
Methode:
Die Tagfalter- und Heuschreckenfauna wird
visuell und akustisch erfasst. Im Jahr 2003 wurden auf jeweils ca. 100
m langen Transekten
Schmetterlinge und Heuschrecken halbquantitativ erfasst. Im Jahr 2004 werden
pro Streifen nur 50 m lange Transekte langsam abgeschritten, wobei auf jeweils
zwei Metern rechts und links die Zählung der beobachteten Tagfalterindividuen
erfolgte. Aufgrund der Methodenunterschiede sind die Ergebnisse aus 2003 und
2004 nur eingeschränkt vergleichbar.
Die Erfassung der Heuschrecken und Tagfalter erfolgt zeitgleich. Kartierungen der Tagfalterfauna finden i. d. R. dreimal jährlich (zweite Maihälfte, Ende Juni/Anfang Juli und August) statt, die der Heuschreckenfauna zweimal jährlich (Anfang Juli und August). Auch hier werden neben den extensivierten Ackerstreifen sogenannte Referenzstreifen im konventionell angebauten Getreide untersucht. Protokolliert werden auch die von Tagfaltern zur Nahrungsaufnahme besuchten Blütenpflanzen.
Erste Ergbnisse:
Tagfalter
2003: Insgesamt konnten 12 Tagfalter-Arten
auf den Ackerstreifentypen 1 und 2 und den benachbarten Referenzflächen
nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich, wie zu erwarten, um allgemein
häufige
Arten ohne spezielle Habitatansprüche. Auf den Vergleichsflächen
wurden lediglich drei Arten, der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae),
der Rapsweißling
(P.
napi) und der Braune Waldvogel (Aphantopus hyeranthus) beobachtet,
während
es in den Ackerstreifen (Typ 1, Getreide mit doppeltem Reihenabstand)
zehn Arten waren. Zwei weitere Arten konnten nur auf den Brachen nachgewiesen
werden.
2004: Insgesamt konnten im Sommer 2004 auf den Transekten 129 Falter aus 12 Arten nachgewiesen werden. Von einer weiteren Art, dem Schwalbenschwanz, wurden 2 Raupen gefunden, so dass insgesamt 13 Arten nachgewiesen werden konnten.

Beide Untersuchungsjahre zeigen die Bedeutung der angelegten
Ackerstreifen für die Tagfalterfauna. Dies kann in erster Linie auf das
wesentlich erhöhte Angebot an Blütenpflanzen in den Streifen (insbesondere
Typ 2 und Typ 3) zurückgeführt werden.
Heuschrecken
Die Unterschiede zwischen den untersuchten Ackerstreifen
und den konventionell bewirtschafteten Referenzflächen sind bei den
Heuschrecken weniger stark ausgeprägt als bei den Tagfaltern. Dichte
und Artenzahl der Heuschrecken auf den untersuchten Getreideflächen
sind generell niedrig. Geringe Unterschiede zwischen den untersuchten Getreidestreifen
und den dazu gehörigen
Referenzflächen ergeben sich in erster Linie durch unterschiedliche
Abundanzen der vorkommenden Arten. Die extensiv genutzten Getreidestreifen
sind im ersten Jahr nach ihrer Anlage als Heuschrecken-Lebensraum weitgehend
ungeeignet.
Die untersuchten Bracheflächen sind dagegen für viele Heuschrecken
ein besser geeigneter Lebensraum. Während in den Brachstreifen
(Streifentyp 2) insgesamt 6 Heuschreckenarten nachgewiesen werden konnten,
beschränkt sich die Artenzahl der Referenzflächen auf drei.