Beobachtungen 2010
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Beobachtungen 2010

8. August 2010

Gegen 18.45 Uhr 23 Weißstörche in der Hellinghauser Mersch am Anglerweg, am Pastorat 3 Weißstörche (M. Niggemeier); später 18 Weißstörche in Liesborn-Göttingen nördlich der Lippe (M. Scharf).
Die letzten vier jungen Wiesenweihen einer Ersatzbrut im Winterweizen im Westen des Kreises PB wurden heute beringt; schon kurz nach der Nestkontrolle flogen Männchen und Weibchen trotz regnerischem Wetter wieder mit Beute zum Nest. Nur 300 m entfernt übergab 1 m Rohrweihe Beute an das Weibchen, das damit die Jungen einer Brut in einem Morgen Gerste fütterte. Diese Horstschutzzone wurde von dem Landwirt zur Sicherung der späten Brut stehen gelassen (M. Bunzel-Drüke, H. Illner, O. Zimball). 
Eine flügge Wiesenweihe setzte sich südwestlich Upsprunge minutenlang auf das mittlere Kabel einer Hochspannungsleitung - meine erste derartige Beobachtung bei einer Weihe; dieses Verhalten ist bei Mäusebussarden und Turmfalken häufiger zu sehen. Bei Langeneicke 2 diesjährige Braunkehlchen; ein Trupp von ca. 70 Kiebitzen mitten im Lohner Klei (H. Illner).
Südlich der Haarhöfe auf einem Feldweg östlich der sog. Niederbergheimerstr. 1 m Schafstelze; in Ostheide auf einer Leitung 1 Turteltaube, 1 Kokrabenpaar fliegt rufend vom Ostheider Wald zum Kirchenholz und lässt sich dort auf einen Baum nieder (H. Abeler).

6. August 2010

Vormitags bei heiterem Wetter und leichtem NW-Wind zwei interessante Verhaltensbeobachtungen:
1 heller, kontrastreich gezeichneter Wespenbussard fliegt mit etwas Kompaktem im Fang von einem krautigen Graben in der offenen Feldflur südöstlich Neuengeseke auf, schraubt sich ohne Flügelschlag 6 Minuten lang auf ca. 300 m Höhe hoch (wird dabei leicht nach SE verdriftet), die folgende dreiminütige Fallstrecke weist nach SSW.
1 w Wiesenweihe in Handschwingenmauser kreiste bei Enkesen im Klei in ca. 100 m Höhe mit Beute im Fang, verfolgt von einem etwa 20 m unter ihr kreisenden Schwarzmilan ohne Handschwingenmauser. Die Verfolgung dauerte von da an noch 9 Minuten und reichte bis in eine Höhe von etwa 600 m. Beide Greife nutzten fast die gesamte Zeit neben den warmen Aufwinden die eigene (Flug-)Muskelkraft, nur der Schwarzmilan kreiste zweimal etwa 20 sec. lang passiv, offenbar weil ihm die Kräfte schwanden. Nach der letzten "Verschnaufpause" wollte er es wohl wissen: drei Minuten verfolgte er mit kräftigem Flügelschlag in hoher Frequenz die hochkreisende Weihe und erreichte schließlich sogar ihre Höhe. Die Wiesenweihe konnte zwei nah heranreichenden Stößen des Schwarzmilans ausweichen und verschaffte sich darauf wieder einen Höhenvorsprung vor dem Schwarzmilan, der schließlich aufgab und die Weihe mit der Beute abziehen lassen mußte.
Ca. 20.000 Stare hatten sich 20,20 Uhr auf einem Acker nördlich von Rüthen versammelt, die vor allem aus nördlichen Richtungen in Trupps von jeweils mehreren Tausend eingeflogen waren. Östlich von Erwitte bildeten sich abends bei wolkenlosem Himmel zwei kleine Schlafplatzgemeinschaften in der Nähe von Brutplätzen der Wiesenweihe: Auf einem Stoppelfeld hatten sich 21,13 Uhr 1 ad.  m, 1 ad. w  und 5 diesj. Wiesenweihen sowie 2 diesj. und 2 immat. wf Rohrweihen versammelt, nebenan stand Weizen als wahrscheinlicher Schlafplatz. Etwa 1 km entfernt kreisten 21,28 Uhr 2 diesj.  und 2 ad. w Wiesenweihen und 3 immature wf Rohrweihen über einem Weizenfeld und einige fielen ein; 21,32-34 Uhr (fortgeschrittene Dämmerung) flog eine der beiden ad. w Wiesenweihen (die starke Flügelmauser zeigte, dass es sich nicht um ein Brutweibchen von dort handelte) einen ca. 300 m weit und ca. 50 m hoch reichenden Rundflug, wobei sie teilweise einen betonten Flügelschlag zeigte, worauf sie direkt in dem besagten Weizenfeld landete (H. Illner).
Ich stand mit dem Wagen auf einem Wirtschaftsweg nordwestlich Vierhausen als um 14.03 Uhr ein Wespenbussard in einer Entfernung von nur 8 - 10 m neben mir landete. Dort blieb er dann für 50 Sekunden sitzen, bis er nur wenige Meter weiter ins höhere Gras an einen Feldrain flog. Hier scharrte er an einem Wespennest. Auffallend war, dass das adulte Männchen nicht einmal den Schnabel dabei benutzte. Der Vogel flog nach exakt 20 Minuten unverrichteter Dinge wieder ab (M. Wenner).
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5. August 2010

Vormittags im Bereich Haaren-Wünnenberg (Kreis PB) u.a. 59 Rotmilane und 5 Schwarzmilane (A. Kämpfer-Lauenstein).
Abends in den Feldfluren nördlich von Lei-, Wünnen- und Fürstenberg  überwiegend auf Stoppelfeldern insgesamt 3 Wiesenweihen  (1 ad. M., 2 ad. W. mit fortgeschrittener Flügelmauser, darunter eine mit zwei Fügelmarken, die ich dort schon am 22. Juli ablas), 1 ad. m Kornweihe, 16 Rohrweihen (2 diesj., 14 Immature überwiegend in starker Schwingenmauser, darunter 4 vorj. M.), 8 Rotmilane, 4 Schwarzmilane,  2+2+1 Kolkraben, 2 Große Brachvögel, ca. 2000 Stare in einem Schwarm, 5 Kiebitze  und 1 Rebhuhnfamilie (2 ad., 6 Junge).
In der Feldflur südwestlich Meerhof (HSK) außerhalb des Windparks überwiegend auf Stoppelfeldern  4 Wiesenweihen (1 Diesj. ohne Ring, 1 vorj. M., 2 vorj.  W. ), 13 Rohrweihen (3 Diesj., 10 Immature, darunter 3 vorj. M) überwiegend in starker Schwingenmauser; in Schlafbäumen (Buchenaltholz) 20,25 Uhr mindestens 24 Rotmilane und 2 Schwarzmilane; 21,15-20 Uhr bei bedecktem Himmel flogen die ersten Rohr- und Wiesenweihen von den Sammelplätzen (Stoppelfelder) in zwei etwa 1 km voneinander entfernte Schlafplätze im Raps ein (H. Illner).
Bei Kellinghausen 8 Rotmilane, 2 Schwarzmilane, viele Turmfalken und Mäusebussarde, 2 wohl immature Rohrweihen; bei Waldhausen 10 Rotmilane, 1 m Rohrweihe (M. Bunzel-Drüke).
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Auf einem Stoppelacker zwischen Ahsewiesen und Disselmersch 47 Kanada- und 12 Graugänse (A. Hegemann).

3. August 2010

6 Rotmilane fliegen morgens im bzw. am Rand des Windparks Wehlhügel bei Effeln; da sich die Windräder (langsam) drehen und mehrere Milane in Höhen von über 30 m fliegen und kreisen, setzen sie sich der Kollisionsgefahr aus, die mglw. verstärkt gegeben ist aufgrund schlechter Sichtverhältnisse- durch niedrig hängende Wolken und leichten Nebel beträgt die Sichtweite nur etwa 2 km; 12 Rotmilane südlich Störmede; ca. 10.000 Stare bei Gut Ringe südlich Oestereiden (H. Illner).
Um17.30 Uhr: mind. 14 Rotmilane auf toter Eiche südl. Gut Wulfstal, um 19.00 Uhr noch 8, wahrsch. Schlafplatz in der Nähe. (A. Kämpfer-Lauenstein)

1. August 2010

In der Hellinghauser Mersch (Beobachtungshügel Anglerweg) 3 Schwarzstörche auf einem umgestürzten Baum. 3 junge Weißstörche noch bzw. wieder auf dem Horst. Vom Beobachtungshügel Pastorat 1 ad. Kranich in der Wiese, 1 Weißstorch flog mit einem Ast zur Horstplattform, den er dann akribisch verbaute, vielleicht übt er schon mal (D. Kötter).
In einem Steinbruch östlich von Erwitte hat offenbar ein Nonnenganspaar erfolgreich gebrütet (mit einem nicht flüggen Jungvogel). Die beiden Altvögel sind unberingt. Im selben Steinbruch 1 Paar Rohrweihen, 4 Rot- und 2 Schwarzmilane, nahebei 2 Wespenbussarde und 1 diesjähriger Habicht (Männchen) (G. Goßmann, H. Knüwer).
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Im NSG "Hevearm des Möhnesees" 1 ad. Schwarzstorch (W. Wilkens, M. Hemmelskamp).

2. August 2010

Ein Gruppe von mindestens 35 Weißstörchen kreiste mittags über dem Gewerbegebiet Lohner Klei. Einer der Störche hatte offenbar keine Lust weiter zu fliegen und machte Rast auf einem der hohen Flutlicht-Masten des naher Fussballplatzes (J. Hoffmann, O. Zimball).
Am Südrand von Soest suchten 33 Weißstörche gemeinsam für kurze Zeit Nahrung auf einem Feld (Soester Anzeiger); vielleicht waren es dieselben Vögel wie im Lohner Klei.
Die 3 Nestlinge der Kornweihenbrut im Osten des Kreises Soest wurden heute beringt - im Beisein eines Teams vom WDR; der Beitrag zum Weihenschutzprogramm wird am 4. Aug. 2010 in der Lokalzeit Südwestfalen zwischen 19:30 und 20:00 Uhr Uhr ausgestrahlt, danach, ab 22:00 Uhr ist er auch im Internet anzusehen unter: http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/lokalzeit_suedwestfalen.xml. Bei den Jungen handelt es sich wahrscheinlich um 2 Männchen (auf dem Foto die beiden vorderen mit grauer Iris) und 1 deutlich schwereres Weibchen mit brauner Iris; aus dem 4. Ei ist vermutlich kein Junges geschlüpft, vgl. Foto und Meldung vom 10. Juli 2010 (H. Illner).
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30. Juli 2010

Nachdem gestern die 3 Jungstörche am Anglerweg in der Hellinghauser Mersch noch auf dem Nest saßen, waren sie heute alle 3 abwesend (R. Schlepphorst).
9 Kiebitze auf gegrubbertem Acker nördlich Eringerfelderwald; 1 Turteltaube und 1 abends jagender Baumfalke nordöstlich Waldhausen; im Raum Haarhöfe-Oberbergheim-Tommeshof insgesamt 8 immature wf und 1 vorj. m Rohrweihe auf Getreidestoppel bzw. im Feldgras (H. Illner).
1 Wanderfalke (Alter unbestimmt) wurde nördlich der A 44 bzw. südlich Störmede von 4 Turmfalken gemobbt (J. Kremer).

31. Juli 2010

In der Hellinghauser Mersch am Pastorat 1 ad. Kranich, 3 Weißstörche (R. Schlepphorst)
In den Ahsewiesen 1 Baumfalke, 2 Schwarzmilane (H. Jühe, D. Kötter), außerdem 1 Wespenbussard, 1 dj. Schwarzkehlchen, 1 dj. Neuntöter (A. Müller)
In Lippborg (Bereich Polmerheide) 1 Weißstorch (vermutlich einer der Brutvögel aus der Disselmersch) auf einer Wiese bei der Nahrungssuche, ca. 50 m von einem Wirtschaftsweg entfernt. In einem Garten in der Bauernschaft Osker sind 3 junge Waldohreulen allabendlich bei fortgeschrittenen Flugübungen zu hören und zu sehen (S. Altendorf)
Im Winkel u.a. 1 diesj. Löffelente, 1 Flussuferläufer, 1 Waldwasserläufer, 1 Dunkler Wasserläufer, 14 Stockenten, 1 w Rohrweihe, 1 singender Feldschwirl (J. Behmer, M. Bunzel-Drüke).
Westlich von Nateln 1 Wespenbussard (M. Bunzel-Drüke, O. Zimball).
In der Ollen Wiese u.a. 1 Rotmilan, 1 Schwarzmilan, 4 Mäusebussarde (wohl 2 Altvögel mit 2 flüggen Jungvögeln), 1 Turmfalke, 1 Baumfalke, mindestens 4 flügge Rohrweihen, 2 ad. und 4 diesj. Graureiher (M. Bunzel-Drüke).
Bei Anröchte 1 stark mausernder ad. Schwarzmilan; im Osten des Kreises sind Wiesenweihen-Familien zu beobachten (M. Bunzel-Drüke).
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3 Rotmilane auf gegrubbertem acker nordöstlich Oestinghausen. Südlich Störmede am Rand eines gegrubberten Gerstenfelds stieß eine w Wiesenweihe mit flüggen Jungen auf eine zweite w Wiesenweihe, die wegen einer großen Lücke im linken Flügel flugunfähig war. Daneben saß ein flügger beringter Jungvogel, der ein angeschwollenes Ellbogengelenk aufwies und ebenfalls nicht mehr fliegen konnte.  Der Jungvogel gehörte zu dem angreifenden Weibchen, war gut genährt. Das adulte flugunfähige Weibchen war dagegen stark abgemagert und hatte ein lädiertes Federkleid. Das alte Weibchen hatte sich vermutlich dem Jungvogel zugesellt, um bei der Fütterung durch das Brutweibchen etwas abzubekommen.
Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Weibchen um denselben Vogel, den H. Knüwer unweit vom Fundort am 13. Juni 2010 (siehe Meldung vom 5. 7.2010) mit sechs fehlenden Handschwingen im linken Flügel - aber noch gerade flugfähig - fotografiert hatte. Der Schaden im Flügel rührt wahrscheinlich von einem Säugetier, dass das Weibchen auf dem Gelege im ca. 300 m südlich gelegenen Rapsfeld greifen wollte, denn dort fand ich mehrere linke Handschwingen eines Weibchens im ausgeraubten Nest. Eine der neun fehlenden Handschwingen war noch als Stummel vorhanden, der Bissspuren aufwies. Beide Wiesenweihen habe ich eingefangen und der Pflegestation der ABU übergeben. Das alte Weibchen ist inzwischen über dem Berg, nimmt sogar wieder selbständig Futter auf, wie Arne Hegemann am 4. August mitteilte. Es bleibt abzuwarten, ob die neun Handschwingen wieder nachwachsen und ob dies vor Mitte September geschehen ist. Nur dann könnte sie noch zum Rückzug ins westafrikanische Winterquartier freigelassen werden. Bei dem Jungvogel ist derzeit noch unklar, ob die Verletzung geheilt und der Jungvogel freigelassen werden kann (H. Illner)
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29. Juli 2010

Auf Stoppelfeldern und Grasflächen im Raum Menzel-Kellinghausen-Hoinkhausen insgesamt 1 ad. m, 8w und 7m immature (überwiegend in Schwingenmauser) Rohrweihen sowie 4 Rotmilane  (H. Illner)

27. Juli 2010

Am Haarkamm zwischen Vierhausen und Gerlingen heute u.a. 1 Wespenbussard rastend auf Acker, 7 Rohrweihen (2 immat. m, 5 w) nördlich Ruhne und insgesamt 300 Feldsperlinge (Trupps 100+130+70). Auf den Hattroper Klärteichen u.a. 300 Graugänse, 1 Paar Nilgänse mit 5 kleinen pulli, 2 Krickenten, 2 Löffelenten (1 w, 1 flügger juv.), 8 m Tafelenten, mind. 18 adulte Zwergtaucher (viel trillernd, außerdem 1 wohl flügger juv.), 4 adulte Haubentaucher und mind. 10 Waldwasserläufer (W. Pott).
In der Disselmersch abends Fütterung der Jungstörche. Der kranke Jungvogel zeigte dabei sein krankes Bein, das relativ stabil nach vorne abgewinkelt war. Es war ab dem Gelenk schwarz. Ich konnte ihn bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Der Altvogel flog sofort wieder ab und stand dann ca. 100 m entfernt in der Wiese. (W.-D. Goldbeck)
Ein Wiesenweihenpaar einer Ersatzbrut im Westen des Kr. Paderborn flog nachmittags eine halbe Stunde warnend über einem Bereich des Brutfeldes (die Jungen waren 10 Tage alt), der etwa 30 m vom Nest entfernt ist.  An der Stelle in der Fahrgasse des Weizens, an der das Weibchen mehrere Male auf 1,5 m herunter reichende Angriffe flog, konnte ich einen Fuchs entdecken. Nach einer Viertelstunde kam auch das Nachbarpaar, dessen Junge gerade 300 m entfernt ausgeflogen waren, heran geflogen; das Nachbar-Männchen flog etwa 5 Minuten mit dem Brutpaar ebenfalls nur 3 bis 10 Meter hoch über dem Bereich mit dem Fuchs, ohne allerdings zu warnen. Polnische Forscher untersuchten dieses Verhalten gegenüber dem Fuchs näher. Sie stellten fest, dass in einigen Fällen der rückwärts angegriffene Fuchs versuchte, in einem schnellen Drehsprung die angreifende Wiesenweihe zu greifen, was in wenigen Fällen fast gelang. Dieses (Schein-)Angriffsverhalten ist also durchaus mit einem Risiko für die Weihe verbunden; 1 jagende adulte m Kornweihe mitten im Thülerfeld/ Kr. PB (H. Illner). In der Hellinghauser Mersch saßen 3 Schwarzstörche beim fressen am Tümpel.(M. Scharf)

28. Juli 2010

In den Ahsewiesen u.a. 2 ad. Wanderfalken, 1 ad. Schwarzmilan, 1 ad. Wespenbussard, 1 ad. Baumfalke, einige Rohweihen, aber noch immer keine in den Ahsewiesen erbrütetten flüggen Junvögel, einige Rauchschwalben, 1 juv. Habicht, 1 juv. Kuckuck (A. Müller)
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Herbert Schröder, ehrenamtlicher Weihenschützer, berichtet von dem zunehmenden Problem Biogas für die Weihen auch in der Warburger Börde, insbesondere durch den verstärkten Anbau von Feldfrüchten wie Roggen und Gerste, die weit vor der Samenreife als ganze Pflanze abgeerntet werden. Eine Getreidebrut der Rohrweihe wurde in der  Warburger Börde durch die frühe Ganzpflanzenernte der Gerste für eine Biogasanlage Mitte Juni offenbar zerstört. Grauammern konnte er in diesem Jahr erstmals nicht mehr in der Warburger Börde beobachten - eine ähnlich negative Entwicklung dieser ehemals weit verbreiteten Feldvogelart wie in der Hellwegbörde (H. Illner)
Am Völmeder Bach bei Geseke 1 Flussuferläufer - ungewöhnlich an so einem kleinen Bach (M. Bunzel-Drüke, O. Zimball).
4 Schwarzmilane, wohl eine Familie, bei Flugspielen zwischen zwei Feldgehölzen nördlich Hs. Brockhausen (H. Illner).

Hermann Knüwer berichtete (http://www.oagkreisunna.de/2010/07/) über tausende Mauersegler über nicht abgeernteten Rapsfeldern bei Billmerich. Er machte dazu folgende Anmerkung „Warum über Rapsfeldern das Insektenvorkommen besonders gut zu sein scheint, ist mir völlig unklar, gelten Rapsflächen doch eher als artenarm.“ Vielleicht können meine Beobachtungen zur Erklärung des Phönomens beitragen.
Vereinzelte große sommerliche Ansammlungen von Mauerseglern über nicht abgeernteten Rapsfeldern kann ich bestätigen. An einem warmen Sommertag in den 1990er Jahren sah ich riesige Schwärme von zusammen grob geschätzt mehreren 10.000 Mauerseglern auf der nördlichen Haarabdachung bei Erwitte-Anröchte. Sie jagten überwiegend 2 bis 50 m hoch über den in Abreife befindlichen Rapsfeldern. Es waren über den Rapsfeldern vor allem massenhaft fliegende Blattläuse zu beobachten. Es hatten sich wohl in Anpassung an die verwelkenden Rapspflanzen, denen bald kein Pflanzensaft mehr abzusaugen war, vermehrt flugfähige Formen der Blattläuse gebildet. Inwieweit auch andere Insekten- und Spinnenarten als Nahrung der Mauersegler dienten, habe ich nicht näher untersucht. Allerdings zeigen meine umfangreichen Feldvogelkartierungen insbesondere im Biotopverbundprojekt Rüthener Haar von 1991 bis 2000, dass auch andere Vogelarten regelmäßig in der Brutzeit Rapsbestände nach Insekten absuchen.
Hervorzuheben sind hier vor allem Haussperlinge, die von den Haardörfern aus gezielt mehrere Hundert Meter entfernte Rapsfelder nach der Blüte anfliegen und von dort mit Schnäbeln voller Insekten zu den Brutplätzen im Dorf zurückfliegen. Oder es fliegen kleinere Verbände von 5 bis 25 alten und jungen Haussperlingen in Rapsfelder zur Nahrungssuche. Im gewissen Umfang konnte ich dies auch bei Feldsperlingen beobachten, die allerdings in diesem Projektgebiet auch seltenere Brutvögel waren. So weit erkennbar, wurden die Insekten an den Pflanzen abgesammelt (z.B. Schnaken), deren Stengel und Schoten ab einem gewissen Reifestadium auch gute Sitzstrukturen für die Sperlinge bieten.
Häufig konnte ich auch Dorngrasmücken und Schafstelzen bei der Nahrungssuche in Rapsbeständen beobachten, auch schon zur Zeit der Rapsblüte; vereinzelt brüteten Dorngrasmücken auch im Raps. Viele Gesangsnachweise auch schon in der Blühphase gelangen mir alljährlich von Heckenbraunellen in Rapsbeständen auch weitab von Gehölzen. Inwieweit es sich dabei tatsächlich um Bruten im Raps handelte, konnte ich nicht herausfinden. Ähnliches gilt auch für die Nachweise von früher relativ häufig  im Raps singenden und Nahrung suchenden Rohr- und Grauammern, die allerdings inzwischen weitgehend aus der Hellwegbörde und vom Haarstrang verschwunden sind. Im Jahr 1996 mit einer Massenvermehrung der Gammaeule (die meisten Rapspflanzen waren mit ihren grünen Raupen übersät) kam es südlich von Menzel zur lokalen Bestandssteigerung auf 4-5 Brutpaare der Rohrammer; die Fütterung von Jungvögeln im Raps sah ich mehrfach. Susanne Klähr stellte in jenem Jahr in der Nestlingsnahrung von Grauammern in der Hellwegbörde häufig Raupen der Gammaeule fest.
Auch Sumpfrohrsänger suchen häufig Insektennahrung im Raps und singen dort auch häufig, allerdings meist am Rand in Anbindung an Linearstrukturen mit Hochstauden (vor allem Brennessel). Nur sehr selten konnte ich singende Sumpfrohrsänger im Raps weitab von Hochstauden beobachten und noch seltener Nestbau im Raps. In diesen Fällen handelte es sich um stark vor allem mit Kamille verkrautete Rapsbestände.
Ab Juli lassen sich auch häufig große Schwärme von über 1000 Staren im Raps beobachten, die meist am Boden nach Nahrung suchen. Vereinzelt habe ich auch gesehen, dass Starenschwärme auf niedergedrückten, abreifenden Rapspflanzen wie auf einem Teppich laufen und nach (Insekten?-) Nahrung suchen. Letzteres machen Drosseln so gut wie gar nicht, sie suchen weit überwiegend am Boden unter dem schützenden Rapspflanzendach nach Nahrung, vermutlich vor allem Regenwürmer und Schnecken, die im Raps für LAndwirte zur Plage werden können. Die meisten Brutvorkommen von Wacholderdrosseln auf der Rüthener Haar lagen nah an Rapsschlägen. Auch Amseln und Singdrosseln fliegen zum Teil mehrere Hundert entfernte Rapsschläge zur Nahrungssuche an und kommen mit vollen Schnäbeln zu ihren Bruten in den Hecken und Feldgehölzen zurück. Sie sind dabei sehr heimlich, vor allem die Singdrossel.
Meine Beobachtungen sprechen also für ein reiches Insektenleben in den Rapsbeständen auch nach dem Verblühen, was auch daran liegen mag, dass Insektizidanwendungen im Raps schon früh, vor der Blüte, aufhören, weil die bestäubenden Honigbienen nicht geschädigt werden sollen. Nur im Jahr 1996 mit einer Massenvermehrung der Gammaeule spritzten einige Landwirte auf der Rüthener Haar Insektizide noch in die abreifenden Rapsbestände und fuhren dabei sehr breite Fahrspuren in die verhakten Bestände. Blühender Raps zieht viele Insekten an, nicht nur Honigbienen. Ein weiterer Vorteil mag auch die sich ausbildende astartige Struktur der abreifenden Bestände sein, die auch nicht so gewandten Insektenjägern wie den Sperlingen den Zugang zu phytophagen Insekten und aus dem Boden geschlüpften Zweiflüglern erleichtern. Insektenforscher können sicherlich noch mehr zu dem Thema sagen (H. Illner).

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