Beobachtungen 2007

Beobachtungen 2007

31. Juli 2007

Durch Pestizide erlitt der Bestand an Sperbern in den 1950ziger und 1960ziger Jahren einen dramatischen Bestandseinbruch. Danach erholten sich die Bestände. Seit etwa Mitte der 1980ziger Jahre kommen Sperber wieder mit mehr oder weniger stabilen Beständen im Kreis Soest vor. Sie sind hier flächendeckend verbreitet, wenn auch Bestandsdichten wie im Münsterland nicht erreicht werden (dort z.B. 2007: 30 Brutpaare + 2 x Brutverdacht auf dem Messtischblatt Wadersloh/MTB 4215, Fläche: 128 km²).
Dabei zeigen Sperber eine große Flexibilität hinsichtlich der Brutplätze. Durch den Sturm Kyrill waren Anfang des Jahres zahlreiche Nadelholzbestände stark aufgelichtet oder gänzlich geworfen worden. Darunter auch etliche Sperberreviere. Einzelne Paare hielten an ihren Brutplätzen fest, auch wenn nur noch einzelne Nadelbäume übrig geblieben waren. Andere Paare wechselten in bisher unbesiedelte Nadelwaldbestände um. Und in einem Fall brütete ein Paar sogar in einem Haselnussstrauch in nur knapp 3 m Höhe in einem angrenzenden Pappelwald, nachdem das vorjährige Brutrevier vollends zerstört worden war. Bruten in Parkanlagen (Bad Waldliesborn), auf Friedhöfen (Bad Sassendorf), in Gärten (Soest), an Sportplätzen (Soest) oder im Straßenbegleitgrün sind längst keine Ausnahme mehr. Ausschlaggebend dafür ist das höhere Angebot an Beutevögeln in siedlungsnahen Bereichen. (H. Knüwer)

2 adulte Schwarzmilane in den Ahsewiesen (A. Hegemann)

1. August 2007

Hohe Feldmausbestände bedeuten für die Wiesenweihe sehr gute Nahrungsbedingungen. In der Hellwegbörde einschließlich der Feldfluren bei Salzkotten wurden 31 Erstbruten und 3 mögliche Ersatzbruten, auf der Paderborner Hochfläche eine weitere Erstbrut nachgewiesen. Dazu kommen noch mindestens 4 Revierpaare, die wahrscheinlich nicht zur Brut schritten. Die durchschnittliche Gelegegröße der Erstbruten war mit knapp 5 Eiern sehr hoch (mehrfach 6 Eier, einmal 7 Eier). Etwa zwei Drittel der Bruten war erfolgreich (mindestens 1 Flügges) und es flogen etwa 80 Jungvögel aus (pro erfolgreicher Brut waren es meist 4, maximal 6 Flügge). (H. Illner)

Die Hellwegbörde ist um einen Charaktervogel ärmer: Die Brutpopulation der Grauammer in der Hellwegbörde scheint erloschen zu sein. Es gelangen nur noch zwei frühe Gesangsbeobachtungen, die an späteren Terminen nicht mehr bestätigt werden konnten. (H. Illner)

An der Kompostanlage Berge (Soest) 14 adulte Schwarzmilane (A. Hegemann)
 

4. August 2007

4 Weißstörche in den Ahsewiesen (H. und I. Zimball, B. Beckers)

5. August 2007

3 Weißstörche in den Ahsewiesen (B. Beckers)

Die seicht überschwemmten, tief liegenden Bereiche der Disselmersch bei Lippborg sind ein attraktiver Ort für Watvögel:
Am 28. Juli hielt sich dort ein Graubruststrandläufer (Calidiris melanotos) auf, ein seltener Gast aus Sibirien bzw. dem nördlichen Amerika. Es ist der zweite gesicherte Nachweis für den Kreis Soest (W. Pott, B. Beckers, J. Drüke).
Am 29. Juli suchte ein Temminckstrandläufer (Calidris temminckii) dort Nahrung (H. Vierhaus).
Ständige Gäste sind derzeit Bruchwasserläufer, Waldwasserläufer, Bekassine und Kiebitz.
 

8. August 2007

In den Ahsewiesen 2 Wanderfalken, 1 Braunkehlchen, mindestens 5 Bekassinen, 1 Waldwasserläufer (B. Beckers)

9. August 2007

Späte Brutvögel in der Woeste waren eine Kanadagansfamilie mit 2 Jungvögeln am 16.07.2007, ein Rohrweihen Jungvogel am 24.07.2007, eine Zwergtaucher Familie mit 2 Jungvögeln am 05.08.2007.
Auf Grund der hohen Wasserstände in der Woeste fehlen für Watvögel geeignete Schlammflächen, neben etwa 250 Graugänsen am 17.07.2007 und 36 Kanadagänsen am 31.07.2007 rasteten maximal etwa 250 Kiebitze am 27.07.in der Woeste. Außerdem waren am 05.08. zwei Silberreiher da, die sich aber früh morgens nur kurz aufhielten. (R. Joest)

Ein junger Löffler (Platalea leucorodia) stand geschwächt, unterernährt und flugunfähig auf einem Acker bei Soest-Ellingsen. Ein Landwirt hatte sich, erstaunt über diesen ungewöhnlichen Gast, am 7. August bei der Veterinärbehörde gemeldet, die sich gleich an die ABU wandte. Jetzt ist der in Holland beringte Vogel bei der ABU in Pflege und frisst mit wachsender Begeisterung kleine Möhnefische, die uns der Berufsfischer des Ruhrverbandes dankenswerterweise besorgt hat. Der Vogel wurde im Frühjahr auf Vlieland (Nordseeinsel nördlich von Texel) als Jungvogel beringt und hier im Kreis Soest das erste mal wieder festgestellt. (D. Hegemann)

Im Lörmecketal (Warstein / Rüthen) wurde jetzt ein neuer Standort der seltenen Braunroten Stendelwurz (Epipactis atrorubens) gefunden. Diese Orchidee erreicht in Westfalen die Nordwestgrenze ihres mitteleuropäischen Verbreitungsgebietes. Der wohl größte Bestand im Kreis Soest befindet sich auf dem "Oberhagen" in Warstein, der noch immer vom geplanten Bau eines Einkaufszentrums bedroht ist. Weitere Standorte sind aus Schleddentälern am Haarstrang und dem Lörmecketal bekannt. (M. Bunzel-Drüke)
 

10. August 2007

3 Weißstörche und 3 Schwarzstörche in den Ahsewiesen. (B. Beckers)

Das Hochwasser durchströmt derzeit die renaturierten Auen der Lippe. In der Disselmersch nutzen zahlreiche Watvögel die Ränder der Wasserflächen und die seicht überfluteten Bereiche zur Rast. Im Umfeld des Mündungstrichters im Westteil des Gebietes hielten sich heute auf: ca. 45 Bruchwasserläufer (Tringa glareola), ca. 10 Alpenstrandläufer (Calidris alpina), 2 Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea), ca. 20 Kiebitze (Vanellus vanellus), 1 Waldwasserläufer (Tringa ochropus), 3 Grünschenkel (Tringa nebularia), 25 Graureiher, 2 Silberreiher (Egretta alba), 5 Knäkenten (Anas querquedula) (M. Bunzel-Drüke).
 

11. August 2007

In den Ahsewiesen 4 Weißstörche und 1 Schwarzstorch, 1 diesjähriger Großer Brachvogel (G. Fischvoigt, H. Jühe, D. Kötter)

12. August 2007

In diesem Jahr wurden in der Hellwegbörde viele Rebhühner groß. Vom 24. Juli bis 11. August wurden Kettengrößen von bis zu 36 beobachtet. Ohne Berücksichtigug der beiden großen Ketten mit 4 bzw. 5 Altvögeln (insgesamt 26 bzw. 36 Vögel in einer Kette) bestanden die 12 auf Stoppelfeldern bzw. an Wegrändern beobachteten Ketten durchschnittlich aus 11,6 Vögel (minimal 7, maximal 17). Auch Fasan, Feldhase und Kaninchen vermehrten sich im Jahr 2007 auffallend stark. Besonders deutlich war dies beim Kanichen, das in den Vorjahren nur in kleinen Restbeständen, insbesondere an den Schledden, zu beobachten war. In diesem Jahr waren an mehreren Stellen mitten in den Feldfluren Kaninchen zu beobachten, maximal 8 halbwüchsige auf 200 m Saum bei Geseke-Hölterberg. Für diese positive Entwicklungen dürften der milde Winter und die trockenwarme Witterung von April bis Mitte Mai mitverantwortlich sein . Eine noch im Vorjahr in guten Zahl auftretende Hühnervogelart ist allerdings in dieser Saison aus den Getreideschlägen sehr selten zu hören gewesen: die Wachtel.(H. Illner)

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14. August 2007

In der Hellinghauser Mersch 1 Fischadler (M. Scharf)



In der Ollen Wiese bei Erwitte zwei Schwarzstörche, ein Altvogel und ein Jungvogel (H. Vierhaus)
 

15. August 2007

Der Laubfrosch ist eine unserer attraktivsten Lurcharten, und wir können im Kreis Soest auf eine beachtliche Zahl von Laichgewässern dieser Art stolz sein. Hier machen sie in warmen Nächten des Mai und Juni erstaunlichen Radau, sodass es einem schwer fällt neben ihrem Geschnarre etwa die Stimmen von nachtaktiven Vögeln herauszuhören. Für Überraschung sorgen allerdings einzelne Laubfrösche, die sich im Spätsommer weit von ihren heimatlichen Gewässern entfernen, und in Dorfgärten des Kreises ihre laut quarrenden Rufe kurz erschallen lassen. Dann ist das Rätselraten groß: was ist das für ein geradezu künstlich klingendes Geräusch, das sich nicht orten lässt und zu allem Überdruss auch noch den Ort wechselt. Es sind dann halt herumstreifende Frösche, die neue Lebensräume suchen und dank ihrer Spring- und Kletterfähigkeit außerordentlich mobil sind. Der Laubfrosch auf dem Bild ist ein Tier, das jüngst bei einer Exkursion der ABU-Jugendgruppe in die Lippeauen zufällig gefunden wurde. (H. Vierhaus)

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