Beobachtungen 2012

Beobachtungen 2012

19. Juni 2012

Zwischen 02:30 und 03:00 Uhr rief in den Ahsewiesen ein Wachtelkönig kontinuierlich und ein zweiter sporadisch; außerdem rufend zwei Wachteln, ein Steinkauz, viele Grün-, aber keine Laubfrösche mehr (A. Müller).
Ein Besuch bei den Orpheusspöttern am Haarstrang brachte zunächst eine Überraschung, die sich aber nach kurzer Zeit als Irrtum erwies. Das seit einigen Tagen sehr unauffällige zweite Männchen schien wieder intensiv zu singen, bis ich merkte, dass es sich bei dem Sänger um einen dort neu eingetroffenen Sumpfrohrsänger handelte.
Singender Orpheusspötter: in bestimmten Phasen des Gesangsvortrags wird mit weit geöffnetem Schnabel gesungen, wobei vor allem der Unterschnabel schnell vibriert (Foto: A. Müller)Orpheusspötter: beim intensiven Singen ist auch das gesamte Kopf- und Kehlgefieder gesträubt und der ganze Vogel zittert und bebt (Foto: A. Müller)Singender Sumpfrohrsänger im Habitat der Orpheusspötter (Foto: A. Müller)O weh, ist das aber eine große Krähe - da sehe ich mal zu, dass ich weg komme ... Mäusebussard und Kolkrabe am Haarstrang (Foto: A. Müller)Entkommen ... (Foto: A. Müller)
Dieses Erlebnis erinnerte mich daran, dass ich bei allen Hinweisen zum Orpheusspötter in der letzten Zeit etwas sehr Wichtiges nicht erwähnt habe: der Gesang besteht - wie beim Gelbspötter und noch mehr beim Sumpfrohrsänger - ganz überwiegend aus Imitationen der Rufe oder Gesangselemente anderer Vogelarten. So leitet der Orpheusspötter, von dem ich am 10. Juni 2012 Tonaufnahmen auf diese Seite gestellt habe, seine Strophen oft mit langen Ketten z. B. von Warnrufen der Dorngrasmücke ( "orpheus2", mp3-Datei) oder von Rufen des Gartenrotschwanzes ("orpheus3") ein, bevor die typischen, in rasantem Tempo vorgetragenen, sich fast überschlagenden Gesangsteile folgen. Da teilweise dieselben Arten imitiert werden, können Gesangsstrophen des Sumpfrohrsängers sehr ähnlich klingen. Weniger erfahrenen Beobachtern ist daher in jedem Fall zu empfehlen, eine Diagnose durch Sichtbeobachtung abzusichern. Dem Merkmal der (meist) unterschiedlichen Fußfärbung im Vergleich zum Gelbspötter sollte dabei nicht zu viel Bedeutung beigemessen werden - bei einem sich durch die Vegetation bewegenden Spötter wirken die Beine immer dunkel. Zeigt ein solcher Spottsänger deutlich sichtbar hellbraune Beine, handelt es sich viel eher um einen Sumpfrohrsänger, dessen warm rahmfarbene Unterseite unter Umständen auch gelblich wirken kann. Bei aller Euphorie über das ungewöhnlich gehäufte Auftreten von Orpheusspöttern ist daher immer auch Vorsicht geboten (A. Müller).
Rufende Wachteln: 1 im Getreide nordwestlich Robringhausen, 1 in Brachfläche östlich Klieve, 2 zwischen Anröchte und Berge (1 im Getreide, 1 von Grasweg auffliegend), 1 im Getreide südöstlich Erwitte, 1 in Brachfläche östlich des Pöppelschetals nördlich der A 44. Auf einer über 15 Jahre alten Brache am Steinbruchrand östlich Klieve mit aufkommenden, 1-2 m hohen Heckengehölzen u.a.  singend Rohrammer, Feldschwirl und Wiesenpieper (leider wurde ein Teil dieser sehr wertvollen Brache in eine Weihnachtsbaumkultur mit Totalherbizideinsatz umgewandelt); 2 Rot- und 2 Schwarzmilane am Kompostwerk östlich Anröchte; 1 m Neuntöter in einer isolierten Hecke 3 km südsüdöstlich Eikeloh. Hier befand sich Ende der 1970er Jahren eines der wenigen in der Agrarlandschaft des Haarstranges isolierten Brutvorkommen, wahrscheinlich ermöglicht durch breite krautige Säume, die in dieser Feldflur in den letzten Jahrzehnten nicht schmaler geworden sind (H. Illner).

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