Vogelkundliche Untersuchungen

Methode:
Vogelkundlich werden jeweils mindestens 10 Streifenflächen aller 7 Typen und 10 gleichgroße etwa 30 bis 50 m entfernt gelegene Referenzflächen im konventionell bewirtschafteten Getreide untersucht. Erfasst wird in der Brutzeit monatlich
von April bis Juni und in den Monaten Oktober, Dezember und Februar. Alle beobachteten Vögel sowie deren Verhalten
(singend, Nahrung suchend etc.) werden protokolliert.

In einem großflächigen Untersuchungsansatz werden zudem ausgewählte Vogelarten ehrenamtlich erfasst. In den Jahren
2003 und 2005 wurde bzw. wird der Kiebitz-Brutbestand im gesamten Kreisgebiet ermittelt. Zudem werden Rastvögel in
einem Gebiet am nördlichen Haarstrang zwischen Lohne und Langeneicke aus dem Auto heraus erfasst und protokolliert.
Diese Kartierungen finden im zweiwöchigem Abstand in den Winterhalbjahren 2002/2003 bis 2004/2005 statt. Darüber
hinaus stehen die vom Weihenbeauftragten Manfred Hölker im Rahmen seiner Weihen-Untersuchungen flächendeckend erhobenen Grauammer-Daten zur Verfügung. Die großflächig erhobenen Vogeldaten dienen nicht nur der Erfolgskontrolle, sondern bieten auch wichtige Entscheidungshilfen für die Beantwortung der Frage, wo welche Ackerstreifentypen aus Sicht
des Vogelartenschutzes vorrangig angelegt werden sollten.

 

Erste Ergebnisse:

Besiedlung von extensivierten Getreidestreifen (Typ 1) durch Feldlerchen im Frühjahr 2003

 

 

Eine Zwischenauswertung nach drei von insgesamt vier Erfassungsgängen von Ende April bis Mitte Mai zeigt, dass in den extensivierten Getreidestreifen mit doppeltemReihenabstand etwa 4 mal so viele Feldlerchen festgestellt wurden wie in
den gleichgroßen Getreideflächen in konventionellem Anbau („Referenz“).

 

Besiedlung von überjährigen Getreidestreifen (Typen 4 und 5) durch Vögel im Winterhalbjahr 2003/04

Bei den ersten Begehungen im Herbst und Anfang Winter konnten in den nicht abgeernteten Getreidestreifen beachtliche Vogelkonzentrationen festgestellt werden: mehrfach über 150 bis zu etwa 300 Individuen der Goldammer bzw. des Feld-<br>sperlings oder z.B. Maximalzahlen von über 20 Fasanen, 10 Rohrammern in einem Streifen. In den parallel
untersuchten Referenzflächen gleicher Größe wurden nur wenige kleine Feldlerchentrupps und eine Rebhuhnkette, aber überhaupt keine Ammern, Sperlinge und Fasanen festgestellt. Die überjährigen Getreidestreifen bieten demnach vielen Vogelarten ein sehr
gutes Nahrungs- und Deckungsangebot in einer Jahreszeit, zu der es an beidem in vielen Feldfluren mangelt.