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ABU Aktuell

Erfolgreicher Kiebitzschutz

Erfolgreicher Schutz: Kiebitzküken im Kreis Soest (Foto: C. Härting)In diesem Frühjahr waren im März noch ungewöhnlich viele rastende Kiebitze in den Feldfluren im Kreis Soest zu sehen. Durch den späten Wintereinbruch legten viele Zugvögel eine Rast ein und warteten auf bessere Witterung. Mit dem einsetzenden Frühling zogen die meisten Vögel weiter in ihre östlichen und nördlichen Brutgebiete.
Die meisten Kiebitze brüten bei uns auf noch nicht bestellten Äckern. Sie beginnen mit der Brut Ende März. Daher besteht die Gefahr, dass Nester bei der Feldbestellung unabsichtlich zerstört werden. Um Abhilfe zu schaffen arbeiten seit einigen Jahren die Landwirte, der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband, die Landwirtschaftskammer, die Untere Naturschutzbehörde und die Biologische Station der ABU zusammen, um die Bruten der Kiebitze zu schützen. Für dieses Jahr ziehen sie eine positive Bilanz der Schutzbemühungen, mit denen der langjährige Abwärtstrend der Bestände brütender Kiebitze gestoppt werden soll.

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Das Ende eines Baumriesen

Die stattliche, das Ortsbild von Bad Sassendorf prägende Eiche auf dem Jahnplatz gibt es nicht mehr! Ein mächtiger Ast war aus ihrer Krone herausgebrochen, was vor dem Hintergrund der Verkehrssicherung Anlass zur Sorge gab. Ein Baumgutachter wurde hinzugezogen, der zu dem Schluss kam, entweder das Astwerk des Baumes um 30% "zurück zu sägen" oder - noch besser- den Baum gleich ganz zu fällen. Da die Eiche ein Naturdenkmal war, wurde die ABU von der Naturschutzbehörde des Kreises gefragt, ob sie die Fällung des Baumes akzeptieren könnte. Wir sprachen uns jedoch für die "baumchirurgische" Maßnahme aus, schlugen aber vor, dass falls der Baum doch sein Leben lässt, wenigstens ein Stück des mächtigen Stammes erhalten werden sollte. Inzwischen steht der Baum nicht mehr. Und auch wenn viele hohle Eichen noch Jahrzehnte und mehr in naturnahen Wäldern ohne zu wanken stehen, war die Fällung des Baumes im belebten Herzen Bad Sassendorfs wohl nicht zu vermeiden (H. Vierhaus).

Noch steht die mächtige Eiche auf Bad Sassendorfs Jahnplatz. Die Wunde am Stamm ist zu sehen (H. Vierhaus)Das endgültige Ende der Eiche ist abzusehen (H. Vierhaus)Noch in mehr als 5m Höhe hat der Stamm noch einen Durchmesser von über einem Meter. Die Jahresringe sprechen für ein Alter von fast 200 Jahren (H. Vierhaus)Diese hohle Eiche im Urwald Sababurg (Reinhardswald) denkt nicht daran umzufallen (H. Vierhaus)

Wir trauern um Doris Glimm

Doris Glimm (2008, L. Hauswirth)Doris Glimm (* 13 März 1939 in Seehausen/Altmark) aus Lippstadt-Hellinghausen ist am vergangenen Mittwoch in Folge eines Sturzes nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus verstorben.

Ihr Leben hat sie der Natur und ihrem Schutz gewidmet. In den 1960er Jahren begann eine kleine Gruppe von Vogelkundlern um Theodor Trendelkamp und Werner Prünte, Nester der seltenen Wiesenweihe und der Rohrweihe im Getreide zu suchen und durch Vereinbarungen mit den Landwirten vor dem Ausmähen zu bewahren. Dieser Aufgabe hat sie viele Jahre ihres Lebens verschrieben. Von 1974 bis 1992 führte sie diese Arbeit gemeinsam mit Werner Prünte federführend durch, rein ehrenamtlich und fast ohne organisatorische Unterstützung. Neben ihrer Arbeit in der Tierproduktion bei der Landwirtschaftskammer auf Haus Düsse verbrachte sie ihre gesamte Freizeit im Felde, dabei oft begleitet von ihrer Mutter. Damit legte sie einen Grundstein für den heutigen Schutz der Weihen und die Entwicklung des Vogelschutzgebietes Hellwegbörde.

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Wespen!

Nach der abgeklungenen Jahrhunderthitze dieses Sommers ist jetzt die Wespenplage das Schreckensthema in den Medien. Dabei sind kaum mehr Wespen unterwegs als in anderen Jahren.Und sie stellen auch keine größere Gefährdung dar, sind Wespenstiche doch eher die Ausnahme, selbst wenn man mit ihnen 'gemeinsam' Kaffee trinkt und Kuchen isst. Eine Wespe sticht eigentlich nur dann, wenn man nach einem all zu aufdringlichen Tier schlägt. Und es versteht sich von selbst, dass man es tunlichst vermeidet mit einem Stück Kuchen auch eine Wespe in den Mund zu befördern. Übrigens reagiert nur ein sehr kleiner Teil der gestochenen Menschen allergisch auf das Wespengift. Es sind zwei Wespenarten, die uns am Kaffeetisch belästigen, die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica). Es sind 'Faltenwespen', die ihre Flügel in Ruhe der Länge nach einfalten können. Sie gehören zu den wenigen Staaten bildenden Wespenarten, die also in großen, arbeitsteiligen Gemeinschaften leben.

Die Welt der Wespen beschränkt sich nicht nur auf die beiden allseits bekannten Insekten. Alleine für NRW nennt die Landes-Rote-Liste weit mehr als 350 Stechwespen-Arten. Dazu zählen winzige, völlig schwarze Wespen sowie oft schwarz-gelb gezeichnete, bienengroße Vertreter. Die Mehrzahl der Arten betreibt eine z. T. aufwändige Brutpflege. Diese Wespen versorgen ihren Nachwuchs in selbst gegrabenen oder in vorgefundenen Niströhren mit Proviant. Das sind erbeutete Insekten oder Spinnen. Einige Wespenarten sind allerdings nur Nutznießer ihrer fleißigen Verwandten. Sie sind Brutparasiten, die ihre Eier in die Nester ihrer jeweiligen Wirtsart schmuggeln (H. Vierhaus).

Eine Deutsche Wespe raspelt Holz ab für den Bau ihrer Waben (H. Vierhaus) Diese Gemeine Wespe genießt einen bereits angefaulten Apfel (H. Vierhaus)Eine 'solitäre' Faltenwespe, die Hakenwespe Ancistrocerus spec., man beachte die gefalteten Flügel! (H. Vierhaus)Die Kotwespe, Mellinus arvensis, ist eine sehr geschickte Fliegenjägerin. Das elegante Aussehen passt nicht zu dem Deutschen Namen (H. Vierhaus)Es muss nicht immer nur Schwarz-Gelb sein! Die Grabwespe Harpactus tumidus (ohne deutschen Namen) (H. Vierhaus)Diese Goldwespenart, Pseudomalus auratus, ist Brutschmarotzer bei bestimmten  Grabwespen (H. Vierhaus)

Ein Bussard in der Gülle

Beim Befüllen eines großen Gülletanks bei Anröchte fiel einem Landwirt auf, dass ein Greifvogel in dem fast leeren Tank saß. Er rief sofort die Feuerwehr, die dann eine größere Rettungsaktion startete. Da der Gülletank wegen der starken Gärung nur mit Atemschutz und Sauerstoffversorgung betreten werden konnte, wurde ein Feuerwehrmann mit Sauerstofftank, Atemmaske, Helm, Stiefelhose und dicker Schutzjacke ausgerüstet. In der brütenden Mittagshitze kein Vergnügen. Mit einem Hebegeschirr an einem Flaschenzug konnte er langsam in den Tank hinabgelassen werden. In dem Tank arbeitete er sich durch die Gülle bis zum Bussard vor, um ihn zu packen. Mitsamt dem Bussard wurde er dann mit dem Flaschenzug wieder herausgehoben und neben dem Tank wieder heruntergelassen. Dort wurde der Bussard dann von einem Mitarbeiter der ABU übernommen, abgewaschen und nach Lohne zur weiteren Versorgung gebracht. Hätte der Landwirt nicht vorher in den Tank geschaut, wäre der Bussard sicherlich in der Gülle umgekommen. Weshalb er in den Tank geflogen war, ist unklar. Möglicherweise hat er dort irgendwas wie eine Maus gesehen. (M. Scharf)

Ein Bussard hat sich in dem Gülletank das Gefieder mit Gülle verschmiert und auf eine Pumpe gerettet (M. Scharf)Kein Vergnügen in der Hitze: Ein Feuerwehrmann mit kompletter Schutzausrüstung inklusive Stiefelhose (M. Scharf)Mit einem Flaschenzug wird er in den Tank gehievt (M. Scharf) Im Tank kann er gefahrlos den Bussard schnappen (M. Scharf)und wieder retour mit dem Bussard (M. Scharf)endlich wieder raus aus dem Tank (M. Scharf)

Viele dicke Fische

Seit einigen Tagen hat die Untersuchung der Fischfauna von Teichen in der Hellinghauser Mersch und der Klostermersch begonnen. Und die Ergebnisse sind sehr erfreulich - zumindest aus Fischsicht. Während die Teiche in den letzten Jahren meist klar und voll mit Wasserpflanzen waren, sind dieses Jahr etliche mit viel weniger Wasserpflanzen bedeckt und recht trübe. Dass ist immer ein Zeichen dafür, dass hier viele Fische aktiv  sind und gründeln. Und unter diesen Gründelfischen ist auch der schwerste, den wir in unserer langen Karriere als Elektrofischer bislang gefangen hatten: Ein Spiegelkarpfen mit irgendwie 15 kg Gewicht. Spiegelkarpfen sind schuppenlose Züchtungen, die einem Wildkarpfen in etwa so ähnlich sind wie die Hausschweine den Wildschweinen. Und neben vielen Rotfedern, Rotaugen, Schleien und Hechten sind diesmal erfreulicherweise nur wenige Blaubandbärblinge. Blaubandbärblinge sind asiatische Aquarienfische, die sich in den letzten Jahren leider stark in Tümpeln und Teichen ausgebreitet haben. (M. Scharf)

Ein Spiegelkarpfen mit mittelschweren Figurproblemen. Gefangen in der Hellinghauser Mersch (M. Scharf)Ein Teich in der Hellinghauser Mersch, zu fast 100 % bedeckt mit Wasserlinsen (M. Scharf)Regelmäßig finden sich kleine und große Hechte in den Teichen der Lippeaue (M. Scharf)Schleien sind typische Bewohner leicht verlandeter Teiche. Sie vertragen auch geringe Sauerstoffgehalte (M. Scharf)Die Rotfeder ernährt sich als einzige heimische Fischart auch von Wasserpflanzen (M. Scharf)Kommt auch bei uns gelegentlich vor - Elektrofischer über Bord  (M. Scharf)

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"Wilde Weiden"

Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.