraß nun ungestört. Außerdem noch 1 W, 1 M und noch eine diesj. Wiesenweihe. Bei Klieve 1 W, 1 M und 3 diesj. Rohrweihen, welche sich ein nur teilweise abgedroschenes Feld als Schlafplatz ausgesucht haben (C. Härting).
Seit Tagen machen sich die Störche in der Lippeaue rar. Sind dies die letzten Fotos?  Nur zwei Altstörche. Sind die Jungstörche etwa schon auf ihrer ersten großen Reise? Man sieht jedenfalls nur noch zwei (J. Thier).
Die beiden Altstörche in der Lippeaue (Foto: J. Thier)Weißstörche in der Lippeaue (Foto: J. Thier)

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