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ABU Aktuell

Westfälisches Wiesenweihen-Männchen ist seinem Überwinterungsgebiet am Niger treu

Das besenderte Wiesenweihen-Männchen Hubertus brütete 2017 erfolgreich bei Echtrop, erreichte sein vorjähriges Brutgebiet zu spät (Ende Mai) und hielt sich dann in der Brutsaison 2018 unauffällig vor allem im Bereich Neuengeseke-Oberbergheim als Nichtbrüter auf, wie mindestens zwei weitere adulte Männchen in der Hellwegregion. Das erste afrikanische Überwinterungsgebiet war das gleiche wie im vorherigen Jahr. Am 16. Oktober erreichte er sein zweites, 450 km westlich davon gelegene Wintergebiet, westlich des Niger-Innendeltas in Zentral-Mali. Dies ist der gleiche Bereich, in dem er 2017 zu dieser Zeit unterwegs war. Mindestens bis zum 14. November hielt Hubertus sich hier an einem Nebenfluss des Niger auf, wobei er ein regelhaftes Muster zeigt: tagsüber jagt er südlich des Nebenflusses in einem nur knapp 4 km² großen Gebiet, während er nachts 4 bis 5 km entfernt, nördlich vom Nebenfluss schläft (H. Illner nach Infos auf der Internetseite der Niederländischen Wiesenweihen-Stiftung; hier der Link zu der entsprechenden Karte, unter der Überschrift 22-11-2018).

Das Sender-Männchen Hubertus besuchte am 10. Juni 2018 den Brutplatz bei Oberbergheim. Mit diesem Brut-Weibchen war er im Vorjahr unweit entfernt bei Echtrop verpaart; beide Bruten waren erfolgreich (Foto M. Wenner)

Und zum Schluss noch eine Flunder

Zwei Jahre haben drei Elektrofischer Teams die Lippe von der Quelle bis zur Mündung befischt. Ein Team war von der ABU und hatte die Koordination. Um zu beantwoten, wo welche Arten vorkommen und wo sie sich vermehren wurden mehrere Zehntausend Fische gefangen, bestimmt, vermessen und dann wieder zurückgesetzt. Alle arbeiteten nach standardisierter Methode, so dass auch quantitative Aussagen hinreichend genau möglich sind. Die letzte Befischung war Ende Oktober im Mündungsbereich der Lippe in den Rhein bei Wesel. Hier ging uns dann auch eine für uns neue Art ins Netz: eine Flunder. Flundern kommen in allen Küstengewässern Europas von der Ostsee bis zum Mittelmeer vor. Die jungen Flundern wandern gerne flussaufwärts, wo sich bis zum Alter von 4 Jahren im Süßwasser bleiben. Die Fortpflanzung findet nur im Meer statt. In der Lippe ist sie bislang nur im Mündungsbereich zum Rhein vereinzelt nachgewiesen. Zusammen mit der Flunder konnten wir dann 47 Fischarten in der Lippe nachweisen. (M. Scharf)

 Flunder (M. Scharf)Flunder 2Flunder (M. Scharf)Zwei Teams fischen im Mündungsbereich der Lippe. Hier wurden auch die Flundern gefangen.

Gedenken an Heino Liese

In diesen Tagen jährt sich der viel zu frühe Tod von Heino Liese. Der langjährige Mitarbeiter des Umweltamtes der Stadt Warstein war ein Kenner der heimischen Flora, als Landschaftsökologe hatte er aber auch mit allen anderen Themen des kommunalen Naturschutzes viel Erfahrung.

Seine hinterbliebene Frau Heide Mertens-Liese hat alle Trauerspenden der ABU für Naturschutzmaßnahmen in Heinos Sinne überlassen. So wurde eine Grünsandsteinstele an einer Ruhebank im NSG "Ehemaliger Standortübungsplatz bei Büecke" aufgestellt, ergänzt durch sechs hochstämmige Obstbäume alter Sorten. Ein kleiner Trupp haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter hat alles wunderbar an einem Nachmittag vor Ort umgesetzt. Hier bietet sich Freunden und Verwandten von Heino die Gelegenheit, mit Blick in die Soester Börde seiner zu gedenken. Danke an Frau Heide Mertens-Liese für diese wertvolle Bereicherung der Natur am Kleiberg, deren Früchte später auch den Spaziergängern zu gute kommen werden. Als weitere Naturschutzmaßnahme in Gedenken an Heino Liese wurde bei Warstein eine alte Obstwiese durch die Pflanzung junger Obstbäume optimiert.

Luise Hauswirth

Die Grünsandsteinstele wird aufgestellt. (L. Hauswirth)Die Helfer nach der Pflanzaktion (L. Hauswirth)

Auszeichnung

Dr. Margret Bunzel-Drüke ist die diesjährige Trägerin des Wolfgang Staab - Naturschutzpreises. Den Preis verleiht die in München ansässige Schweisfurth Stiftung für besondere Leistungen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung in Fluss- und Auenlandschaften.

Seit 1976 engagiert sich die ABU-Mitarbeiterin für naturnahe Bäche und Flüsse. „Man kommt vom Hölzchen auf’s Stöckchen, vom Eisvogel auf die Fische, von den Fischen auf die Fließgewässer, von dort auf natürliche Dynamik und dadurch auf den Einfluss der großen Weidetiere – alles hängt irgendwie zusammen.“. So beschreibt sie ihren naturschützerischen und wissenschaftlichen Weg.

Aktuell arbeitet sie gemeinsam mit dem Landesfischereiverband über die Fische der Lippe. Wie sind die gut 40 Arten über die 225 km von Bad Lippstpringe bis Wesel verbreitet, was sind die Ursachen dafür, dass Arten fehlen oder sehr selten sind, welche Maßnahmen sind erforderlich, um Defizite und Probleme zu beheben? Das sind die Fragen, denen das ehrgeizige Projekt nachgeht.

Bundesweit bekannt wurde die Preisträgerin nicht nur mit ihren Untersuchungen über den Eisvogel und die Fischfauna, sondern auch mit ihren grundlegenden und naturschutzpraktischen Arbeiten zur Rolle großer Pflanzenfresser in der Natur MItteleuropas und deren Einsatz in der heutigen Naturschutzpraxis. Dabei spielen Flussauen eine besondere Rolle: Hier hat sich die naturnahe Beweidung mit robusten Rindern und Pferden inzwischen als eine besonders geeignete Methode der Schutzgebietsentwicklung etabliert.

Dr. Margret Bunzel-Drüke dankte den vielen Mitstreitern, ohne die die vielfältigen Arbeiten nicht möglich gewesen wären. "Ich stehe hier stellvertretend für sie!".

Das Preisgeld von 20.000 Euro wird die Preisträgerin in neue Projekte investieren.

Hier geht es zur Website der Schweisfurth Stiftung.

Gehölzarbeiten in den Ahsewiesen

In den nächsten Tagen finden einige Gehölzarbeiten in den Ahsewiesen zur Pflege des Gebietes statt. Mit Großem Brachvogel und Kiebitz kommen zwei gefährdete Vogelarten im Kernbereich der Ahsewiesen vor, deren Lebensraum von gehölzarmem Feuchtgrünland mit einem offenen Landschaftscharakter geprägt ist. Die Rohrweihe brütet gerne in gehölzarmen Brachen oder Schilfbeständen. Für diese und weitere Arten soll durch die Gehölzarbeiten der Lebensraum verbessert werden. Gegenüber dem Aussichtturm wird die Hecke soweit gekürzt, dass der Blick in das Schutzgebiet auch von der unteren Etage des Turmes wieder möglich ist. Diese Maßnahme muss alle ca. vier Jahre erfolgen. Einige der Arbeiten waren bereits für 2017 vorgesehen, mussten aber aufgrund der Nässe zurückgestellt werden. Dieses Jahr herrschen optimale Arbeitsbedingungen, ohne dass die Vegetation beeinträchtigt wird. Aufgrund der Trockenheit halten sich derzeit auch kaum Vögel im Gebiet auf, die durch die Arbeiten gestört werden. Die Arbeiten werden etwa eine Woche in Anspruch nehmen. Danach kehrt wieder Ruhe in das Schutzgebiet ein.

Unser Uhu hat eine neue Bleibe

 Der Uhu, der von der ABU seit einem halben Jahr gepflegt wurde, hat eine neue Heimat gefunden. Zwar konnte der Vogel, der mit einem Bruch im Handgelenk zu uns gelangte, nach erfolgreicher Operation mit anschließender Ausheilung der Verletzung wieder leidlich fliegen. Ein Versuch die Eule frei zu lassen zeigte aber, dass ihr dauerhafter Flug (noch) nicht möglich war. Daher nutzten wir die Möglichkeit den Uhu in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen unterzubringen. Wir brachten den stattlichen Vogel dorthin, wo er gleich eine große Rundvoliere beziehen durfte. Wir nutzten natürlich die Gelegenheit diese beachtliche und große Einrichtung zu besichtigen. Hier wird nicht nur ein enormes Artenspektrum an gefundenen Tieren aufgepäppelt oder gesund gepflegt um diese dann wieder in die Freiheit zu entlassen, vielmehr laufen hier erfolgreiche Nachzuchten des Europäischen Nerzes (nicht zu verwechseln mit dem Mink, dem Amerikanischen Nerz) sowie von Moorenten, Arten, die in Deutschland im vergangenen Jahrhundert ausstarben bzw. nur noch vereinzelt brüteten. Die so „produzierten“ Europäischen Nerze und Moorenten werden überwiegend im Bereich des nahe gelegenen Steinhuder Meeres mit gutem Erfolg ausgewildert. Diesem See statteten wir dann noch einen Besuch ab. Leider hat die andauernde Trockenheit dieses Jahres auch hier zum Verschwinden fast aller Flachwasserzonen im Umfeld des Sees geführt und freilebende Moorenten waren dementsprechend nicht zu beobachten (D. Hegemann, H. Vierhaus).

Dieser Uhu sollte nicht zum Dauerpflegling der ABU werden (H. Vierhaus)Die weißen Oberlippen sind das Artmerkmal des Europäischen Nerzes. Der Mink hat nur ein weißes Kinn (H. Vierhaus)Seiende, schlabbernde Krickenten im Flachwasser des Steinhuder Meeres (H. Vierhaus)Der "Kilimandscharo" bei Bokeloh, die Abraumhalde des Kalisalzbergwerkes bestimmt das Landschaftsbild südlich des Steinhuder Meeres (H. Vierhaus)

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"Wilde Weiden"

Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.