| Ackerstreifenprojekt | ![]() |
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Ziele |
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Die intensiv genutzten Ackerlandschaften der Hellwegbörde und des Haarstrangs beherbergen noch immer eine Vielzahl charakteristischer Pflanzen- und Tierarten. Dennoch ist auch hier, wie in anderen Teilen Deutschlands und Europas, ein Negativtrend zu beobachten: Arten verschwinden und Populationen schrumpfen, so dass ihr Fortbestand in Zukunft nicht mehr gesichert ist.
Beispielhaft wird im Kreis Soest erprobt, ob „extensivierte Ackerstreifen“ einen
aus naturschutzfachlicher Sicht effektiven und für die Landwirtschaft
praktikablen Beitrag zum Naturschutz in Ackerlandschaften leisten können.
Wenn dieser Ansatz sich als Erfolg versprechend herausstellt, wird er auch
auf andere intensiv ackerbaulich genutzte Agrarlandschaften übertragbar
sein.
Extensivierte Ackerstreifen sind streifenförmige Flächen innerhalb
eines Ackerschlages, die abweichend vom Gesamtschlag generell ohne Einsatz
von Dünger und Pflanzenschutzmitteln in einer Weise eingesät und
bearbeitet werden, dass Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten der offenen
Feldlandschaft neu geschaffen bzw. aufgewertet wird. Es
gibt 7 verschiedene Streifentypen.
Wichtig für das Gelingen ist das Schaffen einer Situation, bei der alle Seiten profitieren. Nur so kann eine hohe Akzeptanz und damit auch Konstanz erreicht werden.

Ackerstreifen für die Landwirte:
Landwirte können aus dem Angebot von sieben verschiedenen Ackerstreifentypen
denjenigen auswählen, der für ihr Bewirtschaftungssystem
am besten geeignet ist. Bewirtschaftungsverträge werden
jeweils mit einer Laufzeit von zwölf Monaten abgeschlossen.
Die entstehenden Ertragsverluste und der zusätzliche Arbeitsaufwand
werden monetär abgegolten, so dass
keine wirtschaftlichen Einbußen für die Betriebe entstehen.

Ackerstreifen für Tiere und Pflanzen:
Extensivierte Ackerstreifen bieten je nach Typ gute Nahrungs-, Brut-
und Rückzugsräume für Tier- und Pflanzenarten. Viele dieser
Arten, insbesondere die der typischen Ackerbegleitflora und aus der Gruppe
der Feldvögel, sind auf eine landwirtschaftliche Nutzung angewiesen,
ertragen aber nicht die heute übliche hohe Bewirtschaftungsintensität
(z. B. hohe Nutzungsfrequenzen, sehr dichte Kulturpflanzenbestände,
Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und chemisch-synthetischen Düngern).
Zudem können sie einen Beitrag zu Biotopvernetzung leisten.

Ackerstreifen für die Landschaft:
Die Aufwertung des Landschaftsbildes durch eine größere Vielfalt
an Strukturen und die Schaffung blütenreicher Flächen mit bunten
Schmetterlingen und singenden Lerchen in der „ausgeräumten“ und
eintönigen Landschaft trägt erheblich zur Erholungsfunktion der
Agrarlandschaft bei.
Das Modellvorhaben (finanziert durch DBU und das Land NRW), das am 1. Juni 2002 startete und bis Juni 2006 läuft, wird von der ABU betreut und wissenschaftlich begleitet.