| Ackerstreifenprojekt | ![]() |
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Mit der Anlage von extensivierten Ackerstreifen im gesamten Projektgebiet sollen
Lebensräume in der intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaft entstehen,
die sich positiv auf die Entwicklung der typischen Lebensgemeinschaften der
Bördelandschaften auswirken.
Dabei werden vom Projektträger, der ABU, sowohl die wissenschaftlichen
Begleituntersuchungen durchgeführt als auch in Zusammenarbeit insbesondere
mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen die Ackerstreifenverträge
eingeworben und abgewickelt.
Im Rahmen von wissenschaftlichen Begleituntersuchungen werden die Effekte der Ackerstreifen auf ausgewählte Tierartengruppen und die Vegetation untersucht. Die Auswahl beschränkt sich dabei auf Artengruppen

Brutvögel und nahrungsuchende bzw. überwinternde
Vogelarten:
Methode
und erste Ergebnisse
Der Kiebitz ist in den letzten Jahrzehnten im Kreis Soest, vor allem auf dem Haarstrang deutlich seltener geworden. Kiebitze benötigen niedrig wüchsige und überwiegend kahle Ackerflächen zur Nestanlage. Brachestreifen (Ackerstreifentypen 2, 5 und 7b) bieten einen geeigneten Ersatzlebensraum, der vor allem auf dem Haarstrang geschaffen werden soll, wo diese attraktive Art bereits aus vielen Feldfluren vollständig verschwunden ist.
Die Bestände des Rebhuhns sind überall in Westeuropa seit Beginn der umfassenden Intensivierung der Landwirtschaft in den 1970er Jahren sehr stark zurückgegangen, so auch im Kreis Soest. Mit der Anlage extensivierter Ackerstreifen werden geeignete Nahrungs-, Brut- und Überwinterungsflächen geschaffen.

Der Gesang der Feldlerche, immer noch unsere häufigste Feldvogelart, ist in den letzten Jahren in vielen Feldfluren seltener zu vernehmen. In der Soester Börde werden kleinräumig auf 10 ha konventionell bewirtschafteter Wintergetreidefläche noch etwa 5 Brutreviere festgestellt gegenüber rund 25 Revieren auf 10 ha selbstbegrünenden Stilllegungen (abseits von stark befahrenen Straßen). Eine Ursache für die verminderten Siedlungsdichten im heutigen Wintergetreide ist der weitgehend auf die Fahrgassen, spärlich bewachsene Stellen im Getreide und Saumstrukturen beschränkte Raum zur Nahrungssuche. Die Feldlerche wird daher von der Anlage von Getreidestreifen mit doppeltem Reihenabstand (Streifentyp 1) wie auch der Anlage der anderen Streifentypen profitieren können.
Dichte und hoch gewachsene Getreide- und Rapskulturen erschweren dem Rotmilan die Nahrungsbeschaffung in der Brutzeit insbesondere auf dem Haarstrang. Brachestreifen (Streifentypen 2, 5 und 7b) können hier Abhilfe schaffen.

Der Wachtelkönig, eine vom Aussterben bedrohte Vogelart, weist auf dem Haarstrang seine bundesweit größte in Getreidefeldern lebende Brutpopulation auf. Vor allem Wildkrautstreifen (Streifentypen 3 und 7), nicht gemäht und mehrjährig angelegt, bieten wahrscheinlich dieser Rallenart wie auch z. B. der Wachtel attraktive Brut- und Mauserplätze.
Die Grauammer, eine ehemals in den Ackerbaugebieten des Kreises Soest weit verbreitete Brutvogelart ist extrem selten geworden, die letzten Brutvorkommen befinden sich in wenigen Feldfluren am nördlichen Haarstrang. Mit der Anlage von überjährigen Getreidestreifen (Ackerstreifentyp 4) soll vor allem das winterlich spärliche Nahrungsangebot für Ammern und andere Körner fressende Vögel wie Finken, Lerchen, Tauben und Hühnervögel vergrößert und damit die Überlebensrate verbessert werden.

Die Hellwegbörde beherbergt seit vielen Jahrzehnten bundesweit eine der größten Brutpopulationen der Wiesenweihe, die sich aufgrund intensiver Schutzbemühungen halten konnte. Ackerstreifen jedweden Typs, auf denen generell keine Rodentizide ausgebracht und die wenig mechanisch bearbeitet werden, bieten der Feldmaus, dem Hauptbeutetier der Wiesenweihe, günstige Lebensbedingungen. Von lokalen Bestandsvermehrungen der Feldmaus und anderer Kleinsäuger in extensivierten Ackerstreifen profitieren auch die bei uns überwinternden, seltenen Kornweihen sowie weitere seltene bzw. gefährdete Greifvogel- und Eulenarten, für die Kleinsäuger eine wichtige Beutetiergruppe darstellen.

Feldhase:
Er ist vielerorts seltener geworden und inzwischen auch auf der Roten Liste. Sein Aktionsraum ist vom Schossstadium des Getreides bis zur Getreideernte in den eng und hoch gewachsenen Wintergetreide- und Rapsschlägen weitgehend auf die kahlen Fahrgassen und auf Fehlstellen beschränkt, wie Untersuchungen des wildbiologischen Instituts in Göttingen an mit Sendern versehenen Feldhasen gezeigt haben. Von daher wird er besonders von der Anlage von Getreidestreifen mit doppeltem Reihenabstand (Streifentyp 1) profitieren können.

Wirbellose:
Wichtiger Teil des Agrarökosystems sind auch die Wirbellosen, von denen mit den genannten Artengruppen nur einige ausgewählt werden konnten. Laufkäfer und Schwebfliegen nehmen eine wichtige Stellung im Schädlings-Nützlings-Gefüge des Agrarökosystems ein. Schmetterlinge als optisch auffällige Blütenbesucher und Heuschrecken mit ihren typischen Stridulationsgeräuschen tragen mit dazu bei, eine Landschaft erlebbar zu machen.
Schmetterlinge und Heuschrecken
Methode
und erste Ergebnisse
Laufkäfer
Methode
und erste Ergebnisse
Schwebfliegen
Methode
und erste Ergebnisse

Ackerwildkräuter:
Die typische Ackerbegleitflora ist ein wichtiger Bestandteil des Nahrungsnetzes im Agrarökosystem. Samen, Pflanzenteile, Nektar und Pollen dienen vielen Tieren, insbesondere auch Nützlingen, als Nahrung. Zudem ist die Attraktivität vieler selten gewordener Ackerwildkräuter wie Feldrittersporn, Kornblume oder Mohn eine Bereicherung für das Landschaftsbild der heute oft eintönigen Feldfluren.