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ABU Aktuell

Wildbienenlebensräume

Bereits kleine sich selbst überlassene Flächen können wertvolle Lebensräume für Insekten sein. So ist eine freiliegende Lehmschicht am Soester Aldegreverwall von Wildbienennestern durchlöchert. Trauerbienen fliegen dort an warmen Nachmittagen umher und suchen die Nester von Pelzbienen, in denen sie, kuckucksgleich, ihre Eier unterbringen wollen. Ein Regenrückhaltebecken zwischen Bad Sassendorf und Lohne ist ebenfalls ein Wildbienenparadies. Schließlich lassen sich auch im eigenen, "nicht mit der Zahnbürste gepflegten" Garten interessante Insekten beobachten.

Wie ich eben in der Tageszeitung lese ist die mit Pelz und Hörnchen versehene Rostrote Mauerbiene, Osmia bicornis, zum Insekt des Jahres 2019 erklärt worden. Hörnchen auf der Stirn hat auch die tatsächlich fuchsrot gefärbte 'Gehörnte Mauerbiene', Osmia cornuta. (Das irritierende Namenswirrwarr muss man leider hinnehmen.) An der Lehmpartie des Aldegreverwalls war letztere auch zu beobachten. Diese beiden Arten sind glücklicherweise nicht ganz selten. Sehr befremdlich erscheint allerdings, dass z. Z. künstlich vermehrte Mauerbienen vermarktet werden. Und dieser fragwürdige Eingriff in Wildbienen-Lebensgemeinschaften geschieht wieder nur mit der kommerziellen Begründung, dass diese gezüchteten Wildbienen (ein Widerspruch in sich?) die Bestäubung der Obstbäume verbessern (H. Vierhaus).

Hoffentlich bleibt diese offenen Lehmpartie am Aldergreverwall für die Wildbienen erhalten (H. Vierhaus)Die auffällig gefärbten Trauerbienen sind Brutparasiten bei Pelzbienen (H. Vierhaus)Offenbar hatten die Pelzbienen bereits ihre Nester gebaut und bezogen, denn von ihnen war nichts zu sehen (H. Vierhaus)Batman, oder was? flog vor der Wallmauer umher: es ist ein Tagpfauenauge (H. Vierhaus)Der offene Boden in diesem Regenrückhaltebecken beherbergt zahlreiche Wildbienennester (H. Vierhaus)Die Aschgraue Sandbiene ist z. Z. besonders häufig und auffällig (H. Vierhaus)Frühlings-Seidenbienen, eine hier ebenfalls gut vertretene Art, bei der Paarung (H. Vierhaus)Aber potenzielle "Beutegreifer" wie dieser Feld-Sandlaufkäfer sind auch schon unterwegs (H. Vierhaus)Diese hübsche Zweifarbige Sandbiene wurde an der Hauswand in Lohne fotografiert (H. Vierhaus)Eindrucksvoll sind die riesigen Augen eines Schwebfliegen -Männchens, Syrphus ribesii (H. Vierhaus)Insekt des Jahres 2019, die Rostrote Mauerbiene, Osmia bicornis (H. Vierhaus)Ein Männchen (hornlos) der Gehörnten Mauerbiene, Osmia cornuta, an der Lohner Mühle (H. Vierhaus)

Botanischer Artenschutz im Kreis Soest

Die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) bietet am Donnerstag, den 4. April 2019 einen abendlichen Vortrag zum Thema „Botanischer Artenschutz im Kreis Soest“ in den Räumen der Biologischen Station in Bad Sassendorf-Lohne an. Wir beginnen wie stets um 19:30 in der Teichstraße 19.

Für eine Vielzahl von Pflanzenarten wird ein steter Rückgang festgestellt. Im Rahmen eines über 5 Jahre geförderten Projektes wird ein Konzept zur Erhaltung
seltener Pflanzenarten im Kreis Soest und im Hochsauerlandkreis entwickelt. Seltene Pflanzenarten, für die der Kreis Soest eine besondere Verantwortung hat, sowie Maßnahmen, die zu ihrer Erhaltung beitragen, werden vorgestellt. Besonders beim Schutz der Dorfflora kann auch jeder selbst aktiv werden. So wird als Schirmart des Projektes der Gute Heinrich gesucht, der früher allgemein verbreitet war, heute jedoch vom Aussterben bedroht ist.

 Birte Brever, Hans Jürgen Geyer und Luise Hauswirth

Guter Heinrich im Bachtal der Pöppelsche. Gilt heute in NRW als Vom Aussterben bedroht

Mit dem Rad durch die Sandregion am Rand der Lippe- und Glenneaue nordwestlich Lippstadts

Eine wirklich schöne Fahrradexkursion bei bestem Vorfrühlingswetter durch die Sandregion nordwestlich von Lippstadt genossen 15 Teilnehmer, die zum Teil sogar mit dem PKW angereist waren. Die flussbegleitenden Terrassensande und die Ausläufer der Senne weisen noch typische morphologische Formen wie Dünen und vereinzelt arme Extensiv-Grünländer auf. Spezialisten aus der Tier- und Pflanzenwelt begegneten den Radlern. So konnte die sehr seltene Knoblauchkröte am Toten Arm bei Cappel und der Kleine Vogelfuß an einem Wegrand an der Glenne bestaunt werden. Im Rahmen eines integrierten LIFE-Projektes der EU für die Entwicklung der Sand-Lebensräume in der Atlantischen Region Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens werden Maßnahmen gefördert und umgesetzt, die seltenen Amphibienarten wie der Knoblauchkröte zugutekommen. Das Exkursionsziel war der alte Brandscherenteich bei Bad Waldliesborn, der schon Jahrzehnte im Fokus von Herpetologen der ABU steht, da er stets eine artenreiche Amphibienfauna aufwies.

  1. April 2019, Luise Hauswirth

Beobachtung eines ZwergtauchersExkursionsteilnehmer bei der PflanzenbestimmungAn den Maßnahmenflächen des IP LIFE-Projekt Atlantische SandlandschaftenDer Brandscherenteich bei Bad Waldliesborn

Kiebitze im Kreis Soest: Volkszählung und Schutzmaßnahmen

Jetzt im Frühling ist an einigen Stellen im Kreis Soest die auffällige Balz der Kiebitze zu beobachten. Der frühere Vogel der Feuchtwiesen brütet heute zunehmend auf noch nicht bestellten Äckern. Seine Brutbestände nehmen überall stark ab. Die Gründe für den Rückgang sind vielseitig, eine wichtige Rolle spielen die Intensivierung der Kulturlandschaft und der Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Gewerbeflächen. Seit 1972 hat die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz in regelmäßigen Abständen den Bestand im Kreis Soest erfasst, zuletzt im Jahr 2016 mit 457 Paaren. Zum Vergleich: Im Jahr 1997 waren es noch über 1100 Paare! Auch in diesem Frühjahr beteiligen sich rund 20 ehrenamtliche Naturschützer an einer Zählung der Kiebitze im Kreisgebiet.

Am Sonntag, den 7. April 2019, 10 Uhr bietet die ABU eine Exkursion zu Kiebitz und Co. in die Hellwegbörde an. Treffpunkt ist die Biologische Station der ABU in der Lohner Mühle (Teichstraße 19, Bad Sassendorf Lohne).

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Schlehenblüte in der Klostermersch

Jetzt ist wieder die Zeit, wo die Schlehen blühen. Das ist vor allem in der Klostermersch bei Eickelborn ein eindrucksvolles Schauspiel. Es dauert nur einige Tage und kann sehr schön vom Klostermersch-Aussichtsturm am Schellhasseweg  bei Eickelborn beobachtet werden. Mit etwas Glück sind auch die Rinder und Pferde dort zu sehen.

SchlehenSchlehenKlostermersch Google Maps

Frühlingsspaziergang in die Woeste

 Im letzten Jahr wurde im Auftrag der Gemeinde in der Woeste entbuscht und Kopfweiden geschnitten. Dadurch wurden die wertvollen Kleingewässer vor der Verbuschung bewahrt und Lebensräume für Vögel, Amphibien und Libellen erhalten.Jetzt im Frühjahr kommen zu den ersten Brutvögeln wie die Störche, Gänse, Rohrammern und Kiebitze auch Zugvögel wie Löffelenten, Bekassinen und Kampfläufer, die im Gebiet rasten. Abends wanderten zahlreiche Erdkröten, Grasfrösche vereinzelte Teichmolche und mehrere Kammmolche in das Gebiet. Das  Frühlingswetter hat auch die ersten Insekten herausgelockt: an einem der Moortümpel flogen einige Winterlibellen. Am Sonntag, dem 31. März stellt der Biologe Ralf Joest auf einer etwa dreistündigen leichten Wanderung das Niedermoor und seine Tierwelt vor. Festes Schuhwerk und Wetterkleidung sowie ein Fernglas mitbringen. Treffpunkt ist um 09:00 an der Biologischen Station in Bad Sassendorf Lohne (Teichstraße 19), um 09:15 an der Kirche Ostinghausen. Beachten sie die Zeitumstellung!

Gewässer in der Woeste nach der Entbuschung (Ralf Joest)Frisch geschnittene Kopfweiden in der Woeste (Ralf Joest)Erdkröten im Laichgewässer (Ralf Joest)Winterlibelle in der Woeste (Ralf Joest)Auch die Störche sind zurück (Ralf Joest)Ein Kammmolch wandert in die Woeste (Ralf Joest)  Paar bei der Eiablage, die Winterlibelle ist die einzige heimische Libelle, die als "fertiges" Insekt überwintert (Ralf Joest).

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"Wilde Weiden"

Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.