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ABU Aktuell

"Frische" Blänke für die Ahsewiesen

In den letzten Tagen fanden wieder Optimierungsarbeiten in den Ahsewiesen statt. Ein Bagger arbeitete im Kernbereich des Gebietes, Dumper transportierten Boden. Wozu? Nach über 25 Jahren sind einige der früher einmal angelegten Blänken - flache Geländemulden, in denen bis in den Sommer Wasser steht - "gealtert", sie sind stark zugewachsen und für die Vögel kaum noch nutzbar. Wie bereits in den Vorjahren an anderen Stellen wurde jetzt wieder eine 1990/1991 angelegte Blänke in einen "frischen" Zustand gebracht. Die Grasnarbe wurde abgezogen und die Ufer abgeflacht, damit sie ggfs. gut gemäht werden können. Zuvor wurden Vorkommen einer bemerkenswerten Pflanzenart entnommen und an eine andere Stelle im Gebiet eingepflanzt. Mit den ersten stärkeren Niederschlägen wird sich die Blänke mit Wasser füllen. Die vegetationsarme Wasserfläche kann im nächsten Frühjahr wieder von Vögeln wie dem Großen Brachvogel oder Kiebitz gut genutzt werden.

Diese über 25 Jahre alte Blänke war stark zugewachsen (Foto: B. Beckers)Eine bemerkenswerte Pflanzenart wird umgepflanzt. (Foto: B. Beckers)Die Blänke nach der Maßnahme (Foto: B. Beckers)

Weihen-Brutsaison 2018

Erneut verminderte sich der Brutbestand der Wiesenweihe in den Hellwegbörden, nun auf nur noch 16 Brutpaare in diesem Jahr. Damit lag er in den letzten vier Jahren jeweils unter 22 Brutpaaren. Vier der Erstbrutplätze lagen im Jahr 2018 außerhalb der Abgrenzung des EU-Vogelschutzgebietes (VSG) Hellwegbörde, allein drei westlich von Salzkotten.
Wie in den beiden Vorjahren brütete ein Wiesenweihenpaar weit nördlich des gewöhnlichen Brutareals bei Schachtrup. Auffällig ist die Ausdünnung des Brutbestandes im westlichen Teil des VSG Hellwegbörde: nur noch fünf Paare brüteten zwischen Schwefe und Erwitte.

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Erfolgreicher Kiebitzschutz

Erfolgreicher Schutz: Kiebitzküken im Kreis Soest (Foto: C. Härting)In diesem Frühjahr waren im März noch ungewöhnlich viele rastende Kiebitze in den Feldfluren im Kreis Soest zu sehen. Durch den späten Wintereinbruch legten viele Zugvögel eine Rast ein und warteten auf bessere Witterung. Mit dem einsetzenden Frühling zogen die meisten Vögel weiter in ihre östlichen und nördlichen Brutgebiete.
Die meisten Kiebitze brüten bei uns auf noch nicht bestellten Äckern. Sie beginnen mit der Brut Ende März. Daher besteht die Gefahr, dass Nester bei der Feldbestellung unabsichtlich zerstört werden. Um Abhilfe zu schaffen arbeiten seit einigen Jahren die Landwirte, der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband, die Landwirtschaftskammer, die Untere Naturschutzbehörde und die Biologische Station der ABU zusammen, um die Bruten der Kiebitze zu schützen. Für dieses Jahr ziehen sie eine positive Bilanz der Schutzbemühungen, mit denen der langjährige Abwärtstrend der Bestände brütender Kiebitze gestoppt werden soll.

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Das Ende eines Baumriesen

Die stattliche, das Ortsbild von Bad Sassendorf prägende Eiche auf dem Jahnplatz gibt es nicht mehr! Ein mächtiger Ast war aus ihrer Krone herausgebrochen, was vor dem Hintergrund der Verkehrssicherung Anlass zur Sorge gab. Ein Baumgutachter wurde hinzugezogen, der zu dem Schluss kam, entweder das Astwerk des Baumes um 30% "zurück zu sägen" oder - noch besser- den Baum gleich ganz zu fällen. Da die Eiche ein Naturdenkmal war, wurde die ABU von der Naturschutzbehörde des Kreises gefragt, ob sie die Fällung des Baumes akzeptieren könnte. Wir sprachen uns jedoch für die "baumchirurgische" Maßnahme aus, schlugen aber vor, dass falls der Baum doch sein Leben lässt, wenigstens ein Stück des mächtigen Stammes erhalten werden sollte. Inzwischen steht der Baum nicht mehr. Und auch wenn viele hohle Eichen noch Jahrzehnte und mehr in naturnahen Wäldern ohne zu wanken stehen, war die Fällung des Baumes im belebten Herzen Bad Sassendorfs wohl nicht zu vermeiden (H. Vierhaus).

Noch steht die mächtige Eiche auf Bad Sassendorfs Jahnplatz. Die Wunde am Stamm ist zu sehen (H. Vierhaus)Das endgültige Ende der Eiche ist abzusehen (H. Vierhaus)Noch in mehr als 5m Höhe hat der Stamm noch einen Durchmesser von über einem Meter. Die Jahresringe sprechen für ein Alter von fast 200 Jahren (H. Vierhaus)Diese hohle Eiche im Urwald Sababurg (Reinhardswald) denkt nicht daran umzufallen (H. Vierhaus)

Wir trauern um Doris Glimm

Doris Glimm (2008, L. Hauswirth)Doris Glimm (* 13 März 1939 in Seehausen/Altmark) aus Lippstadt-Hellinghausen ist am vergangenen Mittwoch in Folge eines Sturzes nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus verstorben.

Ihr Leben hat sie der Natur und ihrem Schutz gewidmet. In den 1960er Jahren begann eine kleine Gruppe von Vogelkundlern um Theodor Trendelkamp und Werner Prünte, Nester der seltenen Wiesenweihe und der Rohrweihe im Getreide zu suchen und durch Vereinbarungen mit den Landwirten vor dem Ausmähen zu bewahren. Dieser Aufgabe hat sie viele Jahre ihres Lebens verschrieben. Von 1974 bis 1992 führte sie diese Arbeit gemeinsam mit Werner Prünte federführend durch, rein ehrenamtlich und fast ohne organisatorische Unterstützung. Neben ihrer Arbeit in der Tierproduktion bei der Landwirtschaftskammer auf Haus Düsse verbrachte sie ihre gesamte Freizeit im Felde, dabei oft begleitet von ihrer Mutter. Damit legte sie einen Grundstein für den heutigen Schutz der Weihen und die Entwicklung des Vogelschutzgebietes Hellwegbörde.

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Wespen!

Nach der abgeklungenen Jahrhunderthitze dieses Sommers ist jetzt die Wespenplage das Schreckensthema in den Medien. Dabei sind kaum mehr Wespen unterwegs als in anderen Jahren.Und sie stellen auch keine größere Gefährdung dar, sind Wespenstiche doch eher die Ausnahme, selbst wenn man mit ihnen 'gemeinsam' Kaffee trinkt und Kuchen isst. Eine Wespe sticht eigentlich nur dann, wenn man nach einem all zu aufdringlichen Tier schlägt. Und es versteht sich von selbst, dass man es tunlichst vermeidet mit einem Stück Kuchen auch eine Wespe in den Mund zu befördern. Übrigens reagiert nur ein sehr kleiner Teil der gestochenen Menschen allergisch auf das Wespengift. Es sind zwei Wespenarten, die uns am Kaffeetisch belästigen, die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica). Es sind 'Faltenwespen', die ihre Flügel in Ruhe der Länge nach einfalten können. Sie gehören zu den wenigen Staaten bildenden Wespenarten, die also in großen, arbeitsteiligen Gemeinschaften leben.

Die Welt der Wespen beschränkt sich nicht nur auf die beiden allseits bekannten Insekten. Alleine für NRW nennt die Landes-Rote-Liste weit mehr als 350 Stechwespen-Arten. Dazu zählen winzige, völlig schwarze Wespen sowie oft schwarz-gelb gezeichnete, bienengroße Vertreter. Die Mehrzahl der Arten betreibt eine z. T. aufwändige Brutpflege. Diese Wespen versorgen ihren Nachwuchs in selbst gegrabenen oder in vorgefundenen Niströhren mit Proviant. Das sind erbeutete Insekten oder Spinnen. Einige Wespenarten sind allerdings nur Nutznießer ihrer fleißigen Verwandten. Sie sind Brutparasiten, die ihre Eier in die Nester ihrer jeweiligen Wirtsart schmuggeln (H. Vierhaus).

Eine Deutsche Wespe raspelt Holz ab für den Bau ihrer Waben (H. Vierhaus) Diese Gemeine Wespe genießt einen bereits angefaulten Apfel (H. Vierhaus)Eine 'solitäre' Faltenwespe, die Hakenwespe Ancistrocerus spec., man beachte die gefalteten Flügel! (H. Vierhaus)Die Kotwespe, Mellinus arvensis, ist eine sehr geschickte Fliegenjägerin. Das elegante Aussehen passt nicht zu dem Deutschen Namen (H. Vierhaus)Es muss nicht immer nur Schwarz-Gelb sein! Die Grabwespe Harpactus tumidus (ohne deutschen Namen) (H. Vierhaus)Diese Goldwespenart, Pseudomalus auratus, ist Brutschmarotzer bei bestimmten  Grabwespen (H. Vierhaus)

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"Wilde Weiden"

Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.