Startseite

ABU Aktuell

Wespen!

Nach der abgeklungenen Jahrhunderthitze dieses Sommers ist jetzt die Wespenplage das Schreckensthema in den Medien. Dabei sind kaum mehr Wespen unterwegs als in anderen Jahren.Und sie stellen auch keine größere Gefährdung dar, sind Wespenstiche doch eher die Ausnahme, selbst wenn man mit ihnen 'gemeinsam' Kaffee trinkt und Kuchen isst. Eine Wespe sticht eigentlich nur dann, wenn man nach einem all zu aufdringlichen Tier schlägt. Und es versteht sich von selbst, dass man es tunlichst vermeidet mit einem Stück Kuchen auch eine Wespe in den Mund zu befördern. Übrigens reagiert nur ein sehr kleiner Teil der gestochenen Menschen allergisch auf das Wespengift. Es sind zwei Wespenarten, die uns am Kaffeetisch belästigen, die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica). Es sind 'Faltenwespen', die ihre Flügel in Ruhe der Länge nach einfalten können. Sie gehören zu den wenigen Staaten bildenden Wespenarten, die also in großen, arbeitsteiligen Gemeinschaften leben.

Die Welt der Wespen beschränkt sich nicht nur auf die beiden allseits bekannten Insekten. Alleine für NRW nennt die Landes-Rote-Liste weit mehr als 350 Stechwespen-Arten. Dazu zählen winzige, völlig schwarze Wespen sowie oft schwarz-gelb gezeichnete, bienengroße Vertreter. Die Mehrzahl der Arten betreibt eine z. T. aufwändige Brutpflege. Diese Wespen versorgen ihren Nachwuchs in selbst gegrabenen oder in vorgefundenen Niströhren mit Proviant. Das sind erbeutete Insekten oder Spinnen. Einige Wespenarten sind allerdings nur Nutznießer ihrer fleißigen Verwandten. Sie sind Brutparasiten, die ihre Eier in die Nester ihrer jeweiligen Wirtsart schmuggeln (H. Vierhaus).

Eine Deutsche Wespe raspelt Holz ab für den Bau ihrer Waben (H. Vierhaus) Diese Gemeine Wespe genießt einen bereits angefaulten Apfel (H. Vierhaus)Eine 'solitäre' Faltenwespe, die Hakenwespe Ancistrocerus spec., man beachte die gefalteten Flügel! (H. Vierhaus)Die Kotwespe, Mellinus arvensis, ist eine sehr geschickte Fliegenjägerin. Das elegante Aussehen passt nicht zu dem Deutschen Namen (H. Vierhaus)Es muss nicht immer nur Schwarz-Gelb sein! Die Grabwespe Harpactus tumidus (ohne deutschen Namen) (H. Vierhaus)Diese Goldwespenart, Pseudomalus auratus, ist Brutschmarotzer bei bestimmten  Grabwespen (H. Vierhaus)

Ein Bussard in der Gülle

Beim Befüllen eines großen Gülletanks bei Anröchte fiel einem Landwirt auf, dass ein Greifvogel in dem fast leeren Tank saß. Er rief sofort die Feuerwehr, die dann eine größere Rettungsaktion startete. Da der Gülletank wegen der starken Gärung nur mit Atemschutz und Sauerstoffversorgung betreten werden konnte, wurde ein Feuerwehrmann mit Sauerstofftank, Atemmaske, Helm, Stiefelhose und dicker Schutzjacke ausgerüstet. In der brütenden Mittagshitze kein Vergnügen. Mit einem Hebegeschirr an einem Flaschenzug konnte er langsam in den Tank hinabgelassen werden. In dem Tank arbeitete er sich durch die Gülle bis zum Bussard vor, um ihn zu packen. Mitsamt dem Bussard wurde er dann mit dem Flaschenzug wieder herausgehoben und neben dem Tank wieder heruntergelassen. Dort wurde der Bussard dann von einem Mitarbeiter der ABU übernommen, abgewaschen und nach Lohne zur weiteren Versorgung gebracht. Hätte der Landwirt nicht vorher in den Tank geschaut, wäre der Bussard sicherlich in der Gülle umgekommen. Weshalb er in den Tank geflogen war, ist unklar. Möglicherweise hat er dort irgendwas wie eine Maus gesehen. (M. Scharf)

Ein Bussard hat sich in dem Gülletank das Gefieder mit Gülle verschmiert und auf eine Pumpe gerettet (M. Scharf)Kein Vergnügen in der Hitze: Ein Feuerwehrmann mit kompletter Schutzausrüstung inklusive Stiefelhose (M. Scharf)Mit einem Flaschenzug wird er in den Tank gehievt (M. Scharf) Im Tank kann er gefahrlos den Bussard schnappen (M. Scharf)und wieder retour mit dem Bussard (M. Scharf)endlich wieder raus aus dem Tank (M. Scharf)

Viele dicke Fische

Seit einigen Tagen hat die Untersuchung der Fischfauna von Teichen in der Hellinghauser Mersch und der Klostermersch begonnen. Und die Ergebnisse sind sehr erfreulich - zumindest aus Fischsicht. Während die Teiche in den letzten Jahren meist klar und voll mit Wasserpflanzen waren, sind dieses Jahr etliche mit viel weniger Wasserpflanzen bedeckt und recht trübe. Dass ist immer ein Zeichen dafür, dass hier viele Fische aktiv  sind und gründeln. Und unter diesen Gründelfischen ist auch der schwerste, den wir in unserer langen Karriere als Elektrofischer bislang gefangen hatten: Ein Spiegelkarpfen mit irgendwie 15 kg Gewicht. Spiegelkarpfen sind schuppenlose Züchtungen, die einem Wildkarpfen in etwa so ähnlich sind wie die Hausschweine den Wildschweinen. Und neben vielen Rotfedern, Rotaugen, Schleien und Hechten sind diesmal erfreulicherweise nur wenige Blaubandbärblinge. Blaubandbärblinge sind asiatische Aquarienfische, die sich in den letzten Jahren leider stark in Tümpeln und Teichen ausgebreitet haben. (M. Scharf)

Ein Spiegelkarpfen mit mittelschweren Figurproblemen. Gefangen in der Hellinghauser Mersch (M. Scharf)Ein Teich in der Hellinghauser Mersch, zu fast 100 % bedeckt mit Wasserlinsen (M. Scharf)Regelmäßig finden sich kleine und große Hechte in den Teichen der Lippeaue (M. Scharf)Schleien sind typische Bewohner leicht verlandeter Teiche. Sie vertragen auch geringe Sauerstoffgehalte (M. Scharf)Die Rotfeder ernährt sich als einzige heimische Fischart auch von Wasserpflanzen (M. Scharf)Kommt auch bei uns gelegentlich vor - Elektrofischer über Bord  (M. Scharf)

Ausflug in Lippstadts bunte Wiesen

Die drei Lippstädter Naturschutzverbände (Nabu, BUND und ABU) luden im Juli ein zu einer Fahrradexkursion in die Auen westlich Lippstadts und es kamen zahlreiche Naturinteressierte sogar aus dem Sauerland, um bei allerschönstem Sommerwetter eine Fahrt entlang der Lippe und Gieseler zu unternehmen. Es wurden besonders die artenreichen Wiesen in den Naturschutzgebieten Lusebredde und Hellinghauser Mersch aus der Nähe betrachtet. Dort ist der Anteil der Flächen in öffentlichem Eigentum besonders hoch. Erst beim Durchstreifen erkennt man, wie groß die Zahl an Pflanzen- und Tierarten wirklich ist und wie sich die verschiedenen Gräser und Kräuter in ungedüngten Wiesen in bestimmter Weise anordnen. Nur in diesen lichten Beständen ist Platz und Licht bis zur Bodenoberfläche. Dazu braucht es natürlich Artenreichtum in der Umgebung, so dass auch „unbewegliche“ Pflanzen einwandern können. Wenn es an bunten Wiesen und Säumen jedoch mangelt, kann der Mensch bei Bedarf nachhelfen, indem Samen aus der erreichbaren Nachbarschaft zum Beispiel als Heu ausgebracht wird. Solche Wiesen sind in unseren Naturschutzgebieten mittlerweile wieder vorhanden. Sie können Spenderflächen sein für die Entwicklungsflächen auch außerhalb der Schutzgebiete. So konnten die Exkursionsteilnehmer hautnah einem Samen- und Heutransport am Ortsrand von Overhagen beiwohnen.

Eine blühende Wiese in der Hellinghauser MerschRadexkursion zu den Lippstädter Wiesen

Weiterlesen...

NRW-weite Auftaktveranstaltung des EU LIFE-Projektes Management der Gelbbauchunke und anderer Amphibienarten dynamischer Lebensräume“ (LIFE BOVAR)

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser gab heute den Startschuss für das LIFE-Projekt BOVAR (Foto: M. Bunzel-Drüke)Heute hat im Kreis Soest die feierliche NRW-weite Auftaktveranstaltung des international aktiven EU-Großprojektes „LIFE BOVAR“ stattgefunden. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser gab den offiziellen „Startschuss“ für das Projekt in NRW. Heinen-Esser: „Ich freue mich, ein solches Projekt für Nordrhein-Westfalen zu starten. In diesem LIFE BOVAR-Projekt arbeiten zwei deutsche Bundesländer und Akteure in den Niederlanden gemeinsam für dieselbe Sache. Es steht in der Tradition von insgesamt 33 LIFE-Naturschutzprojekten in Nordrhein-Westfalen, die mit einem Budget von rund 100 Millionen Euro seit 1992 hier umgesetzt wurden – so viele wie in keinem anderen Bundesland“, und weiter: „Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg. Denn Arten wie die Gelbbauchunke haben es heute in unserer Kulturlandschaft nicht leicht zu überleben. Sie sind Pionierarten, die immer wieder neu entstehende Lebensräume besiedeln. Hier, in den Schleddentälern des Kreises Soest ist die dafür nötige Landschaftsdynamik noch in Teilen vorhanden.“

Weiterlesen...

Flora-Projekt will bedrohte Raritäten retten

Guter Heinrich (Foto: W. Schubert)Die Biologische Stationen Hochsauerlandkreis und Soest setzen sich seit vielen Jahren für den Erhalt einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt in ihren Kreisgebieten ein. Trotz dieser umfangreichen Bemühungen gibt es Pflanzenarten, die in ihrem Bestand hochgradig gefährdet sind. Manche dieser Arten sind von Natur aus selten. Dazu gehört an wenigen Salzstandorten entlang des Hellwegs der Echte Sellerie.

Andere Pflanzen kommen aufgrund sich ändernder Landnutzung nur noch in einigen wenigen Populationen vor, so etwa der Echte Frauenspiegel auf extensiv genutzten Kalkscherbenäckern.
Aufgrund einiger naturräumlicher Besonderheiten kommt den beiden Kreisen für
einige Pflanzenarten landesweit eine hohe Verantwortung für den botanischen Artenschutz zu.

Um diese botanischen Highlights dauerhaft zu erhalten und die Bestände zu fördern, haben die Biologischen Stationen ein gemeinsames Modellprojekt entwickelt. Seit Anfang des Jahres liegen nun die Förderbescheide durch das Land NRW, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung vor. Über 5 Jahre können sich die beiden Biologischen Stationen mit diesen zusätzlichen Mitteln nun noch intensiver um den Erhalt und die Förderung der botanischen Raritäten kümmern.

Wer findet den Guten Heinrich?

Weiterlesen...

Startseite

Nachrichten

Termine

Aktuelle Beobachtungen

Werden Sie aktiv

Spenden

Kinder- und Jugendgruppe

Betreuungsgebiete

Projekte

Natur im Kreis Soest

Naturschutzthemen

Veröffentlichungen

Downloads

Mitarbeiter-Login

Die ABU ist Partner der

Aktuelle Projekte
Bachtaeler-100 auenland-80

Naturschätze Südwestfalens

Aktuelle Beobachtungen

Naturnahe Beweidung

Säugetiere in Eulengewöllen

"Wilde Weiden"

Die gedruckte Version ist vergriffen. Wilde Weiden steht hier als pdf-Datei (WildeWeiden.pdf, ca. 300MB) zur Verfügung.